Antigrau

Iven Einszehn: „Antigrau“
Urbanart-Objekt

Es lebe der Sprühling!

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Der Sprühling naht …

… da arbeitet sich mancher an ungemütlichen Tagen schon mal warm …


Borg Art:

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Iven Einszehn: „Borg Art“
Pasteup / Transparent
Stencil / Lack auf Papier / H 50 x B 480 cm

 

Zum Glück sind die Städte randvoll mit Wänden, deren Eigenschaften man den eigenen hinzufügen kann. Dabei sollte die feindliche Übernahme grauer Betonwände, die immer wieder betongrau gestrichen werden, gar nicht bestraft werden — eher die Bauherren und Hausherren wegen ästhetischer Umnachtung.

Ich seh’s eh sportlich, in diesem Sinne: Catch me, if you can.

 

St. Georg against Putin

St. Georg ist nicht gerade eine Hochburg der streetart. Man muss schon mit wachen Augen die Nebenstraßen erforschen, die Durchgänge und Hinterhöfe, um die wenigen Graffiti, Pasteups, Gekacheltes und sonstige Einmischungen zu entdecken.

In den letzten Monaten machen dem Kolibri, welcher inflationär an jeder Ecke herumflattert (und mir über die Jahre in der beständigen nichtssagenden Wiederholung nur noch auf ’n Sack geht – spätestens, seit er es aufgrund seiner belanglosen Gefälligkeit als Deko in die Schwulenpresse geschafft hat) ein Putin-Hasser breit: Einfallsreich, wachrüttelnd, aufsässig.

Lass dich nicht erwischen und bleib kreativ, bin schon gespannt auf die nächsten Stencils aus deiner Nacht- und Nebelproduktion. Wie wärs, wenn Du den (Schwarm der) Kolibri(s) mal überarbeitest, indem ihm ein kleines Meisterwerk in den Arsch fickt.

Oder muss ich wieder alles selber machen 🙂

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Stencil in St. Georg: „bloodymir putin“
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Stencil in St. Georg: „It’s PutinBitch“
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Stencil in St. Georg: „Putin is gay“

 

Es lebe der Sprühling!

Halbes Wohnzimmer von PUSH

Die Jungs von PUSH beglücken uns Hamburger schon lange mit ihren prima 3D-Objekten. Ihre Arbeit gehört zum Besten, was die Kunst im öffentlichen Raum zu bieten hat.

Leider sind die Arbeiten von PUSH so beliebt, dass die Dinger nie lange hängen bleiben. Schade eigentlich …

… obwohl man bei den Preisen, zu denen die Objekte käuflich sind, schon den einen oder anderen Galeristen im Verdacht haben darf, der sich den Kram weglegt für später … 🙂
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Halbes Wohnzimmer von PUSH.
Irgendwo in der Hamburger Innenstadt.

PUSH_001-web  PUSH

Ich hätte auch gern eine Plastik von PUSH.

Ich klau aber nur politisch korrekt, also bei KARSTADT!

Es lebe der Sprühling!


OZ und Anti-OZ und Anti-Mensch: Siemens

Es tut sich was bei Siemens!

Vor einigen Jahren wurde der Lindenplatz vorm Siemenssitz in St.Georg aufgehübscht. Unter Bürgerbeteiligung. Im Ergebnis ist vor allem eins festzustellen: Bunte Blumenbeete wollten die Bürger auf gar keinen Fall!
Lieber Steinklötze, die man nach Einbruch der Dämmerung leicht übersieht, und an denen sich schon so mancher die Fresse eingeschlagen hat. Außerdem total geistlos in den Platz  eingelassener Lichterfirlefanz. Und immergrüne heckenartige Pflanzungen, die aussehen wie zu lang geratene Billiggrabstätten und einfach nur im Weg herumstehen. Gefällt nicht mal Oma.
Ach ja und zwei Brunnen, die keine Brunnen sind. Es sind nämlich nur mit Wasser gefüllte Tröge. Monstervogeltränken. Fußwaschbecken. Was weiß ich.
Der Lindenplatz ist alles in allem eine hingefrickelte Planlosigkeit. Sinnlos und dumm. Ein Gruß an alle Planer und Beteiligten, die ich immer schon fragen wollte: Was ist eigentlich so schlimm daran, sich mit Dingen zu beschäftigen, von denen man ein bißchen Ahnung hat?
Immerhin erfreut sich der Lindenplatz bei Randständigen, Obdachlosen und Jugendlichen einiger Beliebtheit.
Immer dann, wenn sich Menschen gern an einem öffentlichen Ort aufhalten (sei es der Hauptbahnhof oder der Hansaplatz oder der Jungfernstieg – oder eben jetzt der Lindenplatz), gibt es ein Problem: Wie kriegt man die Menschen weg? Da stehen diese hübschen Bänke und die Leute setzen sich da einfach drauf! Manche liegen dort sogar – die ganze Nacht.
Wenn überwachen und warnen nicht hilft, dann hilft nur eins …
Ueberwachen_Siemens-web  Warnung_Siemens-webSiemens guckt und Siemens warnt!
Is ja nett ...
… Bänke wegmachen.
Bank_wegmachen_Siemens-webSiemensgebäude.
Sitzbanknische ohne Sitzbank.
Die Menschen wurden durch Mülltonnen ersetzt.
Auch ein Bekenntnis.
Hübsch geworden.

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Noch ein Bekenntnis:
Siemens frisst auch Hamburger!

Und jetzt, wo der Platz ganz ohne Menschen zu einer fast aseptischen Vollkommenheit aufblüht, hat Siemens sich auch seiner häßlichen grauen Betonsäulen, eine jede mit einem fröhlich gekrakelten Kringel von OZ verziert, angenommen.

Die scheißhäßlichen Säulen imponieren seit Neuestem allen Ernstes mit hirnverbrannten grauen Flecken.
OZ_Siemens-webOZ.
Siemens-Säule.

Anti-OZ_Siemens-web

Anti-OZ.
Made by Siemens.

Zur Rettung und Förderung des Frohsinns
gibts als Bonus die OZ-Schlangen:

OZ-Schlange-002-web OZ-Schlange-001-web

OZ-Schlange-004-web OZ-Schlange-003-web

Es lebe der Sprühling!

Spiegelberger, Pate der Kunst, kurz: BANKSY,-

… es soll nicht mein hauptamtliches Hobby werden, mich um diesen Fall zu  kümmern, aber ich muss zu meiner Einlassung Endlich: Banksy in Hamburg gecrosst nachlegen, denn prompt wird ganz eifrig an der Wertspirale geschraubt.
Nach Pressemeldungen soll im Namen der Spiegelberger Stiftung nicht nur eine Restaurierung stattfinden, es soll auch ein sicherer Ort für die Betonsäule mit dem Banksy gefunden werden, die Kulturbehörde ist bei dem Gedanken grundsätzlich mit im Boot. Anvisiert durch Rene S. Spiegelberger war prompt der Platz vor der Elbphilharmonie, weil voll öffentlich und kameraüberwacht – ein Idealort also für illegale Kunst, die plötzlich irgendwie erlaubt ist.  Nach Spießervorstellungen vielleicht.
Offen gesagt, ich finde die Idee dermaßen bescheuert, dass sie schon wieder gut gewesen wäre, wäre in der Kulturbehörde nicht irgendeinem übereifrigen Mitarbeiter aufgefallen, dass es für den Platz bereits aalglatte andere Vorstellungen gibt (!).
Die Idee ist nämlich unfreiwillig reizvoll: Ein Stencil an genau diesem Ort würde selbstverständlich sofort andere Streetartkünstler dazu beflügeln, der Umgebung etwas hinzuzufügen. Und die Hafencity kann ganz dringend etwas Lebendigkeit vertragen! Es hält sich ja hartnäckig das Gerücht, dass dort sogar richtige Menschen leben, in diesem stets als „Stadtteil für alle“ propagierten Architekturgeschwür. (Für alle, die es echt noch nicht mitbekommen haben, „für alle“ meint diejenigen, die ordentlich Kohle haben, nicht die drei Alibivertreter des Prekariats, die dort Sonntagnachmittags ausgestellt werden.)
He, Du Spiegelstiftungsdingsdaberger, mal locker von Idiot zu Idiot: bleib dir treu und überrasch uns weiterhin mit blöden Ideen! Seit Klausmartin Kretscher (hab nie herausgefunden, ob der sich Klaus-Martin, Klaus Martin oder Klausmartin schreibt, drauf geschissen) uns nicht mehr als kultureller Zwangsbeglücker der Menschheit nervt, war es ja Zeit für einen neuen hauptamtlichen Kulturfatzke. Willkommen im Club der Ungefragten.
Deine Stiftung nimmt für sich in Anspruch, jungen Menschen die Kunst näher zu bringen und die junge Kunst zu fördern. Da gibt es beispielsweise Veranstaltungen an Schulen, ok, warum nicht? Wenn Du dein Image noch mehr aufpolieren willst, solltest Du auch noch die Moscheen in Harburg und Altenheime mitnehmen. Es geht in Wahrheit nicht um ein heeres Ziel. Die Spiegelberger Stiftung fördert nämlich keine jungen Künstler, vielmehr befördert sie diejenigen jungen Künstler, die bereits einigermaßen angesagt sind, gerade im Kommen, kurz vor der Schwelle zum richtig-teuer-Werden, damit diese richtig teuer werden. Man müßte sehr naiv sein, wenn man annähme, die finanziellen Privatinteressieren des Kunstsammlers Spiegelberger spielten hier keine Rolle!
Nach Pressemeldungen hat die Spiegelberger Stiftung mittlerweile Anzeige wegen Sachbeschädigung gestellt. Ob die Polizei gelacht hat, weil sie nicht weiß, wo sie Wichtigtuerei abheften soll? Lieber nicht drüber nachdenken, man käme höchstens zu dem Schluss, Spiegelberger – als ungebetener Pate des Werkes – nähme an, das Kunstwerk wäre aufgrund seines Engagements längst in seinen Besitz übergegangen oder „wenigstens“ Teil seiner tollen Stiftung (Verzeihung, muss natürlich Stiftung,- heißen). Zuletzt wurde gestern die Säule mit dem Banksy komplett in Holz verpackt, damit nicht noch Schlimmeres geschieht, bevor man endlich weiß, wohin damit. (Für 5 bis 12 Euro Eintritt, ich kann ein bißchen hellsehen.)
Um es abzukürzen: Das alles geht gar nicht.
Jede Form von Streetart ist ein Geschenk an die Allgemeinheit.
Kurzanleitung 1: Du darfst so ein Kunstwerk im öffenlichen Raum stehlen, wenn Du meinst, Du könntest ohne den persönlichen Besitz nicht leben, Du denkst, es wäre bei dir besser aufgehoben, sogar wenn Du darauf spekulierst, Du könntest das Teil mal schön bei Ebay verscherbeln. Ganz einfach: Lass dich bloß nicht von den Falschen erwischen, dir wird vielleicht die Fresse lackiert!
Kurzanleitung 2: Du darfst ein Kunstwerk im öffentlichen Raum übermalen, wenn es dir nicht gefällt oder Du meinst, es besser zu können. Ganz einfach: Lass dich bloß nicht von den Falschen erwischen, dir wird vielleicht die Fresse lackiert!
Spiegelberger Stiftung und Kulturbehörde spielen sich hingegen völlig überzogen zum Hüter des Allgemeinguts auf. Aneignungen höherer, geistiger Natur stehen niemandem zu.
Das verlangt danach, dem einen Strich durch die Rechnung zu ziehen. Die Illegalität der Szene ist und bleibt relevant.

Es lebe der Sprühling!

Endlich: Banksy in Hamburg gecrosst

Großer Aufreger quer durch die Presselandschaft*: Das einzige Banksy-Stencil in Hamburg wurde gecrosst. Endlich. Ich hatte mir selbst immer mal vorgenommen, da drüber zu gehen, war aber schlicht zu faul. Manchmal bin ich es aber auch leid, alles selber zu erledigen.
Ich sage also ganz gepflegt: Danke.
Snapshot-Focus
Snapshot Focus 25.02.2015
Bin nur ich irritiert oder hab nur ich kapiert, wie Streetart funktioniert?
Streetart ist lebendig und vergänglich, sie lebt vom Entstehen und Vergehen.
Die konservatorische Maßnahme, die hier durch die Anbringung einer schützenden Plexiglasplatte vorgenommen wurde, ist allein dem kapitalistischen Denken geschuldet. Würden Banksys auf Auktionen keine exorbitanten Summen bringen, hätte hier keine Sau „Erhaltungsdruck“ verspürt. Der ist auch erst entstanden, als Banksy schön berühmt und teuer wurde!
Das gecrosste Stencil selbst darf man getrost als künstlerisch banal bezeichnen, das einzig Herausragende an dem Ding ist der Name des Künstlers. In Hamburg gibt es massenhaft Arbeiten ähnlicher und nicht selten wesentlich höherer Qualität. Krampfhafte Vereinnahmungen sucht man vergeblich, ganz im Gegenteil: Wo nicht Banksy draufsteht, handelt es sich um Sachbeschädigungen. Wer auf frischer Tat beim Schablonieren erwischt wird, wird nicht aus der Wand gefräst und landet im Auktionshaus, sondern vor Gericht. Dass im Fall des gecrossten Banksys nun die Polizei wegen Sachbeschädigung (sic!) zuständig sein soll, darf einen da wundern.
Nebenbei bemerkt: Streetart erfüllt ganz bestimmt nicht ihren Zweck, wenn sie zum Touristenbunt banalisiert wird, wie im Fall des Hamburger Banksys (oder demnächst so mancher Hinterlassenschaft von OZ) …

Aber ich will mal nicht so sein. Ich bin ja durchaus imstande, auch die andere Seite zu bedenken: Schlimm, schlimm, dass Hamburg nun ganz und gar ohne Banksy auskommen soll. Das geht ja nun auch nicht. Sobald das Wetter besser wird, mach ich der Stadt gleich n ganzen Haufen neuer Originale. Geht ja flott!

Es lebe der Sprühling!

 

(* Allein auf Urbanshit findet die Sache Erwähnung, ohne sie verlogen zu bejammern . Ist überhaupt ein empfehlenswertes Portal.)

 

Mopo at its best!

Niemand soll behaupten, die Hamburger Morgenpost würde uns nicht regelmäßig mit Schlampigkeiten versorgen. Wer sowas tut, ist Islamist oder Grieche, Pegida-Anhänger oder heißt Walter Ulbricht.

In der heutigen Ausgabe lässt die Mopo darüber abstimmen, ob es erlaubt sein sollte hässliche S-Bahnhöfe mit Graffitis zu verschönern. Wohlgemerkt: hässliche S-Bahnhöfe. Hässlichkeit ist nämlich eine allgemein gültige Tatsache, eine Art Naturgesetz, für jedermann sofort erkennbar, nicht zu diskutieren.

Snapshot-Mopo-01
Snapshot Hamburger Morgenpost 24.02.2015

Man könnte behaupten, schon hier bliebe sich die Mopo treu. Eigentlich kein Wort wert. Die Mopo würde als Hamburger Schwachsinnslieferant allerdings ihr Ziel, die Leserschaft in etwa auf dem eigenen geistigen Niveau zu halten, verfehlen, würde sie das vermeintlich liberale Ansinnen nicht konsequent ad absurdum führen. Mit dem IQ eines an ADS erkrankten Wurstbrotes fällt nämlich auf, dass die Mopo mal wieder nicht weiß, was sie will.

Snapshot-Mopo-02
Snapshot Hamburger Morgenpost 24.02.2015

 

Da werden die Leser einerseits gefragt, ob sie einer Bemalung von S-Bahnhöfen zustimmen, weil das die Bahnhöfe verschönern würde. Andererseits wird für die Ablehnung als Begründung absurderweise damit argumentiert, das seien illegale Schmierereien! Hä?!

Legal, illegal, scheißegal oder wie?!

 

Es lebe der Sprühling!