Ein Fall von Anständigkeit: La Grande Plakastrophe

Fälle von Anständigkeit findet man bei Hamburger Unternehmen in diesen turbulenten Tagen um G20 nur selten. Zu groß scheint die Angst vor Gesichtsverlust zu sein, zu groß die Angst, in einem Atemzug mit Vorkommnissen genannt zu werden, die zwar (noch) gar nicht eingetreten sind, von denen Boulevardpresse und Polizei in hellseherischer Fähigkeit aber bereits seit Wochen berichten. Und es gar nicht abwarten können, dass es ordentlich knallt. Denn diese Gipfel sind eine immer wiederkehrende Zumutung, an denen sich die Ohnmacht der Bevölkerung in regelrechten Straßenschlachten Bahn bricht.

Zu groß scheint die Angst zu sein, Geschäftspartner zu verprellen, sich gar Auslandsgeschäfte zu versauen: Das ist nichts anderes als der Kapitalismus von einer seiner unzähligen hässlichen Seiten.

Kaum eine Firma, kaum ein Unternehmen in Hamburg positioniert sich klar gegen G20, für eine bessere Welt, in der alle Völker und Staaten und somit alle Menschen gleichberechtigt behandelt werden — oder die Kleingehaltenen, die Ausgebeuteten, die von Hunger, Krieg, mangelnder Gesundheitsversorgung, Bildungsmangel oder sonstigem Leid Betroffenen sogar etwas besser. Allein dieser einfache humanistische Ansatz scheint vielen schon viel zu links zu sein …

Ein Ausnahmefall von ausgesprochener Anständigkeit ist die giraffentoast gmbh. giraffentoast hat unter dem wunderbaren Titel LA GRANDE PLAKASTROPHE einen Wettbewerb ausgeschrieben, um Hamburg zum Gipfelwochenende mit Protestplakaten vollzuballern.

Ausstellung La grande Plakastrope

Die 20 Gewinnermotive werden seit Tagen fleißig im Schanzenviertel und auf St. Pauli verklebt. Vielleicht ist euch das eine oder andere Plakat bereits über den Weg gelaufen (siehe Bildstrecke: Hamburger Aufstand 2017: G20 in Plakaten und Protesten). Nicht immer sind die Motive auf ersten Blick zu entschlüsseln — aber ohne Verstand lässt sich die Welt eben auch nicht verbessern.

Heute gibts zur LA GRANDE PLAKASTROPE in den Räumen von giraffentoast ab 18:00 die Ausstellung aller rund 100 eingereichter Plakatvorschläge. Der Termin kollidiert zwar unglücklich mit der Großdemo G20TOHELL, aber vielleicht gönnt sich oder braucht jemand eine kleine Auszeit und nutzt die Gelegenheit bei einem kalten Getränk die Ausstellung zu besuchen.

Ich möchte anregen, die Ausstellung anschließend an das Archiv der Sozialen Bewegungen (ASB) in der Roten Flora zu übergeben. Dort ist sie als Zeitzeugnis für die Ewigkeit bestens aufgehoben.

Plakastrophe-William-Takashi-Ahrend
Plakastrophe-Sam-Janzen
Plakastrophe-Phillip-Jones
Plakastrophe-Paula-Partzsch
Plakastrophe-Holger-Markewitz-Peters
Ausstellung
La grande Plakastrophe
06. Juli | 18:00 — 23:00
Uhrgiraffentoast gmbh|Kleiner Schäferkamp 28|Schanzenviertel
giraffentoast
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Archiv der Sozialen Bewegungen
G20: Unhappy meeting

Hamburger Aufstand 2017: G20 in Plakaten und Protesten

Termine G20

Aus aktuellem Anlass:

Sonntag, 02. Juli | Aufbau des Antikapitalistischen Camps

Nach wochenlangem juristischen und politischen Kampf um ein
antikapitalistisches Protestcamp haben wir heute nacht vorm
Verwaltungsgericht gewonnen. Es hat entschieden, dass wir ab Sonntag
(2.7.) mittag um 12h
im Elbpark Entenwerder (S-Bahn Rothenburgsort) ein
Camp _inklusive Schlafzelten errichten dürfen. In der letzten Woche hat
die Polizei mehrfach gezeigt, wie wenig sie von gerichtlichen Urteilen
und Versammslungsrecht hält. Daher erwarten wir nicht, dass der Aufbau
ungestört von statten gehen kann.

Wir brauchen also richtig, richtig viele Menschen! Helft uns, dieses
Camp möglich zu machen, auch wenn sich Grote und seine Polizei nicht an
die eigenen Regeln halten wollen. Zusammen bauen wir das Camp auf!

Leitet das über alle Kanäle weiter!

Antikapitalistisches Camp

 

Polizei Hamburg pfeift wie gewohnt aufs Recht und verhindert Protestcamp Entenwerder (siehe mopo)
Spätestens hiermit sollte klar sein, dass die Polizei gewalttätige Konflikte provozieren will. Sie jammert sie schon seit Monaten herbei …

 


Freitag, 30. Juni

19:00 | Aktion | Protest | umsonst & draussen

Mal wieder aus der Reihe tanzen

Die sog. „Blaue Zone“ (Demoverbotszone) tanzbar machen: Konzert, Soundsystem, Redebeiträge

Irie Revoltes LIVE

Achidi-John-Platz | vor der roten Flora | Schanzenviertel


19:00 | Ausstellung

Abdalla Al Omari „The Vulnerability Series Extended“

Anlässlich des G20 Gipfels in Hamburg laden Lemonaid und die Affenfaust Galerie zu ihrer eigenen Interpretation eines „Spitzentreffens“ ein. Al Omari, der aus Syrien flüchtete und heute in Brüssel lebt, illustriert in seiner Bildreihe „The Vulnerability Series“ (Serie der Verwundbarkeit) Weltpolitiker als Vertriebene und nimmt ihnen damit ihre wichtigste Eigenschaft: die Macht. Plötzlich erscheinen sie im Auge des Betrachters selbst verzweifelt und „verwundbar“.

(Die Ausstellung läuft bis 08.07.2017)

Affenfaust Galerie | Paul-Roosen-Straße 43 | St. Pauli

 

Samstag, 01. Juli

10:00 | Workshop (01.07. 10:00 — 02.07. 18:00)

Aktivismus und Fiktion

Der Workshop „Aktivismus und Fiktion“ mit den Mitgliedern des spanischen Künstler_innenkollektivs Enmedio aus Barcelona, der in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg stattfindet, bereitet sich im TOOLKIT-Modus, mit Techniken der Fiktion und künstlerischen Praxis (Photografie, Video, Text, Körper) auf den G20 Gipfel in Hamburg vor.

Gängeviertel | Fabrique 4. Stock | Valentinskamp 34 (Zugang über Speckstr.) | 20355 Hamburg


15:00 | Vortrag

G20-Gipfel in Hamburg — Der Gipfel der Repression?

Andreas Blechschmidt gibt einen Überblick über die staatliche Repression im Vorfeld und während des G20-Gipfels und berichtet über polizeiliche und geheimdienstliche Vorfeldaktivitäten und polizeiliche Einsatztaktiken während des G20-Gipfels. Dazu kann gemeinsam über Gegenmaßnahmen diskutiert werden.

(Im Rahmen der Anarchistischen Veranstaltungswoche “Bücher. Bildung. Barrikaden“ | 29. Juni – 6. Juli)

Kölibri | Hein-Köllisch-Platz 12 | St. Pauli


19:00 | Ausstellung | Aktion

Museum des Kapitalismus

Was ist Kapitalismus? Führt er wirklich zu Freiheit und Wohlstand? Oder zu Unterdrückung und Ausbeutung? Was hat das mit dem G20Gipfel zu tun? Und was denkst du darüber?

Das Museum des Kapitalismus und das Kollektiv für Alternativen laden ein zu einer interaktiven Mitmach- Ausstellung. Exponate zum Anfassen, Ausprobieren und Mitgestalten bieten einen unterhaltsamen Einstieg in Fragen rund um den Kapitalismus.

Das Projekt läuft bis 08.07.2017. Geöffnet täglich 15:00 — 19:00

Affenfaust Galerie | Paul-Roosen-Straße 43 | St. Pauli

 

Sonntag, 02.Juli

13:00  und 16:00 workshop| Mobilisierung

Aktions- und Blockadetraining

Für Aktionen des Zivilen Ungehorsams benötigen wir gute Vorbereitung, Erfahrungsaustausch und Aktionstechniken, die erlernbar sind. Damit ihr euch in Aktion sicherer fühlt und euch selbst schützen könnt, wollen wir gemeinsam Befürchtungen abbauen, sowie unsere individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit stärken.

Uni Hamburg | Hauptcampus | Von-Melle-Park 9 | Dammtor


15:00 Infoveranstaltung | Vortrag

Widerstand in der Trump-Ära

Wie konnte Donald Trump an die Macht kommen und was sagt uns das über die Zeit in der wir leben? Und welche Strategien bieten sich an, um zunehmend repressiven Regierungen und einem stärker werdenden Graswurzelnationalismus die Stirn zu bieten?

Centro Soziale | Sternstr.2 | Ecke Neuer Kamp | Karoviertel


19:00 Vollversammlung

Vollversammlung gegen die Kriminalisierung des Schlafes – Protestcamps in Hamburg möglich machen!

In HH sind jetzt selbst Dinge wie Schlafen, Essen oder Duschen verboten und kriminalisiert, Unterstützer*innen aus dem Wendland werden nicht in die Stadt gelassen (bzw. erst nach 5 Stunden Verhandlungen mit Anwält*innen). Versammlungsrecht? BVG-Urteil? Gegen Duddes „Polizeirecht“ wirkungslos. Die Gäste aus aller Welt kommen natürlich trotzdem. Auf der VV soll konkret darüber gesprochen werden, wie Camps praktisch ermöglicht und damit die Proteste insgesamt unterstützt werden können.

Rote Flora | Achidi-John-Platz 1 | Schanzenviertel

 

 

Montag, 03. Juli

19:00 Infoveranstaltung | Vortrag

Hamburg: Vom Hafengeburtstag bis G20 — Die Bundeswehr im Einsatz an der Heimatfront

Es ist davon auszugehen, dass die Bundeswehr im Zuge des G20 Gipfels in Hamburg eingesetzt werden wird. Das wäre nach dem OSZE-Gipfel im Dezember 2016 innerhalb von sechs Monaten schon das zweite Mal, dass das Militär im Kontext sozialer Proteste in Hamburgs Straßen aktiv würde. Die Kooperation von Polizei und Militär ist in Deutschland keine Seltenheit. Die beiden staatlichen Repressionsorgane arbeiten routiniert zusammen und die Militärs sind ständig im Inland im Einsatz.

Alison Dorsch (Bündnis Bildung ohne Bundeswehr – BoB) gibt einen Überblick darüber, was die SoldatInnen in Deutschlands Straßen dürfen, was sie tatsächlich machen und welche gesellschaftlichen Kräfte davon profitieren.

Internationales Zentrum B5 | Brigittenstraße 5 | St. Pauli

 

Dienstag, 04. Juli

ab 16:00 | Aktion | Protest

Hedonstisches Massencornern gegen G20

In der Demoverbotszone auf die Straße. Boxen raus und aufdrehen. Laut, draußen, vielzählig & widerspenstig. Mit Lärm und Lust gegen die Blaue Zone.

Überall. Brennpunkte: St. Pauli | Schanze | Karoviertel | MESSEHALLEN

 

Mittwoch, 05. (und 06. Juli)

10:00 | Alternativgipfel G20 | Aktion | Diskussion | Workshop

Gipfel für Globale Solidarität

Mehr als 50 Initiativen und Organisationen rufen zu einem zweitägigen Treffen als Alternative zum Gipfel der G20 auf.

„Die G20 verteidigt ein System, das die soziale Ungleichheit auf die Spitze treibt. Wir zeigen die Zusammenhänge der globalen Probleme auf und diskutieren Alternativen, die zu einer Lösung führen können.

Wie überwinden wir Armut, Ausbeutung, Unterdrückung, Krieg und Naturzerstörung? Wie können wir soziale und demokratische Rechte global durchsetzen? Wie bekämpfen wir effektiv Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie? Wie erreichen wir ein solidarisches Gemeinwesen, das auf Kooperation und Selbstbestimmung basiert? Wie sieht eine Wirtschaftaus, die dem Menschen dient?

Wir sind überzeugt: eine andere Politik ist möglich!“

Das gesamte Programm

Kampnagel | Jarrestr. 20 | 22303 Hamburg

 

Mittwoch, 05. Juli

12:00 Performance | Aktion

1000 Gestalten

Die Kunstaktion 1000 Gestalten läuft bereits seit einigen Wochen. An verschiedensten Orten Hamburgs tauchen unvermittelt lehmverkrustete Gestalten auf, die zombieartig das Stadtbild verzerren.

Am 05. Juli findet die Aktion ihren Höhepunkt, indem alle Aktivisten in einer riesigen Masse aufeinandertreffen, sich von ihren Lehmpanzern befreien, ihre Menschlich­keit und ihren individuellen Ausdruck zurückgewinnen.

Hamburg | Augen auf!


16:00 Demo

Woman’s March gegen Trump und G20

Donald Trump ist mit seiner frauenfeindlichen Politik in den letzten Monaten zur negativen Hauptfigur massenhafter Proteste auf der ganzen Welt geworden. Wenn er uns zum G-20-Gipfel in Hamburg besucht, wollen wir das natürlich nicht unkommentiert lassen. Auch ist Trump nicht der Einzige, der für die Frauenfeindlichkeit der G20-Regierungen steht. Erst vor wenigen Monaten hat Putin die Strafe für häusliche Gewalt gesenkt. Erdogan steht für einen reaktionären Islam, seine Ministerien veröffentlichen sexistische Broschüren, wie Männer zu Hause mit ihrer Frau umzugehen haben, die auch Vergewaltigungen und Gewalt nicht ablehnen. Und auch in Deutschland ist es zu einem Ende der Unterdrückung der Frauen noch ein weiter Weg.

Ottenser Hauptstraße | Ottensen


18:00 | Demo | Rave | Nachttanzdemno

Lieber tanz ich als G20

Es ist Anfang Juli 2017. Halb Hamburg ist eine lahmgelegte Sicherheitszone, während einige wenige Staatschefs sich anmassen, über unsere Lebensbedingungen und Zukünfte zu bestimmen. Nehmen wir diesen Anlass zum Fest. Zeigen wir, tanzend, feiernd, lachend, dass wir uns nicht fügen. Dass wir eigene Träume für die Zukünfte haben und nicht gewillt sind, lahmgelegt zu werden. Weder durch Sicherheitszonen noch durch die kapitalistische Verwertungsmaschinerie

Landungsbrücken | St. Pauli

 

Donnerstag, 06. Juli

16:00 Reden | Konzert   •   19:00 Demo

G20 welcome to hell

Internationale antikapitalistische Demonstration gegen den G20-Gipfel. Mit politischen Beiträgen und Konzert: Die goldenen Zitronen, Neonschwarz, Captain Gips, Johnny Mauser.

Fischmarkt | St. Pauli


18:00 Ausstellung

La Grande Plakastrophe

Die Agentur giraffentoast hat dazu aufgerufen, Plakate zu gestalten, um Hamburg zu G20 mit Protesten zuzuballern. Die 20 stärksten Motive bekommt die Welt auf die Augen. In der Ausstellung werden alle 100 eingereichten Vorschläge gezeigt.

giraffentoast design gmbh | Kleiner Schäferkamp 28 | 20357 hamburg

 

Freitag, 07. Juli

10:30 Streik | Bildungsstreik

Jugend gegen G20

Bildungsstreik — Gegen G20 — Für selbstbestimmtes Lernen!

Hast du dich auch schon über die Schule oder Uni geärgert? Dass die Noten deine Zukunft pflastern? Dass jetzt schon entschieden wird, wie du später leben wirst? Schule, Ausbildung, Studium – Wir als Jugend werden so früh wie möglich tauglich für den Arbeitsmarkt gemacht. Darauf haben wir keinen Bock mehr!

Wir fordern Selbstbestimmung! Wir wollen entscheiden, was wir lernen und vor allem wofür!

Hachmannplatz | HBF


12:00 Aktion | Protest

Fussball gegen G20

Am 7. und 8. Juli findet in unserem Viertel das G20-Treffen statt. Wir von der Herrenfußball-Abteilung wollen mit einem Fußball-Turnier auf unseren Kunstrasenplätzen ein Zeichen gegen diesen unerträglichen Gipfel setzen!

(Der Fussballprotest findet auch am 08. Juli ab 12:00 statt. Dazu Rahmenprogramm mit Musik, Essen und co. Auch in anderen Teilen des Stadions wird die ganze Woche der Protest unterstützt. Dazu u.a. Alternatives Medienzentrum  in der Südtribüne und laufend Volxküche.)

Rasensportplätze FC St. Pauli | Millerntor


Aktion | Demo

Block G20 — colour the red zone

Mehrere Gruppen wollen auf die „roten Zonen“ Messehallen und Elbphilharmonie zuströmen und diese blockieren. Wo es nötig wird, sollen Barrieren überwunden und Polizeiketten durchflossen werden. Dabei wird die politische Auseinandersetzung gesucht, nicht aber der körperliche Angriff.

Elbphilharmonie | Messehallen


Aktion | Demo

Ketten sprengen — Hafen lahmlegen

Die „Logistik des Kapitals“ und spezieller der Hafen soll durch Blockaden lahmgelegt werden.

(Passend dazu ist der Alte Elbtunnel ganz zufällig wegen dringender Wartungsarbeiten exakt zum Gipfelwochenende gesperrt. Angeblich bot sich gerade dieser Termin an, weil man zu G20 mit keiner hochfrequenten Nutzung des Alten Elbtunnels rechnet, die Unannehmlichkeiten einer Vollsperrung sich also in Grenzen halten. Der Alte Elbtunnel ist aber eben auch der kürzeste Weg für Demonstranten in den Hafen —  jetzt also wird’s über die Elbbrücken gehen, Verkehrschaos inclusive … )

„Am Beispiel des Hamburger Hafens zeigt sich exemplarisch, was derzeit genau im Argen liegt: Er ist das Symbol einer Stadt, die sich gerne mit Weltoffenheit schmückt und gleichzeitig Vorreiterin bei Abschiebungen nach Afghanistan ist. Migrant*innen kommen über den Hafen ins Land, der gleichzeitig Ausbeutungsstätte von zahlreichen Arbeiter*innen ohne Papiere oder Arbeitserlaubnis ist.“ (Aus dem Aufruf)


19:00 Aktion | Fahrraddemo

Colorful Mass gegen den G20-Gipfel

Große Fahrradtour durch Hamburg.

Während sich in der ersten Juliwoche Sta­atschefs ihre Fahrze­ugflotten einfliegen lassen und aus mehr­eren Bundesländern schweres Gerät von Polizei und Bundeswe­hr aufgefahren wird, wollen wir mit einer großen Fahrradtour durch Hambu­rg eine Geschwindigkeit­sdrosselung all dies­er verbrauchsintensi­ven Fahrzeuge herbei­führen.

Moorweide | Dammtor


20:00 Demo

Revolutionäre Demo — G20 entern — Kapitalismus versenken

Am 7. und 8. Juli treffen sich die Herrschenden zum G20-Gipgel in Hamburg. Ein paar Wenige wollen um die Neuaufteilung der Welt pokern. Die untereinander konkurrierenden Regierungen und Konzerne kämpfen dabei jeweils um ihre eigene Vorherrschaft. Das tun sie wahlweise am Verhandlungstisch oder auf dem Schlachtfeld. Sie spielen sich als Herren Welt auf und sind dadurch ein Symbol für das globale Wirken kapitalistischer Nationen, Banken und Konzerne. Dabei stürzen sie die Welt in Kriege, verschmutzen die Umwelt und schaffen tagtäglich mehr Elend.

Reeperbahn | St. Pauli

 

Samstag, 08. Juli

11:00 Demo

Grenzenlose Solidarität statt G20!

Gegen die kalte und grausamen Welt des globalen Kapitalismus, wie sie von den G20 repräsentiert und organisiert wird! Solidarität mit all jenen, die weltweit durch Proteste, Streiks oder Aufstände der Politik der G20 entgegentreten! Für eine Welt des Friedens, der globalen Gerechtigkeit und der grenzenlosen Solidarität!

Deichtorhallen

 

Sonntag, 09. Juli

12:00 Demo

Nobody forgotten, nothing forgiven!

Es ist leider zu befürchten, dass sich auch nach Ende des „Gipfels der Repression“ Freund*innen in Polizei-Gewahrsam oder Haft befinden. Sie werden wir nicht alleine lassen! Wir werden unsere Solidarität mit den Gefangenen und unsere Wut auf die Repressionsorgane auf die Straße tragen, für ihre Freilassung und gegen Repression und Knäste demonstrieren.

Die Demo startet am Harburger Rathausplatz (S-Bahn Harburg-Rathaus) und wird am G20-Knast (zentrale Gefangenensammelstelle / GeSa) vorbeigehen und im Harburger Zentrum enden.

Harburg | Rathaus


Das alles ist nicht alles.

Mehr Termine gibts auf dem Infoportal

NoG20 2017


Soli-Aktion in hunderten Kneipen weltweit

Soli-Mexicaner gegen Trump

Er ist scharf. Er hinterlässt Kopfschmerzen. Und er ist DER Schnaps auf St. Pauli: Der Mexikaner. Vor knapp 30 Jahren entstand der rote Schnaps in einer Kneipe nahe der Reeperbahn. Seitdem wird er in vielen Läden rund um den Kiez in Eigenregie hergestellt und passt zum Viertel wie die Faust auf’s Auge: Schon immer ein wenig anders, vielfältig und widerborstig.

Jetzt allerdings will der Mann den Kiez aufsuchen, der wie kein Zweiter Rassismus und Sexismus verkörpert. Und der an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen will.

Nicht mit uns. Mit Blockaden, Demonstrationen und anderen, kreativen Aktionen werden Hamburger_innen und Gäste aus aller Welt deutlich machen, dass eine andere, solidarische Welt möglich ist und ihren lautstarken Protest gegen die G20 auf die Straße tragen.


Nicht vom Tisch:
Die Protestcamps werden kommen.
Legal. Illegal. Scheissegal.

Rückzugsmöglichkeit mit zahlreichen Veranstaltungen, workshos und Dauerprotest im Gängeviertel

OASE im Gängeviertel


Alle Rückzugsmöglichkeiten während der Demos und Proteste zum Essen, Trinken, Kraft tanken usw. im Ticker auf indymedia


 

Ausstellung La Grande Plakastrophe

Ausstellung

am 06. Juli ab 18 Uhr

„Da haben wir den Salat: Am 7. und 8. Juli kommt die bucklige Verwandtschaft zu Besuch nach Hamburg, inkl. einer erklecklichen Menge despotischer Onkels, um an sich zu raffen, was wir laut Volksmund nur von unseren Kindern geliehen haben: Die Erde.

Da wir von Natur aus zu blass und schmächtig sind, um Sachen ins Büffet zu schmeißen, greifen wir gemeinsam zu den Waffen, die wir am besten beherrschen: Unsere Ideen. Und Photoshop. Oder Pinsel. Egal wie.

Wir riefen Designer, Illustratoren und Texter auf: „Gestaltet eure Forderung an die Mächtigen, euer trotziges Aufstampfen oder euer empörtes Jetztaber – als Plakat!“

Rund 100 Plakate zum G20-Gipfel in Hamburg sind in unserer Propaganda-Zentrale eingegangen. Die gibt es am 6. Juli bei uns zu sehen.

Schaut euch die eingereichten Plakate in all ihrer Pracht an und lobt sie tüchtig! Kommt auf die Ausstellung „La Grande Plakastrophe“ bei uns in den Räumen im Schanzenviertel, nur wenige hundert Meter Luftlinie vom G20-Veranstaltungsort entfernt.“ (giraffentoast)


Eingereichte Plakate unter anderem von:

  • Tommy Jürgens
  • Hannes Mussbach
  • Bastian Seever
  • Ole Taschenbier
  • SPÄM
  • Carsten Schmidt
  • Moki
  • Remo Pohl
  • Marc Lehmann
  • Andreas Müller
  • Heiko Krützmann
  • Mathias Weinert
  • Luca Hinrichs
  • Peter Kraus
  • Philip Jones
  • Anna Ziegler
  • Anna Belle Jöns
  • Carsten Hardt
  • Christopher Glass
  • israelsabine
  • Till Kraschutzki
  • Andreas Hain
  • Elisabeth Maria Erdel
  • Iven Einszehn
  • Jens Uwe Meyer
  • Paula Partzsch

 

 

Ausstellung
„La Grande Plakastrophe“
Donnerstag | 6. Juli 2017
18:00 — 23:00 Uhr

giraffentoast design gmbh
Kleiner Schäferkamp 28
20357 Hamburg

Der Eintritt ist frei. Die Getränke sind kalt.
Die Begleitung ist willkommen.

giraffentoast
La Grande Plakastrophe auf facebook
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G20: Unhappy Meeting

G20: Unhappy Meeting

Die Vorbereitung auf den G20-Gipfel in Hamburg ist vor allem eine Liste von Horrormeldungen. Deshalb planen angeblich bereits 30% der Hamburger Anfang Juli ein langes Wochenende in öden Gegenden.

Iven Einszehn: „Unhappy Meeting“ Plakatentwurf für La Grande Plakastrophe /
Aktion der Agentur giraffentoast, um Hamburg zu G20 mit Protesten vollzubomben

 

Der G20-Knast auf dem Gelände eines ehemaligen Baumarktes in Harburg ist längst vorbereitet, um dort anlässlich des Großereignisses 500 Gefangene unterzubringen. Die erschreckende Kapazität von 500 Menschen dürfte nur die halbe Wahrheit verraten. Denn die von Schnellgerichten direkt vor Ort Abgeurteilten werden unverzüglich auf andere Gefängnisse verteilt werden, um Platz zu schaffen, um frisch von den Plätzen gesammelte Demonstranten einzusperren und abzuurteilen. Damit das wunschgemäß klappt, soll für die bis zu 150000 in Hamburg erwarteten Demonstranten eine Demoverbotszone eingerichtet werden, die den gesamten Kernbereich der Stadt umfasst – fast 40 Quadratkilometer groß, vom Flughafen im Norden, bis zur Elbe im Süden, von Osdorf im Westen bis St. Georg im Osten! In dieser riesigen Verbotszone muss man nicht wirklich was falsch machen, um verhaftet zu werden. Es reicht das falsche Aussehen, es reicht eine Fresse, die einem Polizisten nicht gefällt: Insbesondere Polizisten besitzen nämlich die hellseherische Fähigkeit, Gesinnung von außen zu erkennen. (Diese herausragende Eigenschaft wird zur Entlarvung von Nazis und Pädophilen übrigens niemals angewendet!)

Souvenir, geklaut am G20-Knast in Harburg
Absurderweise wurde dort der mit Natodraht gesichterte Massivzaun mit läppischen Absperrbändern gesichert, sichere Sache, das …

 

Und machen wir uns bloß nichts vor: Selbst wenn Gerichte zur Wahrung der Grundrechte diese Verbotszone einkassieren, sind Polizeiaufgebote in Hamburg in den vergangenen zwanzig Jahren nicht durch eklatante Rechtstreue aufgefallen.

Das eigentliche Problem sind aber gar nicht die Demonstranten, es sind die Staatschefs. So konnten wir bereits in der Zeitung lesen, dass die Personenschützer von Trump Demonstranten erschießen werden, sobald der Konvoi des Präsidenten durch eine Sitzblockade zum Stehen gebracht wird. Denn ein Stillstand der Präsidentenlimousine wird als Angriff gewertet und zur Verteidigung des trumpen Trottels wird nicht lang gefackelt, da sind alle Mittel Recht. Ok, den Amis wurde der Wermutstropfen nachgeschenkt, dass amerikanische Verhältnisse so in Deutschland noch nicht erlaubt sind, mit ’ner Kugel im Kopf (Verzeihung: im Rücken, amerikanische Verhältnisse) hat man davon allerdings wenig …

Nachdem Nobelhotels Charakter gezeigt und eine Unterbringung Trumps abgelehnt haben, kommt er nun im Gästehaus des Senats unter. Zu diesem Zweck werden eigens mitgebrachte Kriegsdrohnen über Hamburg kreisen, die aus fünf Kilometern Höhe jedes Gesicht identifizieren können, wie es heißt. Wozu das nötig ist, wird uns nicht verraten. Was diese Drohnen sonst noch leisten können, auch nicht.

Um andere Vollverrückte aus Unterdrückerstaaten und Diktaturen, wie etwa China, Russland und der Türkei, ist es im Vorfeld des Weltgipfels der Größenwahnsinnigen 20 erstaunlich still. Dabei müssen wir uns wegen denen ganz besonders Sorgen machen. Denn eine besondere Gefahr für unsere demokratischen Grundrechte geht vom Tross der jeweils bis zu 600 Mitarbeiter aus, die etwa Putin und Erdogan begleiten. In der Hauptsache handverlesene, linientreue Idioten, die immer wieder auffallen, weil sie gewalttätige Arschlöcher sind, die Demonstranten verprügeln oder Journalisten auf’s Maul hauen, wenn die eine unbequeme Frage stellen.

Hamburger Innenbehörde und Polizeiapparat versorgen uns zwar fast täglich mit gewaltbereiten Extremisten, die zu tausenden nach Hamburg kommen werden, um hier Anschläge zu verüben. Von der Kehrseite erfahren wir nichts: Neben dem Tross gehirngewaschener Schafe, die jeden Staatschef begleiten, wäre es mal interessant zu erfahren, wie viele Sicherheitsleute, Spitzel und Kollaborateure bereits seit Wochen nach Hamburg eingeschleust wurden, um Dissidenten einzuschüchtern, um Kritiker mundtot zu machen, um Presse und öffentliche Meinung zu manipulieren. Kurzgesagt, um die Lage zu sondieren.

Und die Lage meint: Uns.

Uns, die wir nicht einverstanden sind mit dem politischen Affenzirkus, bei dem die eigentlichen Feinde stets die eigenen Völker sind. Diesen Gipfel mitten in einer Millionenstadt abzuziehen, ist nicht nur der Gipfel, bei dem hunderte von Millionen Euro verbrannt werden. Das hat vor allem den einen Sinn, dem Volk durch Unterdrückung klarzumachen, wer die Macht im Staat hat. Auf einem Flugzeugträger könnte man so einen Gipfel elegant ohne großartige Sicherheitsprobleme über die Bühne bringen – man würde aber nie herausfinden, wer auf welcher Seite steht. Denn letztlich kann man die Gesinnung eines Menschen eben doch nicht von außen erkennen. Hier soll mitten in Hamburg die Niederschlagung sozialer Kämpfe der Zukunft geübt werden!

Lasst euch nicht einschüchtern!

Geht am 06., am 07. und am 08. Juli auf die Straße!

Tut euch mit anderen zusammen. Bildet Banden. Blockiert jede Kreuzung der Innenstadt.

Wir sehen uns!

 

Die Aktionen und Kampagnen zu den vielfältigen Protesten gegen G20
sind seit Wochen sehr unübersichtlich,
einen ganz guten Überblick verschaffen die Seiten

No G20 2017

G20 Demo

G20 Protest

 

Die Plakataktion La Grande Plakastrope von giraffentoast
läuft noch bis zum 19. Juni. Noch ein paar Tage Zeit also,
ein Plakat zurechzufummeln und einzureichen.
Die 20 stärksten Motive werden gedruckt
und in Hamburg an die Wände geballert.

 

(Du hast es bemerkt: Bei meinem Entwurf „Unhappy Meeting“ handelt es sich um ein Zitat nach dem Song „Unhappy Birthday“ von The Smiths.)

Zuerst mal das …

Iven Einszehn: „Warnschild“
Lack (Stencil) auf Schild
29,8 x 42,2 cm

 

Künstlerbücher für ALLES
Weserburg | Museum für moderne Kunst
Zentrum für Künstlerpublikationen
03.06. — 06.08.2017           Zusatztermine

6. Regionalschau (1)
Aktuelle Kunst deutscher und dänischer Künstler
Drostei Pinneberg
01.07. — 06.08.2017

Eröffnung Regionalschau
6. Regionalschau (2)
Aktuelle Kunst deutscher und dänischer Künstler
Rathaus und Kunstverein Haderslev / Dänemark
19.08. — 24.09.2017

 


CD für Experimentelles