#zielsicher: Geh zur Polizei: Töte Menschen

Die Polizei in Hamburg hat schon häufiger unter Beweis gestellt, dass sie dümmer ist, als die Polizei erlaubt. Ich erinnere an den Hamburger Kessel, um nur ein Beispiel zu nennen, das in die Geschichtsbücher kommt. Heute ist mir in der S-Bahn eine Werbekampagne aufgefallen. Unter dem hashtag zielsicher wird Nachwuchs gesucht.

#zielsicher wird illustriert durch einen Polizisten, der mit gezückter Waffe sein imaginäres Ziel außerhalb des Bildes im Visier hat. Im nächsten Augenblick wird er wahrscheinlich einen psychisch-kranken Obdachlosen hinrichten. #kannjamalpassieren …

#zielsicher
Eine Werbekampagne, dümmer als die Polizei erlaubt

#zielsicher soll sprachlich irgendwie Pfiff haben, geht aber voll nach hinten los.

Denn spätestens seit der Erschießung des Obdachlosen Robin L. Letzten Sonntag in Bad Oldesloe ist klar, wie #zielsicher Polizisten drauf sind: Arme und Beine waren nicht zu treffen, um den psychisch Kranken, der der ortsansässigen Polizei mit seinen vielfältigen Problemen übrigens bestens vertraut war, ruhig zu stellen.

#zielsicher wurde in den Oberkörper geknallt.

Da stell ich mir ja die Frage, ob der/die Polizist/in hier #zielsicher nicht etwa Arme oder Beine verfehlt hat, sondern den Kopf!


Nachbemerkung:

Kann die Polizei bitte mal #zielsicher bei mir vorbeikommen, und zwei, drei Nachbarn abknallen?

Ok, ich gebs zu: Eigentlich fünf …

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Witz der Woche

G20: Park Arrivati und Hamburger Herrenmenschen

Seit wenigen Tagen hat sich am Neuen Pferdemarkt, im Grüngelände eingezwängt zwischen Straßen und Partymeilen, der Park Arrivati etabliert. Der Park der Angekommenen steht ganz  im Zeichen der Refugees, der Vertriebenen und Geflüchteten. Dort werden die körperlichen und seelischen Ursachen und Umstände von Flucht und Vertreibung dokumentiert und Fragen im Umgang mit den hier Angekommenen aufgeworfen, hier wird informiert, kritisiert und diskutiert. Der Park Arrivati ist eine vollkommen friedfertige Angelegenheit, die zahlreichen Menschen vor Ort sind ausgelassener Stimmung und interessiert an den Dokumentationsmaterialien und kleinen Aktionen und Spielformen, die den Geist schärfen. Hier kann man etwa einen Einbürgerungstest machen, und so mancher Deutsche taugt dann nicht für dieses Land. Damit ist der Park Arrivate ein Protest auf niedrigstem überhaupt denkbarem Niveau, dem nichts vorzuwerfen ist. Wir müssen allerdings befürchten, dass die Polizei Hamburg auch dieses Projekt vom Rasen prügeln wird, sobald die propagandistische Wirkung etwas zu groß gerät

Die Innenbehörde hat längst deutlich gemacht, dass es ihr in Hamburg zu G20 keineswegs darum geht, gewalttätige Proteste zu verhindern. Sie hat etwas gegen Menschen mit eigener Meinung. Spätestens seit gestern Abend wird 1:1 kopiert, was wir aus der Türkei kennen, aus China, aus Nordkorea, aus Russland und aus sonstigen Kackstaaten. Niederschlagung und Unterdrückung sind die ersten Mittel der Wahl im Umgang mit der Hamburger Bevölkerung und protestierenden Gästen zu G20.

Dem Aufruf zum hedonistischen Massencornern sind gestern abend Tausende in Hamburg gefolgt. Und sie haben genau das getan, an Ecken herumgelungert, Musik gehört, miteinander angestoßen, nichts weiter. Als es zu viele Menschen wurden, wurde das war der Polizei zu viel. Mit Aufgeboten von Hundertschaften, dem Einsatz von Schlagstöcken und Wasserwerfern wurden rund um den Neuen Pferdemarkt die cornernden Menschenmassen von Ecke zu Ecke getrieben. Auch den Park Arrivati hat es dabei (erstmals) erwischt, obwohl der eine ganz eigene Veranstaltungsform in unmittelbarer Nähe zu einer cornernden Menge darstellt.

Als das Schauspielhaus gestern Abend überraschend seine Türen für Übernachtungen öffnete, hatte die Polizei rechtswidrig nichts Besseres zu tun, als sich versperrend vor der Tür aufzubauen. Sie wurde vom Schauspielhaus nicht darum gebeten. Hier sollte abermals die harte Haltung durchgesetzt werden, dass Protestcamps in der Stadt nicht geduldet werden und jede solidarische Aktion nichts anderes darstellt als ein Camp auf anderem Niveau. In der Art, sich als Herrenmenschen zu gebärden, bis an die Zähne bewaffnet in Übermacht aufzulaufen, baut die Polizei Drohszenarien auf, mit denen sie sich ihre Konflikte selber aussucht, indem sie sie produziert. Das ist die eigentliche Taktik, und auch dieses Verhaltensmuster ist uns aus totalitären Staaten bekannt. Die Geschäftsführung des Schauspielhauses musste die Polizei allen Ernstes erst darüber belehren, dass sie das Hausrecht im eigenen Haus hat und eigene Entscheidungen treffen darf, ehe die Polizei sich zurückzog!

Schauspielhaus Hamburg, 04. Juli 2017, 23:15 Uhr: Hamburger Herrenmenschen blockieren rechtswidrig am Schauspielhaus Hamburg den Zutritt zum Gebäude.

Ich hatte nie einen Zweifel daran, dass Hamburg diesen Sommer nie vergessen wird. Die Dummheit der Polizei an der Herausbildung dieses Gedächtnisses ist dabei unbeschreiblich.

Denn sie produziert Widerstand.