Kleinigkeit aus dem rassistischen Alltag …

… den Grimme-Preis gibt‘ dafür nicht, aber locker drei Hakenkreuze:

Tja, das Problem mit dem Rassismus lässt sich eben nicht auf  die holzpfahlartigen Auswüchse von PEGIDA, AfD, Nazis, Stammtischparolen und einfacher Vollverblödung reduzieren. Es sind häufig die kleinen unbedachten Schnitzer, die den Rassismus ganz selbstverständlich in den Alltag transportieren.

Hier ist es die dumme Konnotation!

(Die ich nicht erötern werde – denn das bisschen Hirn setze ich voraus, um zu kapieren, dass es so mal gar nicht geht.)

Als Anregung für weitere Artikel in der Tegernseer Dorfzeitung hätte ich anzubieten:

  • Jugendliche unfreundlicher als Flüchtlinge
  • Grau häßlicher als Flüchtlinge
  • Müll stinkender als Flüchtlinge

und natürlich:

  • Maxi Hartberger dümmer als Flüchtlinge!


Bei der Gelegenheit:

Amnesty International hat vor wenigen Wochen eine große antirassistische Kampagne gestartet. Tu was gegen den Rassismus im Alltag. Besorg dir bei Amnesty Kampagnenmaterial. Es gibt Infobroschüren, Postkarten, Poster, Aukleber, Buttons. Alles kostenlos. Zeig der Welt, dass Du den Durchblick hast und verschaff jenen, denen es daran mangelt, den allernötigsten Hintergrund, um das eigene Denken und Handeln zu hinterfragen!

amnesty
Kampagne gegen Rassismus in Deutschland

 

Kleine Überforderung zur Lage der Nation

Letztes Jahr im Dezember habe ich die nachfolgende Stegreifsatire unter einen Schnippsel geschrieben.

Als ich mich eben daran erinnert habe, fiel mir auf, wie variantenreich, perfide und hintervotzig Argumente zu vermeintlichen Ausländerproblematiken an den Haaren herbei gezogen und ausgetauscht werden. Mal abgesehen davon, wie hochnotdumm die in der Regel sind.

Wenn euch im Fernsehen mal wieder Pegida-Anhänger, AfD-Konsorten, Neonazis oder sonstige Idioten irgendeiner Volksverwirrung im O-Ton vorgeführt werden, achtet mal bei deren Gestammel ihrer eigenen Meinung darauf, dass sie so gut wie niemals eine haben. Die plärren nur hirnlosen Krempel anderer nach, den sie kaum in vollständigen Sätzen aufzusagen wissen …

Und die haben alle Wahlrecht!

Das #Nazifizierungseinführungsgesetz (euphemistisch als Asylbeschleunigungsgesetz propagiert) wurde im Hauruckverfahren durchgezogen und eingeführt. Damit landen die humanistischen Grundwerte unseres Staates auf dem Müllhaufen der Geschichte.

Was wir stattdessen dringend bräuchten wäre ein Volksbildungszwangsgesetz!

Der_Schallplatte-01-webDer_Schallplatte-02-web

 

Schwulenfeindliche Entgleisung

In der heutigen Ausgabe der jungen Welt rechnet Abu Kicher unter der Überschrift „Von Felidae zu Pegidae“ mit Akif Pirinçci ab.

Was fulminant beginnt „(…) der 1989 mit dem Katzenkrimi »Felidae« einen Bestseller landete und später immer stärker von der Katze zur Kotze herabsank“, endet in einer schwulenfeindlichen Entgleisung:

„Die rechtlichen Mittel muss man dazu nicht verschärfen, nur anwenden – und Akif Pirinçci beispielsweise mit analverkehrfixierten Fanatikern der deutschen Herrenrasse in eine Zelle stecken.“

Ich hab den halben Tag drüber nachgedacht, ob ich mich daran stören muss. Immerhin wird hier ein Kotzbrocken in seiner rechtsradikalen Gesinnung zur Sau gemacht. Da sind alle Mittel recht. Oder eben nicht.

Deshalb stifte ich einen schwulenaktivistischen Gegenvorschlag, etwas ausgefeilter und durchweg positiv:

Wird Akif Pirinçci in den Arsch gefickt, so steckt auch in ihm was Gutes!


 

Neu: Iven auf Twitter

Neues Buch: Es geht auch ohne Elke, Elke

 

In Dresden kommt nix an

Gegen den Tag der deutschen Patrioten und für eine offenherzige Flüchtlingspolitik waren letztes Wochenende in Hamburg etwa 22000 Menschen auf den Straßen. Gleichzeitig gab es Großdemonstrationen mit zehntausenden von Menschen in Kopenhagen, London und anderen Orten.

Völlig unberührt von den Protesten gegen eine inhumane Flüchtlingspolitik in Europa und fernab jeglichen Verstandes, der die Flucht von zur Zeit 50 Millionen Menschen aufgrund von Kriegen ignoriert, gingen in Dresden am vergangenen Montag ungeniert 5000 Menschen zu PEGIDA auf die Straße.

Trotz der breiten Bereitschaft in der Bevölkerung, sich zur Vielfalt zu bekennen, sich zu engagieren und deutlich zu machen, nichts gegen Flüchtlinge und damit Ausländer zu haben, bleibt es in Dresden dabei, dagegen dafür zu sein. Pegida erfährt sogar trotzigen Zulauf.

Na ja, was bleibt denen schon – außer ihr Dresdener Neofaschismus, die haben ja sonst nix Nennenswertes. Die Stadt bietet allerlei architektonisches Theater in Form von im Krieg zerstörter Gebäude, in Fassaden als Imitationen nachgebaut, kulturhistorisch so wertvoll wie ein gefälschter Picasso. Vielleicht sind die Dresdener deswegen immer schon vollkommen beschissen. Deshalb stellen sie sich mit ihren kruden Gedanken auch gern zur Frauenkirche, von der sie zwar auch nix haben, außer dass die extrem teuer war, wodurch die Leute sich vielleicht wertvoll finden. Vielleicht denken die Leute auch bloß, die Kirche wäre was Besonderes, weil die dauernd von Ausländern fotografiert wird. Dass die Dresdener das gestatten, ist ja fast schon tolerant!

Die Erfahrung lehrt leider, dass gegen die Sturheit rechtsradikalen Gedankenguts auch schlüssigste Argumente nicht ankommen. Dämlichkeit ist nämlich extrem facettenreich, sie tut sich schwer damit, das Thema zu halten, in ihr wird alles durcheinander gebracht und am liebsten gar nichts verstanden. Deswegen zu resignieren und das Maul zu halten, hätte aber auch keinen Sinn. Vom Grundrecht auf Blödheit wird in Deutschland in letzter Zeit viel zu selbstverständlich Gebrauch gemacht. Ich bin deshalb für die Abschaffung des Grundrechts auf Blödheit.

Diese Forderung unterstreiche ich mit einer kleinen Überforderung …

+++ Dresden +++ Seite aus dem "Buch der Konturen". Zur Zeit sind die letzten epileptischen Stegreifwahrheiten in Arbeit ...

+++ Dresden +++
Aus dem „Buch der Konturen“

(Zur Zeit sind die letzten investigatIVEN Stegreifwahrheiten in Arbeit …)

Nazi in the box

Spätestens seit PEGIDA werden wir permament mit faschistischer Deutschtümelei aus der DDR versorgt. Das erweckt fast den Eindruck, als gäbe es in der BRD derartige Probleme nicht.

Völlig unterschlagen werden von den Medien allerdings die positiven und echt beispielhaften Widerstandsformen, die ich dringend zur Nachahmung in der BRD empfehle.

Die Magdeburger Nazibox etwa.

Magdeburger Nazibox
Magdeburger Nazibox

Zugegeben, als ich neulich in Magdeburg unterwegs war, konnte ich es zunächst auch nicht glauben: Klopfen und Klagen aus der Box, Hilferufe und Gejammer. Und außen drauf lackiert riesengroß: NAZIS RAUS. Keineswegs als antifaschistischer Protest, ganz im Gegenteil: Als Hilferuf Rechtsradikaler, die ihre Gesinnungsgenossen wiederhaben wollen!

Die Magedburger Nazibox ist nämlich so konstruiert, dass die (bis zu vier) darin entsorgten Nazis nicht mehr rauskönnen.

Feines Ding, das.

Pegida Dresden

Seit Wochen denke ich darüber nach, was ich den Dresdenern sagen möchte, die annehmen, sie wären auf den Pegida-Demos auf der richtigen Seite, jetzt ist es mir endlich eingefallen:

Liebe Dresdener,

hört endlich auf,

euch wie dumme Ossis

zu benehmen!