Marlen Mose: Fachbeauftragte für Kunst-Demenz

Im Hamburger Wochenblatt ist wieder einmal vom Banksy in der Hamburger Neustadt zu lesen. Ich hatte bereits zweimal dazu geschrieben (Endlich: Banksy in Hamburg gecrosst / Spiegelberger, Pate der Kunst, kurz: Banksy,-)

Bemerkenswert am aktuellen Artikel im Wochenblatt ist nicht nur, dass ein Gastwirt in der unmittelbaren Umgebung zum Graffiti ernsthaft behauptet, er würde von dem Ding leben, weil zahlreiche Besucher allein wegen des Banksys kämen.

Das nenn ich mal ein Armutszeugnis, denn das sagt dann ja alles über seine gastronomischen Fähigkeiten. Ich jedenfalls besuche eine Gaststätte, weil das Essen gut ist oder die Atmosphäre stimmt, nicht weil nebenan ein Bild hängt.

Benenn deinen Laden doch gleich um in „Zum Banksy“, „Banksy-Grill“, „Banksys Fischbude“ oder „Banksy-Döner“. Und für die ungefragte Nutzung des teuren Künstlernamens erhebst Du einfach 2 Euro Preisaufschlag pro was-auch-immer-Du-da-verklappst. Verkauf Poster und Postkarten vom Graffiti. Und Kassier von den Touristen Gebühren fürs Fotografieren!

Quatsch, Mann, wenn Du eh von der Kunst lebst, mach doch einfach ne Galerie auf!

Bemerkenswert ist einmal mehr, in welcher Weise sich die Spiegelberger Stiftung in dieser Sache aufdrängt. Die hat das Werk ja längst per Acrylglasplatte und Holzvernagelung und dem Vorschlag, es in die passend überteuerte Hafencity zu verlegen, für sich vereinnahmt.

Jetzt glänzt die Spiegelberger-Stiftung auch noch mit einer Fachbeauftragten für Kunst-Demenz: Marlen Mose. Mit Kunstverstand ist sie nicht gesegnet. Und von streetart hat sie offensichtlich einfach keine Ahnung.

Denn zum Bedeutungsunterschied zwischen Banksy und OZ weiß sie ziemlich dumm anzumerken:

“ (…) Oz habe immer nur sein Signet verwendet, das sei nicht besonders kreativ. Banksy hingegen mache in seinen Arbeiten auf politische Zusammenhänge aufmerksam, „das ist bei Oz nicht der Fall“.

In Zukunft halten wir es einfach so: Für solche Erkenntnisse braucht niemand eine Stiftung, da fragen wir einfach meine Oma!

  • Wie bemisst Frau Mose einen kreativen Akt?! (Nein, ich möchte das nicht ernsthaft wissen.) Nach ihrer beschränkten Auffassungsgabe ist das Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch jedenfalls auch nicht besonders kreativ.

  • Die Tante hat offenbar keine Ahnung von Walter Josef Fischers Werk, sonst wüßte sie, dass Oz nicht nur oz-getaggt hat, auch wenn die Stadt hunderttausendfach voll davon ist!

  • Bei jeder günstigen Gelegenheit hat Oz riesige Bilder gemalt. Bunt, fröhlich, minimalistische und abstrakte Feuerwerke aus Smileys, Strichen und Pünktchen, vor Kreativität sprühend, strotzend, explodierend!

  • Jedes Tag, jeder Kringel, jeder Smiley, jeder Sticker, jedes Mural von OZ waren und sind ein politisches Aufbegehren gegen die bestehenden Verhältnisse!

  • Die politische Botschaft des Lebenswerkes von OZ (das Thema habe ich im Nachruf auf OZ angerissen) bestand und besteht eben nicht in aktuellen Ereignissen, sondern in der Arbeit selbst. Um solch einen Gesamtzusammenhang zu erkennen und zu deuten, braucht es Verstand …

… was mich wieder einmal zu der Frage führt:

Was, zur Hölle, ist so schwer daran, sich mit Dingen zu beschäftigen, von denen man ein wenig Ahnung hat!


Neu: Iven auf Twitter


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