Comic exklusiv im Hauptquartier

Zum Beitrag „Echt krank: Dr. Gero Winkelmann“ gibts einen Comic ohne Menschen, Möbel, Häuser usw. exklusiv im Hauptquartier der novelle …

Comic ohne Leute, Möbel, Häuser usw. #003: Dr. Winkelmann
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Echt krank: Dr. Gero Winkelmann

Kollege Daniel Ableev hat Frau und Kind, aber ist mit den Gedanken stets bei mir. Damit es mir endlich besser geht, hat er mir einen Link geschickt, auf den Bund Katholischer Ärzte. Genauer: Dr. Gero Winkelmann, der ist entweder ein Iranischer Russe oder er gehört ins Gefängnis.

Er versteht nämlich mittels Homöopathie die Homosexualität zu heilen. Zitat: Behandlung mit klassischer Homöopathie auch und gerade in Sonderfällen, z.B. bei unguten sexuellen Neigungen und Charakterstörungen.“ Hätte Gauland kaum feiner ausgedrückt, Zitate: „Diese zwölf Jahre“, „Diese falsche Vergangenheit“, „Vogelschiss in tausend Jahren deutscher Geschichte“.

Als Beweis seines Erfolges wird von Winkelmann höchstpersönlich die überzeugende Masse von sagenhaften zwei Männern angeführt, die sich bei ihm in Therapie befinden. Zusätzlich und beweiskräftig weiß der homophobe Winkelmann höchstpersönlich von zwei weiteren Männern, die jetzt voll glücklich sind, weil sie nicht mehr schwul sind. Homöopathie wirkt nämlich immer. Bei Menschen, bei Tieren, bei Pflanzen und bei Schwulen. Die meisten Homöopathen sehen das etwas anders, deswegen will ich mich korrigieren. Die Homöopathie, die wirkt bei Winkelmann. In Bayern.

Von glücklichen Schwulen hat Winkelmann noch nie gehört. Würde in sein geistig-behindertes Weltbild zwischen Katholizismus und Heilsversprechen, das einen schwulen Juden überhaupt nicht an die Nazi-Zeit erinnert, auch nicht passen. Die homöopathische Heilseite zur Schwulenbekämpfung ist eine hackartige Kurzfassung homöopathischer Grundsätzlichkeit. Ganz nebenbei erfährt man die Ursache von Aggressivität, Perversionen, Pädophilie und körperlichen Schwächen (alles irgendwie schwul). Wird alles erworben durch die eigenen Ahnen, weil die sich einst mit Syphilis und Tripper angesteckt haben. Endlich ist das mal raus. Da wir allerdings alle Ahnen haben, über zehntausende von Jahren, ahnen wir, dass keine geerbte Geschichte tripper- oder syphilisfrei sein kann. Ergo sollten wir alle pervers sein. Schwamm drüber.

Augenfällig ist und bleibt, es geht um Männer. Frauen sind und waren in dieser Hinsicht nie das Problem. Lesben sind egal, das war im Strafrecht schon so, das kannte lediglich den § 175 zum Männerwegsperren, Frauen durften sich die Mösen lecken und wurden nie bestraft. Ganz im Gegenteil, lesbischer Sex beflügelte immer schon die sexuellen Phantasien von Heteromännern. Da ist es vollkommen egal, dass Winkelmann – aber erst auf Nachfrage! – behauptet, er könne selbstverständlich auch Lesben reparieren!

Das ist alles derart abstrus und lächerlich, man sollte sich gar nicht die Mühe machen, diesen Schwachsinn auseinander zu pflücken. Mich wurmt allerdings eine Sache ganz gewaltig: Wenn die Homöopathie so wirkgewaltig „ungute Neigungen“, „Charakterstörungen“ und so n übles Zeug angehen kann, so dass Kranke endlich glücklich gesund werden, warum wird sie nicht flächendeckend angewendet, um eine humanistische Gesellschaft zu schaffen, indem sie Nazis therapiert? Warum bleibt sie unwirksam bei der Volksblödheit, die wir neuerdings AfD nennen?

Und geht Horst Seehofer denn eigentlich nie zum Homöopathen?!

Das ist mal echt krank!

Comic ohne Leute, Möbel, Häuser usw. #002

Iven Einszehn: „Scheißbrut / Comic ohne Leute, Möbel, Häuser usw. #002“

Hurra

Iven Einszehn: „Hurra 1“
auf Karton gepfafft, A3

 

Iven Einszehn „Hurra 2“
auf Karton gepfafft, A3

Evolution

Der Mensch ist eine evolutionäre Fehlkonstruktion, denn er hat lediglich zwei Hände. Aus handwerklicher Erfahrung kann ich versichern: Die reichen nicht. Wenn man beispielsweise drei kleine Holzteile zusammenfügen will, sind bereits alle Hände allein dafür aufgebraucht, die Einzelteile in der korrekten Position aneinander zu halten. Greift man zum Klebeband, um alles vorübergehend zu fixieren, gar zur Holzzwinge oder zur Leimflasche, die man erst noch aufschrauben muss, fällt alles auseinander. Der Mensch benötigt also mindestens vier Hände, idealerweise fünf. Denn bei komplizierten Angelegenheiten möchte so ein Mensch sich auch mal am Kopf kratzen.

Quelle: Wikipedia

Vier Hände sind ja beim Einkaufen auch praktisch, denn wenn man zwei Taschen trägt, hat man die anderen Hände frei. Für was anderes. Sexuell gäb’s da auch noch schöne Möglichkeiten. Nicht beim Einkaufen, sondern grundsätzlich.

Apropos grundsätzlich: Überraschenderweise gibt es Männer mit doppelter Ausstattung, Diphallie genannt, Menschen mit doppelt Händen sind biologisch hingegen unbekannt. Weshalb die Evolution untenrum also einen Schritt weiter ist, im Praktischen aber nicht, ist ein echtes Rätsel ‒ denn zwei Schwänze führen keinesfalls zu doppelter Fortpflanzung, eher zu unangenehmem Stochern an der Sache vorbei, stelle ich mir vor.

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Nachtrag: Diese kurze Betrachtung beweist, dass der Mensch offensichtlich eine rein hedonistische, keine praktische Schöpfung ist. Allerdings gibt es für die Diphallie keine weibliche Entsprechung, Divaginalie existiert nicht. Was sagt uns jetzt das?!

Wir suchen Streit

Die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main hat auch in diesem Jahr zu einem Plakatwettbewerb aufgerufen:

Wir suchen Streit!

Plakatwettbewerb 2018

Dein Plakat gegen Hass und rassistische Hetze.

Für eine vielfältige Gesellschaft.

Iven_Einszehn-Plakat_Anne_Frank-2-Rahmen-web
„Wir suchen Streit! Plakatwettbewerb 2018
Dein Plakat gegen Hass und rassistische Hetze. Für eine vielfältige Gesellschaft.“
Plakatwettbewerb 2018 / Bildungsstätte Anne Frank
Iven Einszehn: „Plakatentwurf unter Verwendung der Spruchtafel als wenn

Aus der Ausschreibung:

„Es geht ums Ganze: Die Mehrheit steht für eine Gesellschaft, in der alle einen Platz haben – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Für eine Gesellschaft, in der kein Platz ist für Rassismus, Judenfeindschaft, Sexismus oder andere Formen von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit.

Eine Gesellschaft, die Meinungsfreiheit und Streit absichert – ohne dies als Einladung für Hass und Hetze falsch zu verstehen.

Es ist nicht so, als hätten wir diesen Zustand erreicht. Er muss erstritten und erkämpft werden. Und längst nicht alle sind von dieser Vorstellung überzeugt. Wir erleben einen Rechtsruck in Deutschland. Vieles, das lange selbstverständlich schien, wird aktuell in Frage gestellt. Immer mehr Menschen sagen zum Beispiel, dass Ausländer, Schwarze Menschen oder Muslime nicht dazu gehören. Es ist wieder viel von Volk und Nation die Rede. Von Drinnen und Draußen. Von Wir und die Anderen.

Sollten wir uns zurücklehnen und andere machen lassen? Nichts da: Das geht uns alle an!“

 

Bildungsstätte Anne Frank