Ausstellung Urban Art im Kunstverein Wörth

Teilnehmende Künstler:

Iven Einszehn

Moritz Schwall

Till Heim

Karl Kenz

Gerti Hauptführer

Linda Flottow

Christoph Fuhrken

Tasso

Rayk Amelang

Daniel Unkel

Sigrid Artmann

u.a. dabei:

 

 
(Ja, ich hab den Fehler auch bemerkt: Die Sprechblase ist eine Gedankenblase …)

 

Ausstellung Urban Art | 02.06. – 02.07.2017
Kunstverein Wörth
Städtische Galerie "Altes Rathaus"
Ludwigstr. 1 | 76744 Wörth am Rhein

Vernissage: 02.06.2017 | 20:00 Uhr

Öffnungszeiten: Do 16 – 19 Uhr | So 14 – 18 Uhr

 

 

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Der Sprühling naht …

… da arbeitet sich mancher an ungemütlichen Tagen schon mal warm …


Borg Art:

borgart-pasteup-transparent-kleiner
Iven Einszehn: „Borg Art“
Pasteup / Transparent
Stencil / Lack auf Papier / H 50 x B 480 cm

 

Zum Glück sind die Städte randvoll mit Wänden, deren Eigenschaften man den eigenen hinzufügen kann. Dabei sollte die feindliche Übernahme grauer Betonwände, die immer wieder betongrau gestrichen werden, gar nicht bestraft werden — eher die Bauherren und Hausherren wegen ästhetischer Umnachtung.

Ich seh’s eh sportlich, in diesem Sinne: Catch me, if you can.

 

Art Attack auf inside Ottensen

Auf inside-ottensen wurde ein schöner Beitrag zur Art Attack in der Bergiusstraße veröffentlicht:

snapshot inside-Ottensen.de
snapshot inside-ottensen.de

„Eine recht ungewöhnliche, drastische und provozierende Streetart-Aktion hat im September der Hamburger Künstler Iven Einszehn durchgeführt. Er begann das Haus in der Bergiusstraße 12 in einer „Qualitätsoffensive“ mit Kunst zu bereichern. Bei der mehrtägigen Aktion wurde er jedoch gestört, weshalb er die Aktion vorzeitig abbrach. Augenscheinlich geriet er in das Zentrum straßeninterner Machtspielchen, auf die er wenig Lust hatte…“

–> zum Artikel

 

Art Attack Altona I
Art Attack Altona III
Art Attack Altona IV

 

Art Attack Altona IV

Bergiusstraße / Altona

19.09.2016

15 Uhr:

19 Uhr:

Iven Einszehn: "Streetart-Malbogen"
Iven Einszehn: „Streetart-Malbogen“
Offsetdruckfarbe (Druck von Trittschalldämmung) auf Papier
H 72 x B 102 cm
Iven Einszehn: "Fuck the Art Fuck the Artist Please"
Iven Einszehn: „Fuck the Art Fuck the Artist Please“
Offsetdruckfarbe (gespachtelt und Gummidruck), Marker und cutout auf Papier
H 100 x B 70 cm

Wand ist nicht gleich Wand

Zur Streetart-Aktion ART ATTACK in der Bergiusstraße

Schon lange störe ich mich daran, dass einschlägige Graffitimagazine und Streetartportale bevorzugt hochwertige Arbeiten publizieren. In dieser extrem fokussierten Sicht- und Darstellungsweise wird 99% dessen, was an Wände gemalt, geschrieben, getaggt, geschmiert, geklebt, montiert, eingeritzt und wie auch immer in den öffentlichen Raum gebracht wird, ignoriert und ausgegrenzt.
Das Phänomen Streetart lässt sich nur in seiner Gesamtheit begreifen. Denn es geht in der Streetart grundsätzlich nicht darum, der Umwelt etwas Schönes hinzuzufügen, das ist vielmehr ein positiver Nebeneffekt. Es geht vorrangig darum, sich den bestehenden Verhältnissen zu widersetzen, es geht um Einmischung, um Widerstand, um Vereinnahmung. Und die ist vielfältig. Da beteiligt sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten oder Bedürfnisse. Auch Streetart will erlernt sein, muss geübt werden. Dass da zunächst viel Müll bei rauskommt, ist logisch, jedenfalls wenn man sich nicht die Mühe macht, im stillen Kämmerlein zu üben. Genauso logisch ist es, dass aufgrund der Illegalität oft schlicht die Zeit fehlt, um ordentlich zu arbeiten. Vieles muss viel schneller gehen, als es einem lieb wäre.
Manchem geht es schlicht und ergreifend auch überhaupt nicht darum, in irgendwie anerkannter Weise gut, gelungen oder hübsch rüberzukommen. Wenn es mir um Sachbeschädigung geht, muss ich mir ja nicht die Mühe machen, ein herausragendes Piece an die Wand zu bringen! Wenn ich meinen Frust loswerden will, habe ich schlechte Laune – und schlechte Laune in Kunst umzusetzen, das gelingt nicht einmal arrivierten Künstlern immer gut.
Wer sich für anarchistische Kunst interessiert, dem wird aufgefallen sein, dass die Schanze und Altona die Hamburger Hotspots der Streetart sind. Mit folgendem Unterschied: In Altona muss man etwas länger suchen, um eine schöne Arbeit zu finden. Mancher Straßenzug ist komplett mit Schrott zugeballert und sieht einfach nur nach kleinschwänziger Scheiße aus. Hier tappt man allerdings leicht in die ästhetische Falle der eigenen Vorstellungen: Man sollte den Schlachtruf „Das Viertel bleibt dreckig“, den man in Altona hin und wieder findet, in seiner kämpferischen Bedeutung kapieren. Gegen kapitalistische Verwertung, gegen asozialen Immobilienbesitz und Gentrifizierung ist vorsätzliche Hässlichkeit ein probates Mittel. Auch wenn nicht jeder als Politaktivist zur Spraydose greift, wird dennoch jeder Bestandteil dieser politischen Geschichte.
Manchmal trifft es aber voll die Falschen. Das beschissen zugetaggte Haus in der Bergiussstraße, dessen Fassade ich seit einer Woche in einer Qualitätsoffensive mit Kunst bereichere, ist so ein Fall. Hier handelt es sich um keine Immobilie, die es anzugreifen gilt, sondern um ein Wohnprojekt. Die Vereinsmitglieder haben das Haus einer kapitalistischen Verwertung entzogen. Sie besetzen damit dauerhaft wertvollen Baugrund, der nicht aufgewertet werden wird. Dieses Haus ist eine alternative Enklave inmitten eines Stadteils, der zunehmend abgerissen und neu hochgezogen wird.
Ich bin von den Bewohnern in der Bergiusstraße um nichts gebeten worden. Vielmehr habe ich festgestellt: Das sieht Scheiße aus, das will ich ändern. Mit meiner geballten Ladung Kunst verbinde ich nicht den Anspruch, andere hätten mit ähnlichen ästhetischen Konzepten aufzuwarten.
Allerdings verbinde ich damit den Anspruch, etwas geistvoller vorzugehen. Es ist in diesem Land erlaubt, selbst zu denken und kluge Entscheidungen zu fällen. Wand ist nicht gleich Wand!

NACHTRAG:

Ich konnte mein Projekt nicht beenden. Eine Bewohnerin der Bergiusstraße hat das verhindert. Mit dem einfachen Argument: „Ich will das nicht, weil ich nicht gefragt wurde,“ hat sie jegliche Bereitschaft, sich auch nur ansatzweise mit meiner Arbeit und der konstruktiven Intention zu beschäftigen, abgelehnt.

Abgesehen davon, dass ich mich nicht zum Spielball interner bescheuerter Machtspielchen machen lasse, bewegt sich diese Art und Weise des Denkens, Argumentierens und Handelns vollkommen auf geistigem AfD-Niveau!

Als Künstler mag ich mich mit dem unfertigen Ding nicht abfinden. Halbe Sachen sind nicht meine Welt. Als Perfektionist funktioniere ich vielmehr nach dem Motto DOPPELT ODER NICHTS.

In diesem Sinne gebe ich mich geschlagen. In künstlerischer Konsequenz fordere ich alle taggenden Kollegen dazu auf, über meine Werke drüberzugehen und den Urzustand der Fassade wieder herzustellen.

TAG IT!

CROSS IT!

WAITING FOR GREAT BOMBINGS!




Siehe --> Art Attack Altona I
Siehe --> Art Attack Altona II
Siehe --> Art Attack Altona III


			

Art Attack Altona III

Bergiusstraße / Altona

16.09.2016

16 Uhr:

19 Uhr:

 

 

Bild ohne Zeichnung 3
„Bild ohne Zeichnung 3“ (Hängt unterm „Pimmel-Puma“)
vgl.: –> hier

 

 

Siehe --> Art Attack Altona I
Siehe --> Art Attack Altona II
siehe: --> Art Attack Altona IV

Vorschau Art Attack Altona II

produktion-artattack-ii-web
Iven Einszehn: Produktion: Blick ins Atelier.


siehe: --> Art Attack Altona I
siehe: --> Art Attack Altona III
siehe: --> Art Attack Altona IV

Art Attack Altona I

Bergiusstraße / Altona

12.09.2016

15 Uhr:

17 Uhr:


Die Wand muss voller werden. Nächste Woche geht’s weiter. Vielleicht entdeckt bis dahin jemand die Gelegenheit, seine  Kunst dazu zu kleben — Platz ist genug …


„ART ATTACK – REAL STREETWOK“

Lack und Marker auf Papier / cutout | H 105 x B 70 cm

vgl.: –> Dirtygrafie


Iven Einszehn: "Empty Nr.1"„Empty Nr.1“
Lack und Marker auf Papier / cutout
H 82 x B 67 cm


„Empty Nr.2“
Marker auf Buchseite/ cutout
H 33,5 x B 26,5 cm


OLYMPUS DIGITAL CAMERA

„Tribute to OZ (zweiteilig)“
Offsetdruckfarbe auf Papier (Druck von Trittschalldämmung)

vgl.: –> OZ


„Vincent 34“
Linoldruckfarbe und Marker auf Papier / gerissen
H 34 x B 29 cm

vgl.: –> Vincent


„Fischgrätenfische“
Offsetdruckfarbe auf Buchseiten (Gummidruck) /gerissen oder cutout
vgl.: –>
KUNSTANSTALT HAMBURG


 

o.T. (frech)

Linoldruckfarbe (Abklatschzeichnung) und Marker auf Papier

H 48 x B 44 cm

vgl.: –> Bilder


siehe: --> Art Attack Altona II
siehe: --> Art Attack Altona III
siehe: --> Art Attack Altona IV

Spiegeleier auf der Veddel

Spiegeleier sind in der Kunst ein eher vernachlässigtes Sujet. In Hamburg zumindest gibt es einen Vertreter, der sich dem Spiegelei verschrieben hat, zu finden am ehemaligen Zollamt an der Tunnelstraße in Veddel, unweit der Veddeler Fischgaststätte.
Die Veddeler Fischgaststätte gilt als Kult, ich rate aber dringend davon ab, die homepage anzugucken, um herauszufinden, wie man da hin kommt. Der Kartoffelsalat auf den abgebildeten Mahlzeiten (hübsch angerichtet mit einer Viertelzitrone!),  sieht aus wie Schleim oder Albinokotze. Würde auf der Speisekarte der Kartoffelsalat nicht erwähnt, man käme kaum drauf, was das für eine Pampe auf dem Teller sein könnte. Mit Bratkartoffeln müht man sich dort nicht ab, da landet alles in der Fritteuse, es gibt also höchstens Pommes als alternative Beilage.
Mir haben über die Jahre mindestens fünfzehn Leute, die niemals dort essen waren, versichert, wie großartig es da wäre, überhaupt wäre die Veddeler Fischgaststätte die letzte Kaffeeklappe Hamburgs, die bestimmt bald dichtmacht, weil seit Jahren in Hamburg ja alles den Bach runtergeht. Deshalb würde man dort seit Jahr und Tag regelmäßig  jeden Sonntag mindestens zwei Portionen Fisch verzehren. Und immer auch was für zuhause mitnehmen. Der Laden hat aber am Wochende gar nicht geöffnet. Auch abends nicht. Eigentlich nur zu Zeiten, die sich hauptsächlich Hartz-IV-Emfänger leisten können, von 11:00 – 17:45. Wer es ausprobieren möchte, Adresse siehe unten.

 

OZ an der Veddeler Fischgaststätte

Immerhin: Wer sich nicht die Mühe macht, Bratkartoffeln zu brutzeln, macht sich auch nicht die Arbeit, einen OZ überzupinseln.

Zurück zu den Spiegeleiern: Wenn man sich als Passant oder Radfahrer durch das Baustellenchaos an der Tunnelstraße begibt, ist man von Absperrungen, Holprigkeiten und Warnbarken so sehr labyrinthiert, dass man die Illegalerie, der man dort neuerdings begegnet, leicht übersieht.
Die Spiegeleier, die einem ins Auge fallen könnten, verkennt man leichtfertig als bloß hingerotzte Kleckse an der Wand ohne Sinn und Verstand. Hat man diese Kleckse aber einmal als Spiegeleier entlarvt, entdeckt man vielleicht, was das eigentlich für eine schöne Idee ist — einfach mal Spiegeleier zu malen. Die gehen flott und sind eigentlich ganz hübsch. Auf jeden Fall lecker.
Wenn man sich also Zeit nimmt für die Spiegeleier, man es also wagt, das Gelände, das man bestimmt nicht betreten „darf“, eingehend zu inspizieren, gibt es viel mehr zu sehen. Da wurden Tücher und Stofffetzen zwischen die Geländer gehängt und genäht, darunter auch Spiegeleier, Installationen wurden gespannt, eine Mauerecke ist plakatiert, ein kleiner Haufen Zeichnungen wurde an den Laderampen, in Fenstern und Türen aufgehängt.
 
Hier fehlt in der Streetart übrigens ein Begriff. Für Plakatierungen und für cutouts, die an Wände geklebt werden, wird pasteup verwendet. Aber für das bloße Aufhängen von Bildern gibt es kein Wort. Wie wäre es schlicht mit hangout?
Illegalerie
mit Spiegeleiern, Installationen, Zeichnungen
ehem. Zollamt | Tunnelstraße/Baustelle | Veddel
Veddeler Fischgaststätte
Tunnelstraße 70 | 20539 Hamburg-Veddel
Mo - Fr. 11:00 — 17:45
OZ
Oz ist nicht tot

Street-Art-School Hamburg

Heute war (bzw. ist noch ein paar Stunden) Sommerfest der Street-Art-School Hamburg. Dazu gab’s eine große Ausstellung, viel selbstgebackenen Kuchen, 4 Milliarden Sticker (meist gegen Spende), Live-Malerei auf dem Parkdeck, Schnupperkurse in Siebdruck und Stencil und einiges andere mehr …

Ein paar Eindrücke:

Streetartschool-web
Label der Street-Art-School mit Kleisterbürste, Cutter und Sprühknopf

 

Galerie-im-Treppenhaus-web
Das großzügige Treppenhaus dient als Galerie

 

 

Marshal_Arts-00-webMarshal_Arts-01-web Marshal_Arts-02-web Marshal_Arts-03-web

 

Spass_Invader-web LIEBSEIN-web

 

dAS_OLF-ism_suckz-00-web dAS_OLF-ism_suckz-01-web dAS_OLF-ism_suckz-02-web

 

anNBeeannbee-00-web anNBeeannbee-01-web

 

AIN-03-web AIN-02-web AIN-01-webWerke von AIN –> vgl.: MS Artville 2016

in-Arbeit-01-web in-Arbeit-02-webin-Arbeit-03-webStencil-web Stencils_und-boese--web Hall-of-fame_Pasteups-Sticker-webAuf dem Parkdeck gibt’s Wände zum (legalen) Malen und eine Hall of Fame mit massenhaft Pasteups …

Auf dem Rückweg verschlug es mich wieder  in die U-Bahn Feldstraße. Da war ich neulich also genau im richtigen Augenblick vor Ort. Wenn in fünfhundert Jahren Archäologen die Station ausgraben und die Farbreste aus den Fugen kratzen, werden sie auf eine ursprüngliche Bemalung der Wände schließen. Sie werden daraus ableiten, dass ganz sicher alle Bahnstationen bunt bemalt waren, weil die Gesellschaft zu Beginn des 21. Jhds eine fröhliche Gemeinde war, die von Farbe gar nicht genug kriegen konnte.

Fugen_Ueberreste-web–> vgl.: Berlin Kidz in Hamburg

Street-Art-School
St. Pauli Karo Schanze
 Rindermarkthallen
 Neuer Kamp 31 / Neuer Pferdemarkt / Aufgang D
 20359 Hamburg

street-art-school.de

2 Tipps für Anarchisten

  • 1.Tipp: Telekom verarschen

Im Sommer hat die Telekom unter dem Motto „Aus Grau wird bunt“ die kotzhäßlichen Verteilerkästen, die jedes Stadtbild veröden (und oft voll bescheuert im Weg herumstehen), zur Gestaltung freigegeben. Feines Ding, sollte man denken. So offen ist die Telekom dann aber dann doch nicht, dieses Angebot ohne Pferdefuß zu unterbreiten. Immerhin hält die sich immer noch für die Post, im Geiste also für eine Behörde.

Wer einen grauen Kasten bemalen möchte, muss bei der Telekom einen Entwurf einreichen. Damit unterliegt jede Bemalung nicht nur den ästhetischen Launen der Telekom, die uns künftig vorschreibt, was wir im Straßenbild zu sehen bekommen, sondern zwangsläufig auch der Zensur. Es ist also absehbar, dass auf grauen Kästen künftig massenhaft hübsch gepinselte Belanglosigkeiten zu sehen sein werden.

„Die Gehäuse dürfen nur mit ethisch sowie politisch und religiös neutralen Darstellungen gestaltet werden“, wie es im Flyer heißt. Nichts Kritisches also, nichts, an dem der Geist entbrennt.

„… die bunten Kästen sehen eindeutig schöner aus! Und schrecken nebenbei den ein oder anderen Möchtegern-Graffiti-Künstler davon ab, seine Spuren auf den Gehäusen zu hinterlassen,“ heißt es im blog der Telekom. Das sagt eigentlich alles. Aber die Telekom legt noch eine putzige Entlarvung obendrauf: „Damit der Look der Kästen nicht „verschlimmbessert“ wird, haben die Kollegen schon noch ein Auge darauf, was die kleinen und großen Künstler da vorhaben.“

Außerdem dürfen keine Lacke verwendet werden, sondern nur Dispersionsfarben. Ich hab zwar noch keinen Kasten entdeckt, der von Lack in die Knie gezwungen wurde. Aber ich bin offen für Experimente  und habe versucht, das Phänomen zu ergründen: Allerdings ist es mir nicht gelungen, selbst unter 24 Lackschichten einen der grauen Kästen aufzulösen – oder auch nur anzulösen. 

Es dürfte also um die Haltbarkeit gehen: Lack kriegste nicht so ohne Weiteres wieder ab – Dispersionsfarben schon. Die Telekom hält sich also bloß ein Hintertürchen offen, falls es ihr eines Tages doch noch zu bunt wird mit ihrer fröhlichen Idee …

Und jetzt der Tipp, wie die Sache trotz der eingebauten Haken und Ösen richtig gut werden kann:

Machs wie ich. Reich einen total banalen Entwurf ein, den Du in jedes katholische Altenheim pinseln könntest, ohne dass Opa sich einnässt. Wenn Du deine Genehmigung hast, malst Du aber einfach das, was Du willst!

Und wenns (hinterher) Probleme gibt, zuckst Du locker mit den Schultern und sagst:

„Hm, ich hab noch gar nich angefangen.“

Verstehste? 😉

Auf eine heftige Unverschämtheit soll noch hingewiesen werden: Wenn wir der Telekom großzügig zugute halten, dass denen endlich mal aufgefallen ist, wie beschissen ihre sogenannten Multifunktionsgehäuse aussehen – warum lassen sie sich die Aufwertung ihrer Kästen, die sie absichtlich in voller Hässlichkeit in alle Städte stellen, schenken! Die Telekom ist ein Milliardenkonzern, der hier aufs Asozialste Künstler und die Kunst ausbeutet und sich darin noch einen jugendlichen, toleranten Anstrich verleiht!

 

  • 2. Tipp: Neues Alarmsystem verarschen

Um Graffitisprayern das Leben schwer zu machen, wurde ein Alarmsystem entwickelt, welches auf das Klackergeräusch der Dosen anspringt. Einmal geschüttelt, und alle Scheinwerfer gehen an und die Polizei wird direkt informiert.

Dieses Alarmsystem enttarnt selbstverständlich nur Anfänger oder ausgesprochene Vollidioten, an denen die Erfindung des Magneten vorübergegangen ist. Ein kleines Ding am Boden der Kanne lässt jeden Geräusch verstummen: System außer Kraft gesetzt und verarscht. 

Noch schöner ist es allerdings, das Alarmsystem ad absurdum zu führen, indem man ständig leere Dosen mit sich führt und fleißig schüttelt. Es gibt doch diese handlichen kleinen Hosentaschendosen, die sind eh schnell leer gemalt. Kanns kaum abwarten, bis so ein Alarmsystem in Hamburg eingeführt wird. Bin schon gespannt, wie viel Fehlalarme es braucht, um das Ding abzuschalten …

Nicht zu vergessen, die geräuschlosen Methoden der Streetart: Marker, Pasteups, Sticker usw. …

Pasteups
3 Pasteups an einer gammligen Tür in Kassel

 

 Neu: Iven auf Twitter

Neues Buch: Es geht auch ohne Elke, Elke

Elke-cover-vorn

  • Taschenbuch: 114 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent; 3. Auflage
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1517683475
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