Triptychon soll heißen: Der Titel für Samstag

Triptychon mit Montags- bis Sonntagstitel

der Samstagstitel lautet:

„Femme Krawall (Perlen & Säue)“

Iven Einszehn: „Femme Krawall (Perlen & Säue““

Acryllack, Ausziehtusche, Collé von Faltung und Falten und Ritzungen auf Leinwand / auf Pappe / auf lackiertem, mit Graphit poliertem Sperrholz

H 54 x B 120 cm


linke Tafel: „Miss Jolie“

mittlere Tafel: „Miss Piggy“

rechte Tafel: „Miss Elsner“


(vergleiche zur Einführung und zum Hirnabgleich das: Triptychon soll heißen

und hier: Der Montagstitel

und hier: Der Dienstagstitel

und hier: Der Mittwochstitel

und hier: Der Donnerstagstitel

und hier: Der Freitagstitel)

 


Die Titel hat Kerstin ganz friedfertig beigesteuert:

Kerstin züchtet Babelfische und spendet sie syrischen Flüchtlingen. Die von den Fischen hergestellte Übertragung ihrer Biografie ins Bulgarische, vom Bulgarischen ins Dänische und dann zurück ins Deutsche, ist eine beispiellos hafte Privatinitiative vorurteilsfreier Willkommenskultur, die sämtliche Sprachbarrieren mit Leichtigkeit überbrückt:

Kerstin ist Groschen römische Schriftsteller für Stunden- und kennen den Beruf: 8 Stunden und 16 Stunden lang mit nichts. Mit Ausnahme von Sonntag. Es macht diese Arbeit für Jahrhunderte, fast ein Jahr, so in der Lage zu sein nur in den Bürotoiletten in den Pausen ein Liebesleben zu haben. Das ist natürlich weniger schön -. Außer in Momenten, in denen Ihr Kind wohnt im Haus. Sie besuchten täglich. Mit Ausnahme von Sonntag. Und schließen. Und im Falle eines Angriffs.

Kerstin lebte ruhig in einem versteckten Ort. Kerstin würde nicht verraten, wie er es getan hat das ganze Dorf zu verstecken, und was hält andere weg. Es tritt nicht wieder als der Geburtstag ihrer Lieben! Es gibt auch Probleme mit Müllabfuhr, Postversand, Abwasser und alle anderen Aspekte, vor allem bei Zalando. Von Indiskretion kann am Ende erreicht werden: Dies ist vielleicht ein wenig blass Dorf, Dorf außerhalb von Eigenschaften wie Salzgitter vielleicht nur ein wenig schöner und weniger hässlich. Aber im Grunde ausgeglichen, entweder schön oder hässlich, nur so sie beide wissen, dass dieses Dorf nie auf Postkarten verewigt hat, aber in einem Licht kann erwartungs beliebt Kern Sensation Touristen scheinen als Postkarten von ihnen sogar an ganz unterschiedlichen Orten zu verkaufen. National.

Es überrascht nicht, Kerstin praktisch Vorsprünge wird auch von der Öffentlichkeit unterstützt. so veröffentlicht sie unter dem Namen ihrer Urgroßmutter Elfriede Jelinek, was sie nicht den Nobelpreis für Literatur zu stoppen für die Erlangung und Aufrechterhaltung Dankesreden, für die sie von Doris Lessing verwirrt sind. Erste Gregor Gysi war nicht so schlimm, und der andere brachte Jelink ihre dummen Plappermäulchen ein weiterer Nobelpreis.

Als Gerüchte in der Nachbarschaft, hat Kerstin das ganze Geld auf den Nobelpreis und den Nobelpreis Geld ausgegeben hinter Wohnsdorf ein Atomkraftwerk zu verstecken. Malerei der Kernenergie ist nicht mehr genug. Seit gestern habe ich einen Platz und Fürsorge für ihn. Ich möchte mich bedanken. In Iven. Ich habe eine Menge Zeit. Etwas.

 


Liste unterschlagener Sachverhalte

Zur Zeit töpfert Kerstin Fernsehapparate, Bügeleisen und Rollschuhe vom Serbokroatischen in Sanskrit, von Sanskrit in Belgisch, um anschließend alles dinglisch zu übermalen und in Serviettentechnik zu bekleben. Dafür richtet sie einen Da-Wanda-Shop ein, aber ohne Internet, denn das spart Strom.

Ansonsten ist Kerstin staatlich verkannte, plombierte Sozialsprotzologin.

Sie arbeitet in Magdeburg an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Wenn die erfahren, was die Frau in ihrer Freizeit treibt, nur weil sie einen bedeutenden Künstler kennt, fliegt sie raus. Echt jetzt.

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Triptychon soll heißen: Der Titel für Donnerstag

Triptychon mit Montags- bis Sonntagstitel

der Donnerstagstitel lautet:

„Mutantinnen“

Iven Einszehn: „Mutantinnen“

Acryllack, Ausziehtusche, Collé von Faltung und Falten und Ritzungen auf Leinwand / auf Pappe / auf lackiertem, mit Graphit poliertem Sperrholz

H 54 x B 120 cm


linke Tafel: „Liebe“

mittlere Tafel: „Schmerz“

rechte Tafel: „Sehnsucht“


(vergleiche zur Einführung und zum Hirnabgleich das: Triptychon soll heißen

und hier: Der Montagstitel

und hier: Der Dienstagstitel

und hier: Der Mittwochstitel)


Die Titel hat Kerstin sofort gewußt,

denn Kerstin ist Groschenromanautorin auf Stundenlohn und kennt sich von Berufs wegen täglich zwischen 8 und 16 Uhr bestens mit sowas aus. Außer sonntags. Sie macht diesen Job schon ewig, schon fast ein Jahr, deshalb ist sie zu einem eigenen Liebesleben nur während der Arbeitspausen auf den Bürotoiletten imstande. Das ist natürlich weniger schön – außer in den Augenblicken, wo das so ist. Ihr Kind wohnt in dem Gebäude. Sie besucht es täglich. Außer sonntags. Und in den Betriebsferien. Und bei Streik.

Kerstin lebt zurückgezogen an einem versteckten Ort. Kerstin will nicht verraten, wie sie es vollbracht hat, ein ganzes Dorf zu verstecken und was die anderen Leute davon halten. Die werden seitdem ja zum Geburtstag von ihren Verwandten nicht mehr gefunden!  Es gibt auch Probleme mit der Müllabfuhr, der Postzustellung, dem Abwasser und all den anderen Aspekten, ganz besonders mit Zalando und den Pizzalieferanten. Aus unbedachten Äußerungen lässt sich immerhin ableiten: Es ist wohl ein eher blasses Dorf, ein Dorf ohne Eigenschaften, wie Salzgitter vielleicht, nur etwas schöner und etwas weniger hässlich. Im Grunde aber ausgewogen, weder schön noch hässlich, und zwar exakt so viel von beidem nicht, dass dieses Dorf noch nie auf Postkarten verewigt wurde, obwohl im Hintergrund ein bei Sensationstouristen erwartungsvoll beliebtes Kernkraftwerk glänzen könnte, sodass sich Postkarten davon sogar an ganz anderen Orten verkaufen ließen. Landesweit.

Es ist keine Überraschung, dass sich Kerstin auch aus der Öffentlichkeit weitgehend heraushält. Sie veröffentlicht deshalb unter dem Namen ihrer Urgroßmutter Elfriede Jelinek, was sie nicht davon abgehalten hat, den Nobelpreis für Literatur entgegenzunehmen und Dankesreden zu halten, in denen sie sich allerdings mit Doris Lessing verwechselte. Zum einen fand Gregor Gysi das nicht weiter schlimm, zum anderen brachte Jelink ihr dummes Plappermäulchen so einen zweiten Nobelpreis ein.

Wie man in der Nachbarschaft munkelt, hat Kerstin das gesamte Nobelpreispreisgeld und das Nobelpreispreisgeld dafür ausgegeben, ihr Wohndorf hinter einem Kernkraftwerk zu verstecken. Für einen Anstrich des Kernkraftwerkes reichte es dann nicht mehr. Seit gestern bin ich vor Ort und erledige das. Dafür danke ich mir. Ich bin Iven. Ich hab ja Zeit. Für sowas.

Letzte Veröffentlichungen:

Scheidenpilze am Mittelmeer (Bd. 1)

Pizza Funghi Vaginales Mediterranea (Bd. 2)

Elmar oder Dauert das noch lange?

Die Herbstzeitmösen

Gerontophile Gonorrhoe der grundgeilen Goten von Gera


Liste unterschlagener Sachverhalte

Da gibt’s nichts, ehrlich.

Triptychon soll heißen

Es ist so: Ein Kunstwerk hat einen Titel. Oder nicht. Das ist dann hilfreich. Oder nicht. Titel können ein Werk benennen, sie können es erläutern oder erweitern und so zum Verständnis beitragen. Oder absichtsvoll Gegenteile bewirken, in die Irre führen und verschleiern. Titel können wichtig oder unwichtig sein. Mancher Künstler titelt konsequent gar nicht, andere Künstler titeln ausschließlich kryptisch, was praktisch ein- und dasselbe ist.

Viele Künstler machen es hingegen in vollverblödeter Eitelkeit. Da kommt dann sowas raus, wie „Sonnenblume vor Herbstlandschaft“, „Stehender Halbakt am Klavier lehnend im Schlagschatten“ oder noch üblere Scheiße. Solche Titel sind gar keine, es sind Bildbeschreibungen. Pseudotitel wurden ursprünglich vor ein paar hundert Jahren von Sammlern, Archivaren und Kauzen erfunden, um die zusammen gerafften Fluten in Museen und Sammlungen ordentlich ablegen und wiederfinden zu können. Wenn der ganze titellose Kram unter o.T. in den Karteikästen lungert, blickt man nicht mehr durch. Also wurde er alphabetisch sortiert, mit Hilfe von Worten und Erläuterungen, die dann auf die Kärtchen neben den Bildern in den Museen und Sammlungen gewandert sind. Dort hat die Blumentopftitelei ihren Ursprung – und Sinn.

Wer heute so titelt, hält sich entweder für einen verkannten Meister, wähnt sich bereits im Museum oder hat sonst irgend ne Vollschramme weg. Genau dort findet man auch den beliebten Schwachsinn, „Ohne Titel“ zu titeln. Wenn einem kein Titel einfällt, dann hat ein Bild halt keinen Titel. Es heißt dann nicht „Ohne Titel“, es ist dann einfach ohne Titel. Weil diese Info so wichtig ist, wie die Konfektionsgröße von Omas in Sagrotan getunkter Unterwäsche, wird sie gekürzt: o.T.

Es ist ein weites Feld mit den Titeln. Ich stecke bis zum Hals in der Kunst, über solche Dinge nachzudenken, führt bei mir fast automatisch zu einer Auseinandersetzung, die das rein Geistige übersteigt – und im Geistreichen fassbar macht. Unfassbar fassbar, in Form von Kunst. Ein Ergebnis ist

„Das Bild, das montags Dienstag heißt“. 

Iven Einszehn: „Das Bild, das montags Dienstag heisst“
Acryllack, Ausziehtusche, Ritzungen, Lack auf Leinwand
70 x 70 cm

 

Ein Bild ohne Bild. Es ist geschriebenmalt. Ein Schriftbild. Ein Bild, das lediglich aus seinem Titel besteht. Und den fett adrett in die Gegend hält. Ist das selbstbewusst oder dreist, von dem Bild, von dem Titel, von dem Titelbild, von dem – ja was denn nun?!

Man sollte sich an der Forderung des Titels ruhig einmal versuchen: Wenn „Das Bild, das montags Dienstag heißt“ am Montag „Dienstag“ heißt, ist der eigentliche Titel dann in Wahrheit falsch, und wie sollte das denn gehen? Das Bild kann ja nur entweder am Montag „Dienstag“ heißen, dann heißt das Bild gleichzeitig montags aber nie „Das Bild, das montags Dienstag heißt“, obwohl dies und nichts anderes draufsteht. Hat das Bild demnach nur montags einen Titel, alle anderen Tage keinen? Oder heißt es alle anderen Tage „Das Bild, das montags Dienstag heißt“? Oder gilt der eigentliche Titel jeden Tag, unabhängig davon, in welcher Art er angewendet werden soll. Darf man den Dienstag also ignorieren? Überhaupt: Wieso und wieso sollte ein Bild überhaupt ausgerechnet „Dienstag“ heißen! Da steckt doch irgendwas dahinter!

So einfach schwierig, wie sich das erörtern lässt, ist die Sache in Wahrheit nicht. Denn der Titel ist eben ­mehr als das, was er vorgibt zu sein: nämlich ein Titel. Er ist eine Handlungsanweisung. Ein Befehl geradezu. Wenn man den befolgt, kann man das Bild nur an Montagen einwandfrei benennen. Alles andere an allen anderen Tagen wäre allenfalls so etwas wie ein kunstgeschichtliches Zitat. Denn die Kunstgeschichte dieses Bildes beginnt exakt in dem Augenblick, wo man sich daran die Hirnwindungen verdreht.

Ich bin echt zufrieden mit dem Ding, aber das habt ihr eh geahnt. Der Titel selbst, der üblicherweise eher eine Dreingabe ist zur Kunst, erhebt sich hier zur Kunst. Da geht noch einiges.

Neben der mit „Das Bild, das montags Dienstag heißt“ vorgeführten voll vorsätzlichen Verkomplizierung von Titeln, gibt es mit Titeln ein Problem von vordergründig recht schlichter Natur:

Es gibt Werke, die benötigen einfach keinen Titel, der Künstler weiß das, und es kümmert ihn nicht, nicht in der Weise, da würde was fehlen oder so. Andere Werke brauchen hingegen ganz dringend einen Titel, fast egal welchen, ohne Titel sind sie bedeutungslos. Wenn ein Künstler genauso ein Werk geschaffen hat, aber ihm fällt nichts ein, dann hat er ein Problem.

Das ist mein Problem mit dem Triptychon. Wochenlang will ein Titel durchbrechen in mir, aber er schafft es nicht. Er nervt nur beständig mit dem Gefühl an eine Gewissheit, die ich nicht zu fassen kriege. Ich hätte das Ding einfach „Mai-Triptychon“ nennen können, denn im Mai habe ich es beendet. Die Sache wäre erledigt gewesen, und niemand hätte sich dran gestört. Es ist aber nicht bloß das „Mai-Triptychon“.

Deshalb habe ich mich umgefragt, was andere im Triptychon sehen und um Titelungen gebeten. Ich habe mit gar nicht viel gerechnet und wurde reichlich beschenkt: Mit Titeln, die so naheliegend sind, aber mir nie in fünf Jahren nicht in den Sinn gekommen wären, mit Titeln von so abseitiger Korrektheit, dass ich neidisch werde vor solchem Einfall.

Es ging mir in Wahrheit nicht bloß um einen Titel, sondern um eine Erweiterung. Nachdem ich das „Dienstagsbild“

Also halt mal!

Ist es überhaupt zulässig, in dieser Form darüber zu reden! In vollkommener Vernachlässigung seines Wertes, der allein im Titel und dem komplizierten Umgang damit besteht! Ich habe nie ein „Dienstagsbild“ geschaffen. „Dienstagsbild“ ist ein Spitzname, ähnlich wie „Mona Lisa“ oder Holland. Eine pure Frechheit ist das, eine grobe Geringschätzung. Eine derartige Verhöhnung meiner Leistung werde ich mir nicht gefallen lassen, nicht einmal von mir selbst!

In Wahrheit hatte ich eine weitere Titelspielerei vor, indem ich einem Werk für jeden Wochentag einen anderen Titel verpasse, sodass ein- und dasselbe Werk an jedem Wochentag eine andere Deutung produziert. Mich reizt, dass das nicht stimmen kann. Ein Bild ist nämlich nicht Sieben. Ein Bild ist ein Bild.

Das Triptychon hat deshalb Montags- bis Sonntagstitel. Hängt es irgendwann in einer Ausstellung oder gar im Museum, muss jeden Tag das Kärtchen von der Wand gekratzt und ersetzt werden. Stattdessen eine bequeme Liste hinzuhängen, wäre eine faule Sache, ein Eingriff ins Werk, eine Verfälschung, eine Urheberrechtsverletzung. Ich habe das Werk so nicht geschaffen, nicht mit einer Liste als Titel. Auch das reizt mich.

Morgen ist Montag. Morgen veröffentliche ich das Triptychon und seinen Montagstitel. Und ich stelle euch den Titelstifter gebührend vor …