G-20-Gedächtniscornern am 05. Juli

Für den 05. Juli 2018 wird zu einem Hamburgweiten Massencornern aufgerufen.

Damit soll an den geisteskranken Übergriff vor knapp einem Jahr erinnert werden, als der Polizei nix Besseres einfiel, als friedlich auf dem Pferdemarkt feiernden Menschen mit Wasserwerfern und Schlagstöcken einzubläuen, wer in dieser Stadt eigentlich wem die Lebensart vorschreibt. Die Bilder der Jagdszenen auf fröhliche Menschen, die um ihr Leben rennen, haben Erdogan, Putin und co. sicher ne Erektion verschafft — wir sind heut noch wütend. Polizisten, die sich wie ein asozialer Sicherheitsdienst aufführen, brauchen wir nicht.

Um es der Polizei diesmal nicht zu einfach zu machen, soll das Massencornern nicht allein zentral am Pferdemarkt stattfinden, sondern an möglichst vielen Plätzen über ganz Hamburg verstreut.

Für St. Georg, bevölkert hauptsächlich von Mirdochegal- und Hipster-Klientel, die wegen Protesten höchstens mal auffällt, weil ein Käseladen dichtmacht, schlage ich den Lindenplatz vor.

Der ist so hässlich geworden, den kann man sich nur schön saufen. Insbesondere, seit vor einigen Jahren sämtliche Sitzbänke entsorgt wurden, weil lebende Menschen es immer wieder gewagt haben, diese zu benutzen!

 

G 20 | Massencornern
05. Juli 2018 | 19 Uhr

Lindenplatz
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OZ und Anti-OZ und Anti-Mensch: Siemens

Es tut sich was bei Siemens!

Vor einigen Jahren wurde der Lindenplatz vorm Siemenssitz in St.Georg aufgehübscht. Unter Bürgerbeteiligung. Im Ergebnis ist vor allem eins festzustellen: Bunte Blumenbeete wollten die Bürger auf gar keinen Fall!
Lieber Steinklötze, die man nach Einbruch der Dämmerung leicht übersieht, und an denen sich schon so mancher die Fresse eingeschlagen hat. Außerdem total geistlos in den Platz  eingelassener Lichterfirlefanz. Und immergrüne heckenartige Pflanzungen, die aussehen wie zu lang geratene Billiggrabstätten und einfach nur im Weg herumstehen. Gefällt nicht mal Oma.
Ach ja und zwei Brunnen, die keine Brunnen sind. Es sind nämlich nur mit Wasser gefüllte Tröge. Monstervogeltränken. Fußwaschbecken. Was weiß ich.
Der Lindenplatz ist alles in allem eine hingefrickelte Planlosigkeit. Sinnlos und dumm. Ein Gruß an alle Planer und Beteiligten, die ich immer schon fragen wollte: Was ist eigentlich so schlimm daran, sich mit Dingen zu beschäftigen, von denen man ein bißchen Ahnung hat?
Immerhin erfreut sich der Lindenplatz bei Randständigen, Obdachlosen und Jugendlichen einiger Beliebtheit.
Immer dann, wenn sich Menschen gern an einem öffentlichen Ort aufhalten (sei es der Hauptbahnhof oder der Hansaplatz oder der Jungfernstieg – oder eben jetzt der Lindenplatz), gibt es ein Problem: Wie kriegt man die Menschen weg? Da stehen diese hübschen Bänke und die Leute setzen sich da einfach drauf! Manche liegen dort sogar – die ganze Nacht.
Wenn überwachen und warnen nicht hilft, dann hilft nur eins …
Ueberwachen_Siemens-web  Warnung_Siemens-webSiemens guckt und Siemens warnt!
Is ja nett ...
… Bänke wegmachen.
Bank_wegmachen_Siemens-webSiemensgebäude.
Sitzbanknische ohne Sitzbank.
Die Menschen wurden durch Mülltonnen ersetzt.
Auch ein Bekenntnis.
Hübsch geworden.

Siemens_frisst_Hamburger-web

Noch ein Bekenntnis:
Siemens frisst auch Hamburger!

Und jetzt, wo der Platz ganz ohne Menschen zu einer fast aseptischen Vollkommenheit aufblüht, hat Siemens sich auch seiner häßlichen grauen Betonsäulen, eine jede mit einem fröhlich gekrakelten Kringel von OZ verziert, angenommen.

Die scheißhäßlichen Säulen imponieren seit Neuestem allen Ernstes mit hirnverbrannten grauen Flecken.
OZ_Siemens-webOZ.
Siemens-Säule.

Anti-OZ_Siemens-web

Anti-OZ.
Made by Siemens.

Zur Rettung und Förderung des Frohsinns
gibts als Bonus die OZ-Schlangen:

OZ-Schlange-002-web OZ-Schlange-001-web

OZ-Schlange-004-web OZ-Schlange-003-web

Es lebe der Sprühling!

Vaginas und Fahrräder

Ich find die Überschrift auch gelungen, kannst dich also beruhigen.
Falls dir das schwer fällt, erfinde ich zur Ablenkung mit diesem Artikel eine neue Kunstform, nämlich die geistige Streetart. Man muss die Dinge auf der Straße nämlich oft gar nicht ausführen, um etwas deutlich zu machen. Aber denken, sie sollten ausgeführt werden, das sollte man unbedingt. Das geht ganz gut durch Aufschreiben. Damit ist die Sache irgendwie auch getan. (Auch wenn ich alle Einwände sofort verstehe, einsehe und mit Durchschlag unterschreibe.)
Vaginas und Fahrräder also, falls Du inzwischen vergessen hast, worum es geht.

Zuerst die Fährräder. Eigentlich Zäune.

Im Lastropsweg in Eimsbüttel komme ich immer an diesen alten Zäunen vorbei, da sind folgende Schilder dran:
Lastrupsweg-001
Lastropsweg, Eimsbüttel
(gegenüber dem Spielplatz)
Wundert nur mich das? Ich find das nämlich voll zum Kotzen!
Wenn man die alten Zäune erhalten möchte, dann sollte man sie einfach mal entrosten und streichen! Dann ist das Thema vom Tisch. Wenn mans regelmäßig macht, sogar für immer. Aber es macht natürlich viel weniger Arbeit, sich gar nicht erst welche zu machen, indem man die Schuldigen fürs Verrotten der Zäune ganz woanders sucht und die auch noch dreist öffentlich als Missetäter anprangert. Wie asozial ist das denn!
Lastrupsweg-002
Besonderen Schaden nehmen Zäune in den Bereichen ganz oben,
wo sie zum Anschließen von Fahrrädern nicht benutzt werden.

Das ist ein weltweites Problem,
an dem die Fahrradfahrer Schuld sind.
Leben in dem Haus überhaupt Menschen? Oder hängen in den Wohnungen Schilder? „Um das historische Gebäude zu erhalten bitte nicht betreten oder gar wohnen.“
Klar, ich könnte in dieser Sache einen auf Barbara machen und gewitzte Kommentare neben die Schilder tackern. Blödheit und kritische Vernunft vertragen sich aber nicht. Da würde ich innerhalb von fünf Minuten abgemacht. Dieser Text geht nicht ab. Nie wieder.

Jetzt zu den Vaginas. Also zuerst die Penisse.

Neulich wurde der englische Streetart-Aktivist Wanksy auch hierzulande endlich mal bekannt. Wanksy malt Penisse um Schlaglöcher. Mit dem überraschenden Erfolg, dass etliche Schlaglöcher in Windeseile ausgebessert werden. Nicht, weil das längst vonnöten gewesen wäre – sondern um die Schwänze wegzukriegen, derentwegen sich Ämter und Behörden vor besorgten Bürgerbeschwerden nicht mehr retten können. (Hilfe, mein Kind hat n Schwanz gesehen, wie erklär ich denn das jetzt?)
snapshot-welt.de
snapshot welt-de
Wanksy ist eine Wortschöpfung aus to wank
(wixxen, nicht onanieren, wie auf welt-de verherrlicht)
und Banksy

mehr Bilder von Wanksy auf urbanshit
Nach dem heutigen Unwetter kam mir promt eine Idee. Wenn Penisse bei Schlaglöchern helfen, könnte man es doch mit Vaginas bei Pfützen versuchen. Gerade die Hochbahn ließe sich so bestimmt animieren, nicht weitere fünfzehn Jahre zu warten, ehe sie nervige Senken in den U-Bahn-Eingängen, durch die man nach jedem Regen latschen darf, endlich mal beseitigt.
Pfütze U-Bahn-Osterstraße
U-Bahn Osterstraße Hier braucht es eine Monstervagina.
Die Pfütze erfüllt fast die gesamte Durchgangsbreite.

  Pfütze U-S-Bahn-Berliner-Tor-001

Pfütze U-S-Bahn-Berliner-Tor-002
U/S-Bahn Berliner Tor
Hier bräuchte es einen echt fleißigen Vagina-Maler.
Pfützen über Pfützen ...

So, nun sind wir mit den beiden Dingern auch schon durch, so schlimm war das doch gar nicht. Da hab ich direkt noch ne Überraschung. Und das sind die Freimaurer

Der Stadtraum ist ja nicht nur werbevollverrotzt, er geht auch mit der Zeit. Die einfache Leuchtreklame tuts nicht mehr, LED-Wände müssens sein. Um die zu toppen, tanzen Werbeszenen über ganze Hausfassaden. Bildschirme in Bus und Bahn finden wir völlig normal. Könnte sich bitte ein urbanes Nachwuchstalent darauf spezialisieren, den Scheiß kunstvoll zu sabotieren! Ich bin ja schon zu Hause genervt, nach zwölf bis vierzehn Stunden Internet und Fernsehen, jeden Tag.
In den Öffentlichen nennt sich die Dauerberieselung Fahrgastfernsehen. Klingt wie ne nette Geste für zwischendurch, es geht aber natürlich auch hier allein um Werbung. Werbung, Werbung, Werbung. Infos, Termine und Kurznachrichten sind lediglich Alibis. Ich guck da höchstens aus Versehen mal hin, um mich augenblicklich darauf zu besinnen, das unverzüglich zu lassen. Ich bin nicht so einer. So einer bin ich nicht. Keiner, mit dem das läuft.
Prompt schnapp ich etwas auf. Die Freimaurer-Loge läd zum Tag der offenen Tür. „Freimaurer zum Anfassen“ heißt es da. Bitte was? Zum Anfassen? Wo soll man die anfassen? Prompt stell ich mir eine sabbernde Altherrenriege vor, die schrittpräsent aufgereiht dahockt. Und hübsche junge Männer, denen mit warmen Worten die Wangen getätschelt werden.
Die Freimaurer gelten seit Jahrhunderten als eingeschworener Geheimbund, fühlen sich mittlerweile ganz falsch verstanden und mühen sich immer mal, alle Vorurteile zu entkräften. Aber dieser putzige Versuch, sich volksnah und offen zu geben, zeigt wohl eher, dass den Freimaurern die Welt da draußen etwas fremd geworden ist. Haben sich wohl ein paar Jahrzehnte zu lang weggesperrt. Traditionsgemäß Männer. Männer unter sich. Hinter verschlossenen Türen. Wär ich Hetero, ich würd das voll schwul finden.
Ich glaub, ich mach auch mal n Tag der offenen Tür. Ach, wozu drum rum reden! N Tag der offenen Hose halt ich ab …

 

Der Stadtraum gehört dir.

Er braucht Kreativität.

Es lebe der Sprühling!