Termine G20

Aus aktuellem Anlass:

Sonntag, 02. Juli | Aufbau des Antikapitalistischen Camps

Nach wochenlangem juristischen und politischen Kampf um ein
antikapitalistisches Protestcamp haben wir heute nacht vorm
Verwaltungsgericht gewonnen. Es hat entschieden, dass wir ab Sonntag
(2.7.) mittag um 12h
im Elbpark Entenwerder (S-Bahn Rothenburgsort) ein
Camp _inklusive Schlafzelten errichten dürfen. In der letzten Woche hat
die Polizei mehrfach gezeigt, wie wenig sie von gerichtlichen Urteilen
und Versammslungsrecht hält. Daher erwarten wir nicht, dass der Aufbau
ungestört von statten gehen kann.

Wir brauchen also richtig, richtig viele Menschen! Helft uns, dieses
Camp möglich zu machen, auch wenn sich Grote und seine Polizei nicht an
die eigenen Regeln halten wollen. Zusammen bauen wir das Camp auf!

Leitet das über alle Kanäle weiter!

Antikapitalistisches Camp

 

Polizei Hamburg pfeift wie gewohnt aufs Recht und verhindert Protestcamp Entenwerder (siehe mopo)
Spätestens hiermit sollte klar sein, dass die Polizei gewalttätige Konflikte provozieren will. Sie jammert sie schon seit Monaten herbei …

 


Freitag, 30. Juni

19:00 | Aktion | Protest | umsonst & draussen

Mal wieder aus der Reihe tanzen

Die sog. „Blaue Zone“ (Demoverbotszone) tanzbar machen: Konzert, Soundsystem, Redebeiträge

Irie Revoltes LIVE

Achidi-John-Platz | vor der roten Flora | Schanzenviertel


19:00 | Ausstellung

Abdalla Al Omari „The Vulnerability Series Extended“

Anlässlich des G20 Gipfels in Hamburg laden Lemonaid und die Affenfaust Galerie zu ihrer eigenen Interpretation eines „Spitzentreffens“ ein. Al Omari, der aus Syrien flüchtete und heute in Brüssel lebt, illustriert in seiner Bildreihe „The Vulnerability Series“ (Serie der Verwundbarkeit) Weltpolitiker als Vertriebene und nimmt ihnen damit ihre wichtigste Eigenschaft: die Macht. Plötzlich erscheinen sie im Auge des Betrachters selbst verzweifelt und „verwundbar“.

(Die Ausstellung läuft bis 08.07.2017)

Affenfaust Galerie | Paul-Roosen-Straße 43 | St. Pauli

 

Samstag, 01. Juli

10:00 | Workshop (01.07. 10:00 — 02.07. 18:00)

Aktivismus und Fiktion

Der Workshop „Aktivismus und Fiktion“ mit den Mitgliedern des spanischen Künstler_innenkollektivs Enmedio aus Barcelona, der in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg stattfindet, bereitet sich im TOOLKIT-Modus, mit Techniken der Fiktion und künstlerischen Praxis (Photografie, Video, Text, Körper) auf den G20 Gipfel in Hamburg vor.

Gängeviertel | Fabrique 4. Stock | Valentinskamp 34 (Zugang über Speckstr.) | 20355 Hamburg


15:00 | Vortrag

G20-Gipfel in Hamburg — Der Gipfel der Repression?

Andreas Blechschmidt gibt einen Überblick über die staatliche Repression im Vorfeld und während des G20-Gipfels und berichtet über polizeiliche und geheimdienstliche Vorfeldaktivitäten und polizeiliche Einsatztaktiken während des G20-Gipfels. Dazu kann gemeinsam über Gegenmaßnahmen diskutiert werden.

(Im Rahmen der Anarchistischen Veranstaltungswoche “Bücher. Bildung. Barrikaden“ | 29. Juni – 6. Juli)

Kölibri | Hein-Köllisch-Platz 12 | St. Pauli


19:00 | Ausstellung | Aktion

Museum des Kapitalismus

Was ist Kapitalismus? Führt er wirklich zu Freiheit und Wohlstand? Oder zu Unterdrückung und Ausbeutung? Was hat das mit dem G20Gipfel zu tun? Und was denkst du darüber?

Das Museum des Kapitalismus und das Kollektiv für Alternativen laden ein zu einer interaktiven Mitmach- Ausstellung. Exponate zum Anfassen, Ausprobieren und Mitgestalten bieten einen unterhaltsamen Einstieg in Fragen rund um den Kapitalismus.

Das Projekt läuft bis 08.07.2017. Geöffnet täglich 15:00 — 19:00

Affenfaust Galerie | Paul-Roosen-Straße 43 | St. Pauli

 

Sonntag, 02.Juli

13:00  und 16:00 workshop| Mobilisierung

Aktions- und Blockadetraining

Für Aktionen des Zivilen Ungehorsams benötigen wir gute Vorbereitung, Erfahrungsaustausch und Aktionstechniken, die erlernbar sind. Damit ihr euch in Aktion sicherer fühlt und euch selbst schützen könnt, wollen wir gemeinsam Befürchtungen abbauen, sowie unsere individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit stärken.

Uni Hamburg | Hauptcampus | Von-Melle-Park 9 | Dammtor


15:00 Infoveranstaltung | Vortrag

Widerstand in der Trump-Ära

Wie konnte Donald Trump an die Macht kommen und was sagt uns das über die Zeit in der wir leben? Und welche Strategien bieten sich an, um zunehmend repressiven Regierungen und einem stärker werdenden Graswurzelnationalismus die Stirn zu bieten?

Centro Soziale | Sternstr.2 | Ecke Neuer Kamp | Karoviertel


19:00 Vollversammlung

Vollversammlung gegen die Kriminalisierung des Schlafes – Protestcamps in Hamburg möglich machen!

In HH sind jetzt selbst Dinge wie Schlafen, Essen oder Duschen verboten und kriminalisiert, Unterstützer*innen aus dem Wendland werden nicht in die Stadt gelassen (bzw. erst nach 5 Stunden Verhandlungen mit Anwält*innen). Versammlungsrecht? BVG-Urteil? Gegen Duddes „Polizeirecht“ wirkungslos. Die Gäste aus aller Welt kommen natürlich trotzdem. Auf der VV soll konkret darüber gesprochen werden, wie Camps praktisch ermöglicht und damit die Proteste insgesamt unterstützt werden können.

Rote Flora | Achidi-John-Platz 1 | Schanzenviertel

 

 

Montag, 03. Juli

19:00 Infoveranstaltung | Vortrag

Hamburg: Vom Hafengeburtstag bis G20 — Die Bundeswehr im Einsatz an der Heimatfront

Es ist davon auszugehen, dass die Bundeswehr im Zuge des G20 Gipfels in Hamburg eingesetzt werden wird. Das wäre nach dem OSZE-Gipfel im Dezember 2016 innerhalb von sechs Monaten schon das zweite Mal, dass das Militär im Kontext sozialer Proteste in Hamburgs Straßen aktiv würde. Die Kooperation von Polizei und Militär ist in Deutschland keine Seltenheit. Die beiden staatlichen Repressionsorgane arbeiten routiniert zusammen und die Militärs sind ständig im Inland im Einsatz.

Alison Dorsch (Bündnis Bildung ohne Bundeswehr – BoB) gibt einen Überblick darüber, was die SoldatInnen in Deutschlands Straßen dürfen, was sie tatsächlich machen und welche gesellschaftlichen Kräfte davon profitieren.

Internationales Zentrum B5 | Brigittenstraße 5 | St. Pauli

 

Dienstag, 04. Juli

ab 16:00 | Aktion | Protest

Hedonstisches Massencornern gegen G20

In der Demoverbotszone auf die Straße. Boxen raus und aufdrehen. Laut, draußen, vielzählig & widerspenstig. Mit Lärm und Lust gegen die Blaue Zone.

Überall. Brennpunkte: St. Pauli | Schanze | Karoviertel | MESSEHALLEN

 

Mittwoch, 05. (und 06. Juli)

10:00 | Alternativgipfel G20 | Aktion | Diskussion | Workshop

Gipfel für Globale Solidarität

Mehr als 50 Initiativen und Organisationen rufen zu einem zweitägigen Treffen als Alternative zum Gipfel der G20 auf.

„Die G20 verteidigt ein System, das die soziale Ungleichheit auf die Spitze treibt. Wir zeigen die Zusammenhänge der globalen Probleme auf und diskutieren Alternativen, die zu einer Lösung führen können.

Wie überwinden wir Armut, Ausbeutung, Unterdrückung, Krieg und Naturzerstörung? Wie können wir soziale und demokratische Rechte global durchsetzen? Wie bekämpfen wir effektiv Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie? Wie erreichen wir ein solidarisches Gemeinwesen, das auf Kooperation und Selbstbestimmung basiert? Wie sieht eine Wirtschaftaus, die dem Menschen dient?

Wir sind überzeugt: eine andere Politik ist möglich!“

Das gesamte Programm

Kampnagel | Jarrestr. 20 | 22303 Hamburg

 

Mittwoch, 05. Juli

12:00 Performance | Aktion

1000 Gestalten

Die Kunstaktion 1000 Gestalten läuft bereits seit einigen Wochen. An verschiedensten Orten Hamburgs tauchen unvermittelt lehmverkrustete Gestalten auf, die zombieartig das Stadtbild verzerren.

Am 05. Juli findet die Aktion ihren Höhepunkt, indem alle Aktivisten in einer riesigen Masse aufeinandertreffen, sich von ihren Lehmpanzern befreien, ihre Menschlich­keit und ihren individuellen Ausdruck zurückgewinnen.

Hamburg | Augen auf!


16:00 Demo

Woman’s March gegen Trump und G20

Donald Trump ist mit seiner frauenfeindlichen Politik in den letzten Monaten zur negativen Hauptfigur massenhafter Proteste auf der ganzen Welt geworden. Wenn er uns zum G-20-Gipfel in Hamburg besucht, wollen wir das natürlich nicht unkommentiert lassen. Auch ist Trump nicht der Einzige, der für die Frauenfeindlichkeit der G20-Regierungen steht. Erst vor wenigen Monaten hat Putin die Strafe für häusliche Gewalt gesenkt. Erdogan steht für einen reaktionären Islam, seine Ministerien veröffentlichen sexistische Broschüren, wie Männer zu Hause mit ihrer Frau umzugehen haben, die auch Vergewaltigungen und Gewalt nicht ablehnen. Und auch in Deutschland ist es zu einem Ende der Unterdrückung der Frauen noch ein weiter Weg.

Ottenser Hauptstraße | Ottensen


18:00 | Demo | Rave | Nachttanzdemno

Lieber tanz ich als G20

Es ist Anfang Juli 2017. Halb Hamburg ist eine lahmgelegte Sicherheitszone, während einige wenige Staatschefs sich anmassen, über unsere Lebensbedingungen und Zukünfte zu bestimmen. Nehmen wir diesen Anlass zum Fest. Zeigen wir, tanzend, feiernd, lachend, dass wir uns nicht fügen. Dass wir eigene Träume für die Zukünfte haben und nicht gewillt sind, lahmgelegt zu werden. Weder durch Sicherheitszonen noch durch die kapitalistische Verwertungsmaschinerie

Landungsbrücken | St. Pauli

 

Donnerstag, 06. Juli

16:00 Reden | Konzert   •   19:00 Demo

G20 welcome to hell

Internationale antikapitalistische Demonstration gegen den G20-Gipfel. Mit politischen Beiträgen und Konzert: Die goldenen Zitronen, Neonschwarz, Captain Gips, Johnny Mauser.

Fischmarkt | St. Pauli


18:00 Ausstellung

La Grande Plakastrophe

Die Agentur giraffentoast hat dazu aufgerufen, Plakate zu gestalten, um Hamburg zu G20 mit Protesten zuzuballern. Die 20 stärksten Motive bekommt die Welt auf die Augen. In der Ausstellung werden alle 100 eingereichten Vorschläge gezeigt.

giraffentoast design gmbh | Kleiner Schäferkamp 28 | 20357 hamburg

 

Freitag, 07. Juli

10:30 Streik | Bildungsstreik

Jugend gegen G20

Bildungsstreik — Gegen G20 — Für selbstbestimmtes Lernen!

Hast du dich auch schon über die Schule oder Uni geärgert? Dass die Noten deine Zukunft pflastern? Dass jetzt schon entschieden wird, wie du später leben wirst? Schule, Ausbildung, Studium – Wir als Jugend werden so früh wie möglich tauglich für den Arbeitsmarkt gemacht. Darauf haben wir keinen Bock mehr!

Wir fordern Selbstbestimmung! Wir wollen entscheiden, was wir lernen und vor allem wofür!

Hachmannplatz | HBF


12:00 Aktion | Protest

Fussball gegen G20

Am 7. und 8. Juli findet in unserem Viertel das G20-Treffen statt. Wir von der Herrenfußball-Abteilung wollen mit einem Fußball-Turnier auf unseren Kunstrasenplätzen ein Zeichen gegen diesen unerträglichen Gipfel setzen!

(Der Fussballprotest findet auch am 08. Juli ab 12:00 statt. Dazu Rahmenprogramm mit Musik, Essen und co. Auch in anderen Teilen des Stadions wird die ganze Woche der Protest unterstützt. Dazu u.a. Alternatives Medienzentrum  in der Südtribüne und laufend Volxküche.)

Rasensportplätze FC St. Pauli | Millerntor


Aktion | Demo

Block G20 — colour the red zone

Mehrere Gruppen wollen auf die „roten Zonen“ Messehallen und Elbphilharmonie zuströmen und diese blockieren. Wo es nötig wird, sollen Barrieren überwunden und Polizeiketten durchflossen werden. Dabei wird die politische Auseinandersetzung gesucht, nicht aber der körperliche Angriff.

Elbphilharmonie | Messehallen


Aktion | Demo

Ketten sprengen — Hafen lahmlegen

Die „Logistik des Kapitals“ und spezieller der Hafen soll durch Blockaden lahmgelegt werden.

(Passend dazu ist der Alte Elbtunnel ganz zufällig wegen dringender Wartungsarbeiten exakt zum Gipfelwochenende gesperrt. Angeblich bot sich gerade dieser Termin an, weil man zu G20 mit keiner hochfrequenten Nutzung des Alten Elbtunnels rechnet, die Unannehmlichkeiten einer Vollsperrung sich also in Grenzen halten. Der Alte Elbtunnel ist aber eben auch der kürzeste Weg für Demonstranten in den Hafen —  jetzt also wird’s über die Elbbrücken gehen, Verkehrschaos inclusive … )

„Am Beispiel des Hamburger Hafens zeigt sich exemplarisch, was derzeit genau im Argen liegt: Er ist das Symbol einer Stadt, die sich gerne mit Weltoffenheit schmückt und gleichzeitig Vorreiterin bei Abschiebungen nach Afghanistan ist. Migrant*innen kommen über den Hafen ins Land, der gleichzeitig Ausbeutungsstätte von zahlreichen Arbeiter*innen ohne Papiere oder Arbeitserlaubnis ist.“ (Aus dem Aufruf)


19:00 Aktion | Fahrraddemo

Colorful Mass gegen den G20-Gipfel

Große Fahrradtour durch Hamburg.

Während sich in der ersten Juliwoche Sta­atschefs ihre Fahrze­ugflotten einfliegen lassen und aus mehr­eren Bundesländern schweres Gerät von Polizei und Bundeswe­hr aufgefahren wird, wollen wir mit einer großen Fahrradtour durch Hambu­rg eine Geschwindigkeit­sdrosselung all dies­er verbrauchsintensi­ven Fahrzeuge herbei­führen.

Moorweide | Dammtor


20:00 Demo

Revolutionäre Demo — G20 entern — Kapitalismus versenken

Am 7. und 8. Juli treffen sich die Herrschenden zum G20-Gipgel in Hamburg. Ein paar Wenige wollen um die Neuaufteilung der Welt pokern. Die untereinander konkurrierenden Regierungen und Konzerne kämpfen dabei jeweils um ihre eigene Vorherrschaft. Das tun sie wahlweise am Verhandlungstisch oder auf dem Schlachtfeld. Sie spielen sich als Herren Welt auf und sind dadurch ein Symbol für das globale Wirken kapitalistischer Nationen, Banken und Konzerne. Dabei stürzen sie die Welt in Kriege, verschmutzen die Umwelt und schaffen tagtäglich mehr Elend.

Reeperbahn | St. Pauli

 

Samstag, 08. Juli

11:00 Demo

Grenzenlose Solidarität statt G20!

Gegen die kalte und grausamen Welt des globalen Kapitalismus, wie sie von den G20 repräsentiert und organisiert wird! Solidarität mit all jenen, die weltweit durch Proteste, Streiks oder Aufstände der Politik der G20 entgegentreten! Für eine Welt des Friedens, der globalen Gerechtigkeit und der grenzenlosen Solidarität!

Deichtorhallen

 

Sonntag, 09. Juli

12:00 Demo

Nobody forgotten, nothing forgiven!

Es ist leider zu befürchten, dass sich auch nach Ende des „Gipfels der Repression“ Freund*innen in Polizei-Gewahrsam oder Haft befinden. Sie werden wir nicht alleine lassen! Wir werden unsere Solidarität mit den Gefangenen und unsere Wut auf die Repressionsorgane auf die Straße tragen, für ihre Freilassung und gegen Repression und Knäste demonstrieren.

Die Demo startet am Harburger Rathausplatz (S-Bahn Harburg-Rathaus) und wird am G20-Knast (zentrale Gefangenensammelstelle / GeSa) vorbeigehen und im Harburger Zentrum enden.

Harburg | Rathaus


Das alles ist nicht alles.

Mehr Termine gibts auf dem Infoportal

NoG20 2017


Soli-Aktion in hunderten Kneipen weltweit

Soli-Mexicaner gegen Trump

Er ist scharf. Er hinterlässt Kopfschmerzen. Und er ist DER Schnaps auf St. Pauli: Der Mexikaner. Vor knapp 30 Jahren entstand der rote Schnaps in einer Kneipe nahe der Reeperbahn. Seitdem wird er in vielen Läden rund um den Kiez in Eigenregie hergestellt und passt zum Viertel wie die Faust auf’s Auge: Schon immer ein wenig anders, vielfältig und widerborstig.

Jetzt allerdings will der Mann den Kiez aufsuchen, der wie kein Zweiter Rassismus und Sexismus verkörpert. Und der an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen will.

Nicht mit uns. Mit Blockaden, Demonstrationen und anderen, kreativen Aktionen werden Hamburger_innen und Gäste aus aller Welt deutlich machen, dass eine andere, solidarische Welt möglich ist und ihren lautstarken Protest gegen die G20 auf die Straße tragen.


Nicht vom Tisch:
Die Protestcamps werden kommen.
Legal. Illegal. Scheissegal.

Rückzugsmöglichkeit mit zahlreichen Veranstaltungen, workshos und Dauerprotest im Gängeviertel

OASE im Gängeviertel


Alle Rückzugsmöglichkeiten während der Demos und Proteste zum Essen, Trinken, Kraft tanken usw. im Ticker auf indymedia


 

X WORDS

X WORDS

Institut für alles Mögliche / Abteilung für alles Andere

Nur am 17. März | ab 19:00

Ackerstraße 18 | Berlin-Mitte

Iven Einszehn: „Dein Leben hat Dich fest im Griff. Du Idiot!“

mit:

Sebastian Siechold
Osvaldo Cibils
Klaus Pinter
Iven Einszehn
Alex Latham
Nina Ross
Veronika Reichl
Katja Kalla

 

X WORDS
Institut für alles Mögliche
Plusnull e.V.

Street-Art-School Hamburg

Heute war (bzw. ist noch ein paar Stunden) Sommerfest der Street-Art-School Hamburg. Dazu gab’s eine große Ausstellung, viel selbstgebackenen Kuchen, 4 Milliarden Sticker (meist gegen Spende), Live-Malerei auf dem Parkdeck, Schnupperkurse in Siebdruck und Stencil und einiges andere mehr …

Ein paar Eindrücke:

Streetartschool-web
Label der Street-Art-School mit Kleisterbürste, Cutter und Sprühknopf

 

Galerie-im-Treppenhaus-web
Das großzügige Treppenhaus dient als Galerie

 

 

Marshal_Arts-00-webMarshal_Arts-01-web Marshal_Arts-02-web Marshal_Arts-03-web

 

Spass_Invader-web LIEBSEIN-web

 

dAS_OLF-ism_suckz-00-web dAS_OLF-ism_suckz-01-web dAS_OLF-ism_suckz-02-web

 

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AIN-03-web AIN-02-web AIN-01-webWerke von AIN –> vgl.: MS Artville 2016

in-Arbeit-01-web in-Arbeit-02-webin-Arbeit-03-webStencil-web Stencils_und-boese--web Hall-of-fame_Pasteups-Sticker-webAuf dem Parkdeck gibt’s Wände zum (legalen) Malen und eine Hall of Fame mit massenhaft Pasteups …

Auf dem Rückweg verschlug es mich wieder  in die U-Bahn Feldstraße. Da war ich neulich also genau im richtigen Augenblick vor Ort. Wenn in fünfhundert Jahren Archäologen die Station ausgraben und die Farbreste aus den Fugen kratzen, werden sie auf eine ursprüngliche Bemalung der Wände schließen. Sie werden daraus ableiten, dass ganz sicher alle Bahnstationen bunt bemalt waren, weil die Gesellschaft zu Beginn des 21. Jhds eine fröhliche Gemeinde war, die von Farbe gar nicht genug kriegen konnte.

Fugen_Ueberreste-web–> vgl.: Berlin Kidz in Hamburg

Street-Art-School
St. Pauli Karo Schanze
 Rindermarkthallen
 Neuer Kamp 31 / Neuer Pferdemarkt / Aufgang D
 20359 Hamburg

street-art-school.de

Berlin Kidz in Hamburg

Vorhin war ich zur Eröffnung der Ausstellung von Darco FBI »niveau supérieur«  in der OZM Art Space Gallery. Ich hatte mich dort mit meiner Lieblingskassiererin von LIDL verabredet, um sie zur Kunst zu interviewen. Sie hat noch nie in ihrem Leben eine Ausstellung besucht, und ich war megagespannt auf ihre Begegnung mit einer von Lack vollgerotzten Galerie! Leider hat meine Kassiererin sich nicht getraut, zum verabredeten Experiment zu erscheinen. Ich schreibe deshalb hier (noch) nichts zu Darko FBI. Vielleicht gelingt es mir, den Ausstellungsbesuch mit meiner Kassiererin nachzuholen, indem ich mich nicht dort mit ihr treffe, sondern gemeinsam mit ihr hinfahre, sodass ich ihr über eine kleine Schwellenangst hinweghelfe … 

Auf dem Rückweg gab es aber eine Überraschung: Berlin Kidz haben sich An der U-Bahn Feldstraße verewigt. Das ist keine Gegend, in der ich mich öfter aufhalte, deshalb weiß ich nicht, seit wann die Malereien dort ausgestellt sind. Es würde mich aber wundern, wenn Hochbahn, HVV oder welche Sauberfraktion auch immer allzu lange warten würde, um umfangreiche Graffiti von den Wänden zu kratzen 😉

Berlin Kidz sorgen seit etlichen Jahren für Furore. Die Jungs seilen sich mit einfachsten Mitteln aus schwindelerregenden Höhen von tristen Häuserwänden ab und malen in ihrem unverwechselbaren Style monumentale raumgreifende Botschaften. Manchem mag es nur idiotisch erscheinen, an Hanfseilen, die lediglich mit Knoten und Ösen versehen sind (mehr schlecht als recht gesichert), an Fassaden herunter zu turnen.

Ich verstehe die Konsequenz, auf professionelle Seilsicherungen zu verzichten, allerdings vollkommen. Was die Jungs machen, ist die pure Lebensfreude. Zuletzt haben sie die auf einer Berliner S-Bahn ausgelebt, indem sie dort mit Stühlen, Sitzbank und Tisch ausgestattet, vom Fahrtwind zerzaust gepicknickt haben. Oder genauer gesagt: Sturmwein getrunken.

Der Spießer wird natürlich nie verstehen, dass man solchen Wagemut gar nicht billigen muss, um ihn zu verstehen! Gleichzeitig käme der aber auch nie auf die Idee, z.B. einem Astronauten seinen Job zu verbieten, obwohl auch der „bloß“ sein Leben aufs Spiel setzt. Dies nur als kleine Anregung zur Entwirrung vorgefertigter Hirnknoten …

Berlin-Kidz-01-web Berlin-Kidz-02-web Berlin-Kidz-03-web Berlin-Kidz-04-web Berlin-Kidz-05-web


Darco FBI »niveau supérieur«:

OZM Art Space Gallery
Bartelsstraße 65

Öffnungszeiten während laufender Ausstellung:
Donnerstags, von 13 bis 19 Uhr
Samstags, von 13 bis 23 Uhr
 
Die Ausstellung läuft noch bis 24. September.
Dann geht nach 10 Jahren die Ära der OZM-Galerie zu Ende.
Das Haus wird abgerissen.

Berlin Kidz:  “Picknickausflug” auf fahrender S-Bahn


Und hier der echte Kracher für alle, die die Arbeit von Berlin Kidz ausführlich kennenlernen möchten: Berlin Kidz im 1,5-Stunden-Video


Es lebe der Sprühling!

 

 

Triptychon soll heißen

Es ist so: Ein Kunstwerk hat einen Titel. Oder nicht. Das ist dann hilfreich. Oder nicht. Titel können ein Werk benennen, sie können es erläutern oder erweitern und so zum Verständnis beitragen. Oder absichtsvoll Gegenteile bewirken, in die Irre führen und verschleiern. Titel können wichtig oder unwichtig sein. Mancher Künstler titelt konsequent gar nicht, andere Künstler titeln ausschließlich kryptisch, was praktisch ein- und dasselbe ist.

Viele Künstler machen es hingegen in vollverblödeter Eitelkeit. Da kommt dann sowas raus, wie „Sonnenblume vor Herbstlandschaft“, „Stehender Halbakt am Klavier lehnend im Schlagschatten“ oder noch üblere Scheiße. Solche Titel sind gar keine, es sind Bildbeschreibungen. Pseudotitel wurden ursprünglich vor ein paar hundert Jahren von Sammlern, Archivaren und Kauzen erfunden, um die zusammen gerafften Fluten in Museen und Sammlungen ordentlich ablegen und wiederfinden zu können. Wenn der ganze titellose Kram unter o.T. in den Karteikästen lungert, blickt man nicht mehr durch. Also wurde er alphabetisch sortiert, mit Hilfe von Worten und Erläuterungen, die dann auf die Kärtchen neben den Bildern in den Museen und Sammlungen gewandert sind. Dort hat die Blumentopftitelei ihren Ursprung – und Sinn.

Wer heute so titelt, hält sich entweder für einen verkannten Meister, wähnt sich bereits im Museum oder hat sonst irgend ne Vollschramme weg. Genau dort findet man auch den beliebten Schwachsinn, „Ohne Titel“ zu titeln. Wenn einem kein Titel einfällt, dann hat ein Bild halt keinen Titel. Es heißt dann nicht „Ohne Titel“, es ist dann einfach ohne Titel. Weil diese Info so wichtig ist, wie die Konfektionsgröße von Omas in Sagrotan getunkter Unterwäsche, wird sie gekürzt: o.T.

Es ist ein weites Feld mit den Titeln. Ich stecke bis zum Hals in der Kunst, über solche Dinge nachzudenken, führt bei mir fast automatisch zu einer Auseinandersetzung, die das rein Geistige übersteigt – und im Geistreichen fassbar macht. Unfassbar fassbar, in Form von Kunst. Ein Ergebnis ist

„Das Bild, das montags Dienstag heißt“. 

Iven Einszehn: „Das Bild, das montags Dienstag heisst“
Acryllack, Ausziehtusche, Ritzungen, Lack auf Leinwand
70 x 70 cm

 

Ein Bild ohne Bild. Es ist geschriebenmalt. Ein Schriftbild. Ein Bild, das lediglich aus seinem Titel besteht. Und den fett adrett in die Gegend hält. Ist das selbstbewusst oder dreist, von dem Bild, von dem Titel, von dem Titelbild, von dem – ja was denn nun?!

Man sollte sich an der Forderung des Titels ruhig einmal versuchen: Wenn „Das Bild, das montags Dienstag heißt“ am Montag „Dienstag“ heißt, ist der eigentliche Titel dann in Wahrheit falsch, und wie sollte das denn gehen? Das Bild kann ja nur entweder am Montag „Dienstag“ heißen, dann heißt das Bild gleichzeitig montags aber nie „Das Bild, das montags Dienstag heißt“, obwohl dies und nichts anderes draufsteht. Hat das Bild demnach nur montags einen Titel, alle anderen Tage keinen? Oder heißt es alle anderen Tage „Das Bild, das montags Dienstag heißt“? Oder gilt der eigentliche Titel jeden Tag, unabhängig davon, in welcher Art er angewendet werden soll. Darf man den Dienstag also ignorieren? Überhaupt: Wieso und wieso sollte ein Bild überhaupt ausgerechnet „Dienstag“ heißen! Da steckt doch irgendwas dahinter!

So einfach schwierig, wie sich das erörtern lässt, ist die Sache in Wahrheit nicht. Denn der Titel ist eben ­mehr als das, was er vorgibt zu sein: nämlich ein Titel. Er ist eine Handlungsanweisung. Ein Befehl geradezu. Wenn man den befolgt, kann man das Bild nur an Montagen einwandfrei benennen. Alles andere an allen anderen Tagen wäre allenfalls so etwas wie ein kunstgeschichtliches Zitat. Denn die Kunstgeschichte dieses Bildes beginnt exakt in dem Augenblick, wo man sich daran die Hirnwindungen verdreht.

Ich bin echt zufrieden mit dem Ding, aber das habt ihr eh geahnt. Der Titel selbst, der üblicherweise eher eine Dreingabe ist zur Kunst, erhebt sich hier zur Kunst. Da geht noch einiges.

Neben der mit „Das Bild, das montags Dienstag heißt“ vorgeführten voll vorsätzlichen Verkomplizierung von Titeln, gibt es mit Titeln ein Problem von vordergründig recht schlichter Natur:

Es gibt Werke, die benötigen einfach keinen Titel, der Künstler weiß das, und es kümmert ihn nicht, nicht in der Weise, da würde was fehlen oder so. Andere Werke brauchen hingegen ganz dringend einen Titel, fast egal welchen, ohne Titel sind sie bedeutungslos. Wenn ein Künstler genauso ein Werk geschaffen hat, aber ihm fällt nichts ein, dann hat er ein Problem.

Das ist mein Problem mit dem Triptychon. Wochenlang will ein Titel durchbrechen in mir, aber er schafft es nicht. Er nervt nur beständig mit dem Gefühl an eine Gewissheit, die ich nicht zu fassen kriege. Ich hätte das Ding einfach „Mai-Triptychon“ nennen können, denn im Mai habe ich es beendet. Die Sache wäre erledigt gewesen, und niemand hätte sich dran gestört. Es ist aber nicht bloß das „Mai-Triptychon“.

Deshalb habe ich mich umgefragt, was andere im Triptychon sehen und um Titelungen gebeten. Ich habe mit gar nicht viel gerechnet und wurde reichlich beschenkt: Mit Titeln, die so naheliegend sind, aber mir nie in fünf Jahren nicht in den Sinn gekommen wären, mit Titeln von so abseitiger Korrektheit, dass ich neidisch werde vor solchem Einfall.

Es ging mir in Wahrheit nicht bloß um einen Titel, sondern um eine Erweiterung. Nachdem ich das „Dienstagsbild“

Also halt mal!

Ist es überhaupt zulässig, in dieser Form darüber zu reden! In vollkommener Vernachlässigung seines Wertes, der allein im Titel und dem komplizierten Umgang damit besteht! Ich habe nie ein „Dienstagsbild“ geschaffen. „Dienstagsbild“ ist ein Spitzname, ähnlich wie „Mona Lisa“ oder Holland. Eine pure Frechheit ist das, eine grobe Geringschätzung. Eine derartige Verhöhnung meiner Leistung werde ich mir nicht gefallen lassen, nicht einmal von mir selbst!

In Wahrheit hatte ich eine weitere Titelspielerei vor, indem ich einem Werk für jeden Wochentag einen anderen Titel verpasse, sodass ein- und dasselbe Werk an jedem Wochentag eine andere Deutung produziert. Mich reizt, dass das nicht stimmen kann. Ein Bild ist nämlich nicht Sieben. Ein Bild ist ein Bild.

Das Triptychon hat deshalb Montags- bis Sonntagstitel. Hängt es irgendwann in einer Ausstellung oder gar im Museum, muss jeden Tag das Kärtchen von der Wand gekratzt und ersetzt werden. Stattdessen eine bequeme Liste hinzuhängen, wäre eine faule Sache, ein Eingriff ins Werk, eine Verfälschung, eine Urheberrechtsverletzung. Ich habe das Werk so nicht geschaffen, nicht mit einer Liste als Titel. Auch das reizt mich.

Morgen ist Montag. Morgen veröffentliche ich das Triptychon und seinen Montagstitel. Und ich stelle euch den Titelstifter gebührend vor …

SUGAR im Barmbeker Rundbunker

Wer es gestern nicht geschafft hat, zur Eröffnung zu kommen, sollte sich beeilen: Die Ausstellung SUGAR im Barmbeker Rundbunker ist nur noch heute ab 14:00 zu besuchen. Im Barmbeker Rundbunker ist für gewöhnlich die Boutique Peggis Schwester ansässig. Dank Sebastian Hack, Initiator der Ausstellung, haben deutsche und schweizer Künstler den Bau in ein temporäres Gesamtkunstwerk verwandelt.

SUGAR: Gesamtkunstwerk

Schon beim ersten Schritt in die Ausstellung empfängt einen der Geruch von Lack. Man ahnt, dass das letzte an die Wand gesprühte Werk erst vor fünf Minuten beendet wurde, weiß aber nicht, dass der Bunker schlecht zu belüften ist. So hält sich das typische Aroma von MOLOTOW-Dosen und umnebelt einen heftig, während man den Bunker nach oben steigt und sich Werk um Werk über die Nase ins Gedächtnis prägt. Ein praktischer Nebeneffekt, denn die Verknüpfung von Geruchssinn und Erinnerungen ist nicht zu unterschätzen.

SUGAR: Bobbie Serrano

 

SUGR: Bobbie Serrano

Immerhin braucht man, umweht vom Gas der Kannen, nicht ganz so viele Biere, um besoffen zu werden, als besuchender Künstler fühlt man sich sofort zu Hause und mit dem ersten Atemzug wird deutlich, worum es in dieser Ausstellung geht bzw. was die Künstler in all ihrer Unterschiedlichkeit eint: Es ist die Straße. Allesamt sind sie Streetartkünstler, haben ihre Wuzeln im Graffiti oder bedienen sich der anarchistischen Techniken – die zugegeben bei der Verwendung im Atelier immer etwas von ihrem Reiz verlieren. Denn eine Kalligrafie, ein Graffiti oder ein Bombing entwickelt an der Wand und in der Hermetik einer Ausstellung nie die Kraft, die Wirkung und Bedeutung, die es auf der Straße durch seine Umgebung und den Kontext des Verbotenen erhält.

SUGAR: OneTruth + Gesamtkunstwerk

 

SUGAR: Gesamtkunstwerk Detail

Zu entdecken gibt es dennoch viel großartige Kunst, mal unverkennbar nah dran an der gemeinsamen Herkunft, dann in vollkommener Ferne, so dass im Werk keine unmittelbar sichtbare biografische Notiz verbleibt. Dies ist aber unerheblich, denn in der Kunst geht es allein um die Kunst. Über Ursache und Wirkung lässt sich viel und gerne reden – darauf reduzieren muss man aber nichts. Bestes Beispiel hierfür: die herausragenden Gemälde von Tobias Kroeger, in denen er die Gesichter in Farbbalken zerlegt, in abstrakte Landschaften und in geometrischen Zerfall, wodurch diese Bilder den Betrachter mit der Deutung vollkommen allein lassen. Genau genommen aber: einen genau damit reichhaltig beschenken.

SUGAR: Tobias Kroeger

 

SUGAR: Tobias Kroeger

Auch ohne die Kunst ist der Ort einen Besuch wert, denn der Rundbunker ist die architektonisch optimale Lösung, möglichst viele Menschen auf geringem Platz unterzubringen. Der Turm ist eine einzige sich selbst verschlingende Etage, in der es auf einer geschwungenen Rampe vom Erdgeschoss bis unter die Decke geht. Bei der Begehung kann einem schwindelig werden. Man mag sich kaum vorstellen, wie die Menschen in Barmbeker Bombennächten auf dieser Rampe verharrten, Stunde um Stunde, dicht an dicht, auf schiefem Grund.


SUGAR ARTEXCHANGE
Rundbunker Barmbek
Wiesendamm 7 (direkt S/U-Bahn Barmek)
NUR NOCH HEUTE, 16. April, 14:00 – 22:00
Aftershow Party im Molotow: Heute, 16. April 23 Uhr – open end

 

Künstler: Rips 1 / OneTruth / Dr. Drax / Pase / Tobias Kroeger / Base 23 / Frau Meier / Ona Sadkowsky / Fred Naujoks / kasi / RobiTheDog /  Bobbie Serrano / Oibel / Kera / Attidude / Thomas Koch (Strassenkoeter) / Kilian Vilim / Mark Freiboth

Wie hässlich ist Stade?

In meiner Besprechung zur Hannah-Höch-Ausstellung im Kunsthaus Stade kam ich nicht umhin, meine Sicht auf die Stadt darzustellen, die ich als aseptische Provinz wahrgenommen habe. Auf facebook wird jetzt seitens StadeTourismus nachgehakt, und ich bin gespannt auf die Rückmeldungen.

Wenn Du Stade kennst oder sogar höchstpersönlich Stade bist, darfst Du deine Meinung auch gerne hier über die Kommentarfunktion loswerden …

Snapshot_Facebook-StadeTourismus

Die Welt ist 100 Jahre DADA

Morgen in junge Welt:

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snapshot junge Welt v. 17.12.2015

 

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Die Welt ist seit 100 Jahren DADA

Zum 100. Geburtstag von DADA schenkt das Kunsthaus Stade Hannah Höch eine Werkschau
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(c) Iven Einszehn „Hannah Höch DADA“
(Weiterentwicklung: Sieht aus, wie eine Collage, ist aber eine KeineCollage: Das Collé einer Faltung / cutout und Bleistift auf Karton.)

Stade ist ein seltsamer Ort. Eine legolandartige Kleinstadt, in der die adrett zurechtgemachten Fachwerkhäuser, eins hübscher als das andere, jeden Tag gezählt werden. Mancher Rentner, der durch die hermetisch zugepflasterte Innenstadt von Stade stolpert und sich am pittoresken Postkartenambiente der lackierten Fassaden ergötzt, wird einen Menschen wie mich, der dieses Ambiente abstoßend findet, kaum verstehen. In seiner vollkommenen Schönheit ist Stade auf perfide Weise potthässlich. Diese geleckte Welt kommt nämlich ohne Spuren lebender Menschen daher. Auch am hundertsten Häuschen ist nichts Individuelles auszumachen, so als wäre es der Bevölkerung per Stadtverordnung verboten, Gedöns ans Haus zu nageln, Blumentöpfe oder Figürchen vors Haus zu stellen, gar kleine Vorgärten anzulegen. Entfernt man die zufälligen Passanten von den Straßen, ist alles Lebendige ausradiert. Man muss lange suchen, um irgendwo ein abgestelltes Fahrrad zu entdecken, noch länger für einen Aufkleber an einem Laternenpfahl oder gar einen Blumenkasten vor einem Fenster. Stade ist die vollkommene Künstlichkeit, die Imitation der Idealstadt. Ausgerechnet hier, in der aseptischen Provinz, in der man allenfalls die jährliche Präsentation der Bewohnerklone erwarten dürfte, wird der 100. Geburtstag von DADA eingeläutet.

DADA betrat am 05. Februar 1916 in Zürich mit einem Paukenschlag die Welt, eroberte im Handstreich Europa und schaffte über Paris, Berlin, Hannover und Köln in Windeseile den Sprung über den großen Teich nach New York.  Man darf die DADA-Bewegung guten Gewissens als Initialzündung der modernen Kunst bezeichnen. DADA brach mit allem, was üblich und gängig war. Herkömmliche Betrachtungen wurden abgelegt, neue Sichtweisen, Arbeitsweisen und Techniken wurden erprobt und erfunden. Die Geburt DADAs war nichts Geringeres als der Anspruch, die Welt zu verändern.

Wer von Kunst keine Ahnung hat, ahnt gar nicht, in welch tiefgreifender Weise dies gelungen ist. Unser Verständnis von und für Kunst, Ausdruck und Gestaltung ist in seiner Vielfältigkeit so selbstverständlich, dass wir die reichhaltigen Rückgriffe auf DADA bzw. seine Einflüsse im Umgang mit Material und Ausdruck nicht wahrnehmen. Typographie, Buch- und Zeitungsdruck, Illustration, Werbung und Reklame aller Art, Film, Theater, Tanz, Literatur und Dichtung und nicht zuletzt die bildende Kunst in all ihren Facetten – all das fußt auf dem Fundament dadaistischer Befreiungen und Schöpfungen. Allen voran: Auf der Collage, vielleicht dem dadaistischen Ausdrucksmittel schlechthin. Seit Jahrzehnten wird hierzulande jedes Schulkind mit dieser bahnbrechenden Technik vertraut gemacht, so dass die Collage manchem eher als Kinderei gilt. Völlig zu Unrecht.

Das Kunsthaus Stade widmet einer der Erfinderinnen der Collage eine kleine Werkschau: Hannah Höch, Dadaistin der ersten Stunde und neben Sophie Taeuber einzige Protagonistin der DADA-Szene. Obwohl Hannah Höch ihrem ureigenen Medium, das sie auch in die Malerei, in Kostüm- und Bühnenbild übertragen hat, bis zu ihrem Tod 1978 treu geblieben ist, widerfährt ihr permanent ständige Ungerechtigkeit. Ihre kunstgeschichtliche Bedeutung ist zwar unbestritten, gleichzeitig wird sie dennoch dauernd in einem Atemzug mit ihren männlichen Kollegen genannt. Vielleicht soll sie das adeln. Vielleicht sollen damit ihre intensiven Freundschaften und langjährigen Arbeitsbeziehungen zu den herausragenden Künstlern ihrer Zeit herausgestellt werden. In Wahrheit beschneidet das ihren Rang in unerträglichem Maße, in Wahrheit ruht hierin ein beständiger Vorwurf an ihre Schwanzlosigkeit. Denn wäre Hannah ein Hans oder Hannes Höch gewesen, würde man den nicht dauernd in Nebensätze verpacken. Dann würde man Max Ernst, Hans Arp, Hugo Ball, Kurt Schwitters, Richard Huelsenbeck, Raoul Hausmann, Johannes Baader, John Heartfield, George Grosz und wie sie nicht alle heißen an Höch messen – und nicht umgekehrt.

Das Kunsthaus Stade ist ein charmanter Ausstellungsort. Auf seinen drei Etagen schaffen die niedrigen Deckenhöhen des Fachwerkgemäuers, in dem allzu Großformatiges nicht gezeigt werden kann, zwangsläufig eine fast private Atmosphäre. Hier wähnt man sich eher in den Räumen eines Privatsammlers, denn in einer musealen Galerie. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die Zusammenstellung der Schau. Die etwa 80 Exponate sind nicht aus den Museen der Welt zusammengetragen, sondern vorrangig aus privaten Sammlungen und dem Nachlass Höchs. So ergibt sich eine einmalige Gelegenheit auf die Entdeckung so mancher kleinen Meisterwerke, die der Öffentlichkeit ansonsten kaum zugänglich sind, und nebenbei auch ein Blick in Hannah Höchs privates Fotoalbum, mit dem man sich gerne in ein stilles Eckchen zurückziehen würde. Festgehalten für die nächsten 100 Jahre DADA ist die Ausstellung im absolut empfehlenswerten Katalog von Sebastian Möllers und Luisa Pauline Fink.

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Ausstellung: „Vorhang auf für Hannah Höch“
Kunsthaus Stade
Wasser West 7, 21682 Stade
bis 21. Februar 2016
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Katalog:„Vorhang auf für Hannah Höch“
Sebastian Möllers und Luisa Pauline Fink
Michael Imhof Verlag, 96.S, € 22,90
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Neu: Iven auf Twitter

Neues Buch: Es geht auch ohne Elke, Elke

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  • Taschenbuch: 114 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent; 3. Auflage
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1517683475
  • ISBN-13: 978-1517683474
  • € 6,01

Erhältlich bei Amazon

Lack im Kopf / The Stupid Alex

Lack im Kopf

The Stupid Alex

 

Die Bildwelten von The Stupid Alex, wie Alexander Schäder sich nennt, sind unverkennbar mit der Streetart verknüpft. Alex bedient sich nicht bloß Techniken des Graffiti, seine Kunst kommt genau dort her: Alex hat immer ne Dose Lack im Kopf. Auch wenn er im stillen Kämmerlein auf Leinwand, Papier oder Holz arbeitet, wenn er druckt, Shirts macht oder ins Skizzenbuch kritzelt.
Hockt er zu Hause und braucht mal frische Luft , drückt er auf den Sprühkopf einer Dose, um das Aroma des Glücks in die Umgebung zu entlassen – da bin ich mir ganz sicher.
Für Alex könnte man glatt den Slogan „Can for can – you can“* kreieren.
Apropos Lack im Kopf. Köpfe haben es Alex ohnehin angetan. Immer wieder tauchen bei ihm auf Köpfe reduzierte Menschen und Gestalten auf, mit hohem Wiedererkennungswert. Fast immer Frontalansichten von Gesichtern in Linien, Muster, vordergründig dekorative Elemente und scheinbare Flächen zerlegt. Mir erscheinen sie wie „Gesichtszerfetzungen“, die innere Zerrissenheiten offenbaren, ohne Details zu verraten. Sie sind damit deutungsfrei im besten Sinne, sie belästigen nämlich nicht mit einer Botschaft, die man bitteschön verstehen sollte. Zu verstehen sind diese Bildnisse vielmehr auf einer intuitiven, emotionalen Ebene. Wer hierfür eine Anleitung braucht, dem ist nicht zu helfen, und mit Kunst schon gar nicht. Der bleibt ein Gefangener des Konkreten und führt damit ein bedauerlich unpoetisches Dasein.
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„Würfelkopp“, Siebdruck von The Stupid Alex
Vom Kopf zum Totenkopf ist es nur ein kleiner Schritt. Totenköpfe sind seit Jahren beliebt – als Symbol, als Sujet, als Marke. Ob Bands, Fußballverein, Mode, Gebrauchsgegenstände, Körperschmuck oder Kunst, die Dinger schädeln durch alle Bereiche des Alltags, oft so schlecht gemacht, dass sie einem nur noch Kopfschmerzen bereiten. Totenschädel sind längst auch unverzichtbare Bestandteile des künstlerischen undergrounds, man findet sie an Hauswänden, auf Stickern und allerorten. Keine Überraschung erst mal, dass auch Alex sie malt.
Umso verblüffender eine kleine Zeichnung in einem seiner Skizzenbücher: Ein über Eck entworfenes Ding, eine quadratische Variante, ein Würfelkopp. Ich war sofort begeistert und hab Alex vorgeschlagen, das zu seinem Markenzeichen zu machen. Es ist nämlich so: Der Inflation von Totenköpfen etwas Neues hinzuzufügen, gelingt kaum noch. Mit dem Würfelkopp, oder wie auch immer man das Ding bezeichnen mag, hat Alex der Schwämme an Skullys eine kleine, richtig oberfeine Idee hinzugefügt.
Man liest und hört immer wieder von sogenannter „neidloser Anerkennung“. Das ist eine ganz und gar sinnlose Worthülse, weil sie sich das eigentliche Bekenntnis, das zum Ausdruck kommen soll, gar nicht traut. Ehrlicher Neid ist nur im ehrlichen Bekenntnis von Wert: Die Idee mit dem eckigen Schädel hätte ich gern gehabt. Darauf bin ich voll neidisch. Und zwar jeden Tag.

(* Zum Verständnis für Szenefremde: Ne Dose Lack ist ne Kanne.)

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aktuelle Ausstellung
"Human Disorder"
Salon Klotz
Holländische Straße 73 / Kassel
Freitags und Samstags ab 18 Uhr
bis 28.05.2015
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The Stupid Alex
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Fette Beute. Reichtum zeigen

Artikel zur Ausstellung „Fette Beute. Reichtum zeigen“

im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg:

Junge-Welt-Fette-Beute

(veröffentlicht in junge Welt vom 23.10.14)

Die Ausstellung läuft noch bis 11. Januar 15

Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, HH (Hbf.)