Lack im Kopf / The Stupid Alex

Lack im Kopf

The Stupid Alex

 

Die Bildwelten von The Stupid Alex, wie Alexander Schäder sich nennt, sind unverkennbar mit der Streetart verknüpft. Alex bedient sich nicht bloß Techniken des Graffiti, seine Kunst kommt genau dort her: Alex hat immer ne Dose Lack im Kopf. Auch wenn er im stillen Kämmerlein auf Leinwand, Papier oder Holz arbeitet, wenn er druckt, Shirts macht oder ins Skizzenbuch kritzelt.
Hockt er zu Hause und braucht mal frische Luft , drückt er auf den Sprühkopf einer Dose, um das Aroma des Glücks in die Umgebung zu entlassen – da bin ich mir ganz sicher.
Für Alex könnte man glatt den Slogan „Can for can – you can“* kreieren.
Apropos Lack im Kopf. Köpfe haben es Alex ohnehin angetan. Immer wieder tauchen bei ihm auf Köpfe reduzierte Menschen und Gestalten auf, mit hohem Wiedererkennungswert. Fast immer Frontalansichten von Gesichtern in Linien, Muster, vordergründig dekorative Elemente und scheinbare Flächen zerlegt. Mir erscheinen sie wie „Gesichtszerfetzungen“, die innere Zerrissenheiten offenbaren, ohne Details zu verraten. Sie sind damit deutungsfrei im besten Sinne, sie belästigen nämlich nicht mit einer Botschaft, die man bitteschön verstehen sollte. Zu verstehen sind diese Bildnisse vielmehr auf einer intuitiven, emotionalen Ebene. Wer hierfür eine Anleitung braucht, dem ist nicht zu helfen, und mit Kunst schon gar nicht. Der bleibt ein Gefangener des Konkreten und führt damit ein bedauerlich unpoetisches Dasein.
TheStupidAlex-web
„Würfelkopp“, Siebdruck von The Stupid Alex
Vom Kopf zum Totenkopf ist es nur ein kleiner Schritt. Totenköpfe sind seit Jahren beliebt – als Symbol, als Sujet, als Marke. Ob Bands, Fußballverein, Mode, Gebrauchsgegenstände, Körperschmuck oder Kunst, die Dinger schädeln durch alle Bereiche des Alltags, oft so schlecht gemacht, dass sie einem nur noch Kopfschmerzen bereiten. Totenschädel sind längst auch unverzichtbare Bestandteile des künstlerischen undergrounds, man findet sie an Hauswänden, auf Stickern und allerorten. Keine Überraschung erst mal, dass auch Alex sie malt.
Umso verblüffender eine kleine Zeichnung in einem seiner Skizzenbücher: Ein über Eck entworfenes Ding, eine quadratische Variante, ein Würfelkopp. Ich war sofort begeistert und hab Alex vorgeschlagen, das zu seinem Markenzeichen zu machen. Es ist nämlich so: Der Inflation von Totenköpfen etwas Neues hinzuzufügen, gelingt kaum noch. Mit dem Würfelkopp, oder wie auch immer man das Ding bezeichnen mag, hat Alex der Schwämme an Skullys eine kleine, richtig oberfeine Idee hinzugefügt.
Man liest und hört immer wieder von sogenannter „neidloser Anerkennung“. Das ist eine ganz und gar sinnlose Worthülse, weil sie sich das eigentliche Bekenntnis, das zum Ausdruck kommen soll, gar nicht traut. Ehrlicher Neid ist nur im ehrlichen Bekenntnis von Wert: Die Idee mit dem eckigen Schädel hätte ich gern gehabt. Darauf bin ich voll neidisch. Und zwar jeden Tag.

(* Zum Verständnis für Szenefremde: Ne Dose Lack ist ne Kanne.)

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aktuelle Ausstellung
"Human Disorder"
Salon Klotz
Holländische Straße 73 / Kassel
Freitags und Samstags ab 18 Uhr
bis 28.05.2015
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The Stupid Alex
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Cynal e.V. Die Kunstidioten von Dresden

Um mit moderner Kunst Idioten auf den Plan zu rufen, braucht man gar kein Publikum. Es reicht ein kleiner Kunstverein, um sich an der Kunst und dem Umgang mit Künstlern zu entblöden.

Die Kunst befreit den Geist. Die Kunst ist grenzenlos und bedenkenlos, sie überschreitet Grenzen und Bedenken mit Leichtigkeit. Seit die moderne Kunst vor über hundert Jahren erfunden wurde, hat sie das vielfältig bewiesen, und mich überrascht es immer wieder, dass die Kunst heutzutage noch für Unverständnis und Irritationen sorgt und zu Übergriffen verleitet. Als Freigeist und Nonkonformist, der ich vollkommen in der Kunst aufgehe, indem ich mich in ihr und für sie gehen lasse, begehe ich natürlich einen Denkfehler: Ich setze voraus, dass die Entwicklung der modernen Kunst ein selbstverständlicher Teil der Menschheit wäre. Spätestens seit Dada und Fluxus, seit vielfältigen Versuchen, die Kunst zu verfemen und zu unterdrücken, wiederholen sich die Aufreger und sind nicht der Rede wert. Ich vergesse täglich, dass jeden Tag neue Idioten geboren werden, die nichts davon wissen. Oder wissen wollen.

Idioten im besten Sinne stellt der Kunstverein CYNAL in Dresden bereit. Cynal gibt das gleichnamige Kunstjournal heraus. Zur zweiten Ausgabe gab es eine Künstleraussschreibung, die sieben Auserwählten dieser Aussschreibung wurden im Journal veröffentlicht und zu einem Reigen kleiner Einzelausstellungen geladen. Ich selbst habe auf die Gelegnehit einer Einzelausstellung verzichtet und stattdessen gemeinsam mit Alexander Schäder die Kunstexplosion veranstaltet (und innerhalb der Kunstexplosion Thomas Andrée eine kleine Werkschau geschenkt). Zur Kunstexplosion haben wir den Ausstellungsraum in ein öffentliches Atelier verwandelt und vier Tage und Nächte live gemalt. Was uns der Verein Cynal dort an Naivität, Dämlichkeit und Ungeheuerlichkeiten geboten hat, spottet jeder Beschreibung.

Zur Kunstexplosion haben wir die 150 qm Ausstellungsraum zunächst mit Papier beklebt. Fußboden, Wände und Fenster wurden mit unterschiedlichen Klebebändern zu einem Gesamtwerk getapt. Dieses raumgreifende Tape-Werk als erste Grundlage der Kunstexplosion wurde mit Gummidrucken, Lackierungen, Sprüchen und Malereien erweitert und durfte betreten werden, sollte und musste es sogar. Manchem Besucher fiel es anfänglich nicht leicht, eine offensichtliche Kunst mit Füßen zu treten. Die Veranstalter waren da viel einfacher beschaffen, die meinten wohl, wo drauf rumgelatscht wird, da dürften sie überkleben, wo sie etwas anderes wünschen oder wegreißen und wegschmeißen, was ihnen nicht gefällt. Sie haben in unsere Kunst eingegriffen, sie haben die Kunst verfälscht, und sie haben unsere Kunst vernichtet.

u.a. von Cynal e.V. vernichtet:

„Genageltes Tape“ von Iven Einszehn.Vernichtet durch CYNAL e.V. Dresden
"Figurenstele" von Alexander Schäder. Vernichtet durch CYNAL e.V. Dresden
„Figurenstele“ von Alexander Schäder.Vernichtet durch CYNAL e.V. Dresden.
"Istallation Kunstexplosion" von Iven Einszehn & Alexander Schäder. Vernichtet durch CYNAL e.V. Dresden
„Istallation Kunstexplosion“ von Iven Einszehn & Alexander Schäder. Vernichtet durch CYNAL e.V. Dresden.

Nazis 2.0

Spätestens 1937 wurden alle Werke Kandinskys und vieler anderer herausragender Künstler aus deutschen Museen und öffentlichen Sammlungen verbannt, verbrannt oder weit unter Wert ins Ausland verklappt, weil sie nicht in die Naziideologie passten. 1986 wurde die vier Jahre zuvor von Joseph Beuys geschaffene Fettecke von einem Hausmeister zerstört, dem der Dreck in der Ecke offenbar zu viel wurde. 2001 haben die Taliban die Buddha-Statuen von Beniyamin gesprengt, weil ihnen nach ein paar Tausend Jahren eingefallen ist, dass die Dinger nicht in ihre religiösen Vorstellungen passen. Begründungen, sich unerwünschter Kunst zu entledigen gibt es viele, Gültigkeit haben sie nie, sie sind willkürlich und austauschbar. Es gibt nur eine Instanz, die über eine Vernichtung zu entscheiden hat, und das ist der Künstler selbst. Die Jahreszahlen 1937, 1986 und 2001 markieren die Kunstgeschichte eindringlich. Als Kunsteranstalter muß man besonders blöd geraten sein, um sich dort einzureihen. Dafür verleihe ich Cynal e.V. das Prädikat Nazi 2.0 – und verzichte auf die ausführliche Schilderung aller weiteren Details, wie z.B. der Kinderfilzstifte, die man uns allen Ernstes als Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt hat  …

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Ergebnisse der Kunstexplosion

Kunstexplosion Dresden: Plakatierung
Kunstexplosion Dresden: Plakatierung
Kunstexplosion Dresden: Getapter Boden
Kunstexplosion Dresden: Skulpturen von Thomas Andrée
Kunstexplosion Dresden: Skulpturen von Thomas Andrée
Kunstexplosion Dresden: Die Skulpturen von Thomas Andree wurden eingepackt ...
Kunstexplosion Dresden: Die Skulpturen von Thomas Andree wurden eingepackt …
Kunstexplosion Dresden: Die Skulpturen von Thomas Andrée wurden eingepackt ...
… um sie in der Kunstexplosion zunächst verschwinden zu lassen.
Kunstexplosion Dresden: Thomas Andrée
Am Eröffnungsabend wurden die Skulpturen wieder ausgepackt.
Kunstexplosion Dresden: Ausstellungsraum nach 4 Arbeitstagen (und -Nächten)
Kunstexplosion Dresden: Ausstellungsraum nach 4 Arbeitstagen (und -Nächten)
Kunstexplosion Dresden: Ausstellungsraum nach 4 Arbeitstagen (und -Nächten)
Kunstexplosion Dresden: Ausstellungsraum nach 4 Arbeitstagen (und -Nächten)
"ANTI-TRÖDEL" von Alexander Schäder & Iven Einszehn. Das Bild haben wir der Kneipe "trotzdem" geschenkt. Wir empfehlen den Laden dringend weiter, ihr findet ihn in der einzig netten Ecke Dresdens, der Neustadt ...
„ANTI-TRÖDEL“ von Alexander Schäder & Iven Einszehn.
Das Bild haben wir der Kneipe „Trotzdem“ geschenkt. Wir empfehlen den Laden dringend weiter, ihr findet ihn in der Alaunstraße in der einzig netten Ecke Dresdens, der Neustadt. Grüßt Johanna, die Besitzerin, von uns …

Ein paar Details:

Einige Werke von Alexander Schäder …

… und Iven Einszehn:

 

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Presse:

Zeitung_Dresden-kleiner

Und hier gibts noch einen Fernsehbericht.

Kunstexplosion in Dresden

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Kunst geht nach Brot – u.U“ präsentieren die Wettbewerbsgewinner der zweiten Ausgabe des Kunstmagazins #CYNAL ihre künstlerischen Positionen.

Ausstellung "Kunst geht nach Brot u.U." Dresden Centrum Galerie 18. - 22. / 23. - 25.10.2013
„Kunst geht nach Brot u.U.“
Kunstexplosion: 18. – 22. 10. 2013
Ausstellung: 23. – 25. 10. 2013

Ultimatives Künstler-Icon:

Stempel für Dresden!

Iven Einszehn "Ultimatives Künstler-Icon" Stempel für Dresden!
Iven Einszehn
„Ultimatives Künstler-Icon“
Stempel für Dresden!

Iven Einszehn kommt ohne eigene Kunst mit  Alexander Schäder, Thomas Andrée (und Überraschungsgästen) und einer Wagenladung Malzeug im Gepäck in die Centrum Galerie nach Dresden.

Wir verwandeln 150 qm Ausstellungsfläche live vom 18. – 22. Oktober in eine Kunstexplosion. Das Ergebnis der Kunstexplosion wird vom 23. – 25. Oktober präsentiert. Vermutlich explodieren wir zur Ausstellung noch immer, denn wenn der Funke erst gezündet hat, brennen Künstler gerne durch …

Centrum Galerie Dresden Kunstexplosion 18. - 22.10. 2013 live!
Centrum Galerie Dresden
Kunstexplosion
18. – 22.10. 2013 live!

Innerhalb der Kunstexplosion bekommt Thomas Andrée aus Magdeburg eine Einzelausstellung geschenkt.

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„Kunst geht nach Brot u.U.“ / Das komplette Programm:

Zur Eröffnung um 19 Uhrwird die HEIDI-Crew [kleine Korrektur: Wir kommen nicht als Heidi-crew, aber höchstpersönlich] (Iven Einszehn, Alexander Schäder & Thomas Andrée) den Ausstellungsraum durch eine Kunstexplosion erschüttern – Eine Demonstration über Wahrnehmung und Annerkennung von Kunstschaffen. Bereits ab 15:00 Uhr startet Hermann Josef Hack seine AktionBREAD BRANDING – BRANDMARKEN auf der Prager Straße.

Ort: CentrumGalerie Dresden, Prager Straße/ Eingang über Trompeterstraße
Anfahrt: Nur 7 Gehminuten vom Hauptbahnhof, Straßenbahnlinien 7, 8, 9, 11 und 12 halten direkt an der Prager Straße.

 

Teilnehmende Künstler_innen:

23.10. – 22.11.2013 
Lukas Lehmann 
rekonsum.blogsport.de/
Matthias Marx www.wildsmile.de
Mathieu Tremblin  www.demodetouslesjours.eu/

23.10. -26.10.2013
Heidi Crew  
(Iven Einszehn, Alexander Schäder & Thomas Andrée )

23.10. & 27.10. – 29.10. 2013
Hermann Josef Hack 
www.hermann-josef-hack.de 

30.10. – 31.10. 2013
Martin Bothe 
www.kunstknall.de/pages/MartinBothe

01.11. – 08.11. 2013
Phillip Gloger  
www.philippgloger.de 

09.11. – 13.11.2013
Sybille Feucht 
www.atworld.ch
Iven Einszehn www.einszehn.de

15.11. -22.11.2013
Alexandra Karrasch 
www.alexandra-karrasch.de
Thorsten Schneider  www.thorstenschneider.org 

 

Öffnungszeiten: MO – FR 14:00 – 19:00 Uhr / SA+SO 11:00 – 19:00 Uhr

ACHTUNG: die Ausstellung bleibt wegen Umbauten wie folgt geschlossen:
SA 26.10. – ganztägig / DI 29.10.  – ab 15:00 Uhr / DO 31.10. – ab 15:00 Uhr / FR 01.11. – ganztägig / FR 08.11. – ganztägig / DO 14.11. – ganztägig