1,5 Kilo Kunst

Ich wurde so oft nach einem Bildband gefragt.

Jetzt endlich ist er da.

Mit zahlreichen, nie ausgestellten Werken

und Werken, versteckt in Privatbesitz:

Bildband Iven Einszehn
„Zwischen Sturmflut und Niedrigwasser
Werkauswahl 2003 – 2018″
Bildband Iven Einszehn
„Zwischen Sturmflut und Niedrigwasser
Werkauswahl 2003 – 2018″
Iven Einszehn
Zwischen Sturmflut und Niedrigwasser
Werkauswahl 2003 — 2018

(m. Fotos von Ellen Markgraf und Patrick Sun)

216 Seiten / 450 Fotos / 4farbig / knapp 1,5 Kilo
Hardcover / fadengebunden
30,3 x 21,5 x 3,2 cm
Edition AFV / € 48,-

Gliederung:
- Zur Arbeitsweise
- Objekte
- Spruchtafeln
- Postkarten (zum Problem, eine Postkarte zu verschicken:
Text "Eine Postkarte ist eine Postkarte")
- Häkelbefall
- Möbel
- Installation Behördenschreibtisch (mit Pressetext)
- Installation Bibliothek
- Installation Schminktisch (mit Kurztext)
- Über den Künstler

 

Einblicke:

Seite 7
Seite 8
Seite 9
Seite 10
Seite 11
Seite 19
Seite 40
Seite 47
Seite 77
Seite 93
Seite 108
Seite 114
Seite 185
Seite 191
Iven Einszehn
Zwischen Sturmflut und Niedrigwasser
Werkauswahl 2003 — 2018

216 Seiten / Hardcover / fadengebunden
Edition AFV / € 48,-


Edition AFV: "Unsere Druckerzeugnisse gibt es nirgends zu kaufen,
es sei denn, wir bieten sie irgendwo an."

 

Dauerausstellung


Dauerausstellung für Mandanten in der Bürogemeinschaft Anwälte Anke Niehaus / Marion Pein / Bernd Vetter (und Passanten, denn die großzügigen Fenster gewähren 1A-Einblicke). In gelegentlicher Veränderung. Aktuell ca. 25 Werke …

 

Liste,-
Seit 12.01.18 | Für immer minus einen Tag
Bürogemeinschaft Anwälte Anke Niehaus / Marion Pein / Bernd Vetter
Arnoldstraße 21
22765 Hamburg

Hier gibts mehr zur Ausstellung 

 

Gegen die November-Tristesse

Gegen die November-Tristesse empfehle ich den aktuellen EULENSPIEGEL. Der EULENSPIEGEL hilft natürlich zu jeder Jahreszeit. Im Frühjahr vertreibt er die Müdigkeit, im Sommer hilft er gegen Sonnenbrand, in Krankenhäusern wird er bei Tumorleiden angewendet und eng zusammengerollt verhält sich der EULENSPIEGEL wie reinstes Viagra.

Eulenspiegel Nr. 11/2019
Eulenspiegel Nr. 11/2019

Sämtliche Beiträge im aktuellen EULENSPIEGEL habe ich höchst persönlich verfasst, auch die Werbung. Das schwöre ich bei Dolce & Gabbana. Wer das Gegenteil behauptet, leidet an Kollegialität im Endstadium. Das ist ein weithin unerforschtes Syndrom, bei dem man gar nichts machen kann. Ich schon gar nicht, ich mach echt viel – aber das wär echt das Letzte …

Eulenspiegel Nr. 11/2019: Kleiner Vorgeschmack
Eulenspiegel Nr. 11/2019, Kleiner Vorgeschmack;
Zahlen Prostituierte Mehrwertsteuer?

Eulenspiegel Nr. 11 / 2019

jetzt am Kiosk für € 3,80

ßassnagtion :|: Warteschleife

Die Prümaum-Ausgabe der Novelle, Ausgabe 8 zum Thema Seltsamkeitsforschung, erforscht und ferschort seit. Dem.

Es sind aber bloß die Jahre, die selt in Samkeit. Wir haben viel. Davon. Nichts vergeht. In Wahrheit nur Du. In Xaß.

Iven Einszehn: „Pampe“ (Ausschnitt) auf novelle.wtf

Hauptquartier: Die Novelle / Zeitschrift für Experimentelles

Pampe

Von der Blödheit der Jugend!

Ach, habt ihr es mitbekommen?

Bernd Lucke, der Erfinder der Neuen NSDAP (Abkürzung: AfD), hat seine Professur in Hamburg wieder aufgenommen.

Seine bisherigen zwei Vorlesungen wurden wegen Protesten abgebrochen. Darüber – und nur darüber – berichtet die Hamburger Boulevardpresse. Sie stürzt sich auf die Proteste, als wäre das der Skandal. Der Skandal liegt woanders: Die antifaschistischen Proteste kommen von einer Minderheit, es sind die wenigsten Studenten, die sich auflehnen. Luckes Vorlesungen sind proppevoll mit Studenten, die es überhaupt nicht kratzt, von einem Nazi unterrichtet zu werden.

Ich habe herausgefunden, weshalb das so ist:

Diese Studenten hätten auch völlig unbekümmert einen Bastelkurs bei Adolf Hitler besucht.

Origami hat mit der Shoah, mit Massenmorden an Sinti und Roma, mit der Ermordung von Schwulen und Behinderten und Kommunisten, mit Experimenten an lebenden Menschen, mit 60 000 000 Toten nämlich rein gar nicht zu tun!

Wehret den Anfängern! (Kein Schreibfehler)

XL!

Als wäre es um die Inhalte in deutschen Zeitungen nicht häufig genug schlimm genug bestellt: Was ich ganz besonders liebe wie die Pest, ist der schlechte Sprachgebrauch …

Überschrift aus welt.de vom 21.10.2019

Schwanzgröße ist alles

Der neue Eulenspiegel ist längst da

Oh Mann, ich bin spät dran. Der neue Eulenspiegel ist seit 2 Wochen da, und ich verrats euch erst heute. In letzter Zeit bin ich zu oft verreist und nie ganz da, egal wo und |mit …

Nicht so ausgefeilt, wie in meinem Notizbuch, aber u.a. in der aktuellen Ausgabe dabei: Der Nazi-Code. Außerdem ein Teil der Reihe „Leben im Zölibat“ …

EULENSPIEGEL Nr. 10/2019

seit Ende September am Kiosk

€ 3,80

Warnung für Hamburg!

Endlich mal ein Tipp zum Zuhausebleiben, denn die Katastrophe naht. Sie heißt Michael Batz und nennt sich Hamburg Blue Blöd Port. Vom 06. bis zum 15. September ist es wieder so weit.

Um sich eine Sache wie Hamburg Blöd Port auszudenken, braucht man statt Gehirn Sauerkraut oder Klopapier. Jedenfalls nichts, mit dem einem besonders viel oder was Besonderes, gar was Herausragendes, einfällt. Für Hamburg Blöd Port werden nämlich ganz ganz viele blaue Lampen blöd im Hafen aufgehängt, so dass ganz ganz viele Kräne und Gebäude in blöd getaucht werden. Touristen, besonders ganz Blöde unter denen, finden das ganz ganz toll. Blau müssen die dafür nicht erst sein. Die gehen auch ins Musical und denken anschließend, sie wären in Hamburg im Theater gewesen.

Vor einigen Jahren wurde aus der Hafenstraße der Schwachsinn vortrefflich kommentiert mit einem fetten FUCK U! Diese Desavouierung der Kunstinstallation als reine Deppenveranstaltung ging für seinen geistigenlosen Urheber Batz aber erst richtig nach hinten los, als Hamburg.de einen Wettbewerb um das schönste Foto von Hamburg Blöd Port veranstaltete. Gewonnen hatte nämlich die treffsichere Pöbelei gegen Batz!

FUCK YOU Hamburg Blöd Port
snapshot Hamburger Morgenpost, 2008.2012
FUCK YOU / Hamburg Blöd Port
( snapshot mopo.de, 20.08.2012)

Man müsste diesen einfallslosen Quatsch vielleicht gar nicht Scheiße finden, sondern bloß zum Gähnen, oberflächlich und dumm, diente er allein künstlerischem Selbstzweck und eitler Selbstinszenierung. Schlechte Kunst hat ja durchaus auch den Charakter von Ergotherapie, Penisvergrößerung oder hält einen Menschen von weit Schlimmerem ab. Da ich Batz allerdings keinen Massenmord zutraue, sehe ich für Hamburg in den kommenden Jahren schwarz. Lokolorit wie den wird man nie wieder los.

Hamburg Blöd Port ist allerdings Teil der Hamburg Cruise Days und die sind nichts Geringeres als eine Propagandaveranstaltung der Kreuzfahrtindustrie. Geballt auf wenige Tage schippert gleich ein ganzer Haufen Kreuzfahrtschiffe ins Herz der Stadt, verpestet die Luft und kotzt zig Tausende Touristen in die Stadt, die blau den Blöd Port beglotzen, inszeniert allein ihretwillen. So dämlich kann da echt keiner mehr sein, Hamburg Blöd Port nicht als rein kapitalistische Veranstaltung zu entlarven!

Die Hamburger Boulevardpresse hat das bis heute nicht so richtig gecheckt und stilisert Batz zum Lichtkünstler hoch. Dabei hat der bloß einen an der Lampe. Und ich gebe es ja zu: Man muss gar nicht soweit gehen, der Sache jeglichen Kunstcharakter abzusprechen. Hamburg Blöd Port hat nämlich ganz entschieden das Niveau redunanter Kleinstadtkunst. In Celle wird man für sowas fürs Bundestverdienstkreuz vorgeschlagen.

FUCK U!

OZ hat längst einen würdigen Nachfolger

Oz ist nicht tot habe ich im Nachruf behauptet, als Walter Josef Fischer, seinerzeit bekanntester und fleißigster Sprayer Hamburgs, im September 2014 auf einer Gleisanlage zwischen HH Hauptbahnhof und Berliner Tor den Tod fand.

Soll übrigens n Unfall gewesen sein. Obwohl Sicherheitsdienste von Bahn und Hochbahn [die in der Regel eine aufwändige Ausbildung von teilweise bis zu fünf Tagen erfahren] und mancher Polizist sogar in seiner Freizeit OZ regelrecht gejagt haben. Mir soll niemand weismachen, OZ habe eine heranfahrende S-Bahn nicht bemerkt — denn Bahnanlagen waren praktisch seine zweite Heimat …

Nächsten Monat ist das 5 Jahre her. Ich habe mich wohl geirrt, als ich dachte, OZ wäre so tief im [öffentlichen] Gedächtnis Hamburgs verankert, dass er nicht in Vergessenheit geraten könnte.

Wenn ich Freunden mit nem fetten Stift OZ aufs Display ihrer Smartphones male, weiß keiner (mehr), was das soll. Niemand erkennt den tag und erinnert sich an OZ, bemerkt die Würdigung eines Freigeistes, erkennt gar das kleine Geschenk, indem ich jemanden für OZ-würdig halte. Alle sehen bloß ne hässliche Kritzelei auf ihrem erweiterten kleinen E-Ego, an dem sie permanent wischen und streicheln und herumfummeln, als wär das ein externes Sexualorgan.

Allerdings hat OZ längst einen würdigen Nachfolger gefunden. Da bemalt jemand seit einigen Jahren mit ähnlich herausragendem Fleiß und konsequenter Hartnäckigkeit die grauen Kästen und Mülleimer, die Laternenpfähle und Betonödnisse unserer Stadt und verbreitet Fröhlichkeit an jeder Ecke.

Ich habe diesen Künstler als „Neo-OZ“ in meiner Streetart-Sammlung abgelegt. Seine Bildsprache ist der von OZ gar nicht unähnlich. Strenggenommen hat „Neo-OZ“ die Grundidee des Smileys erweitert, indem er ihnen durch einen einfachen Strich eine Schädeldecke aufsetzt. Zwar sind es nicht bloß Smileys, die „Neo-OZ“ malt, es sind Gesichter, vielfältig und individuell, Ausdrücke und Eindrücke lassen sich erkennen oder hineindeuten. Aber es ist eine Form von Schnellmalerei, wie auch Oz sie pflegte, minimalistisch, reduziert, fast piktogrammartig.

Vor allem aber: Die munteren, witzigen, teils aberwitzigen Gesichter von „Neo-OZ“ lassen sich sehr elegant, aufs Einfachste und Schnellste zu Menschenmassen arrangieren. Großes Kompliment für diesen simplen, aber einfach gelungenen, grafischen Einfall.

Hier wurdest Du wohl gestört. Machst Du das noch fertig …?

Mach weiter, Junge!

Es lebe der Sprühling!

OZ ist nicht tot!

BILDUNGSOFFENSIVE!

Am Institut für Seltsamkeitsforschung an der FAW Kyoto haben wir die Erdbebenpausen am 09.07. 11:30 bis 11:42; am 21.07. 8:07 bis 8:09; 9:45 bis 9:49; 10:02 bis 10:13; 11:58 bis 14:14 (vollständige Kalenderdaten per mail anfragen) genutzt, uns dem drängendsten Problem der Menscheitsgeschichte zu widmen:

Bildungsoffensive des Instituts für Seltsamkeitsforschung an der FAW Kyoto zum Thema Bildung (fächerübergreifend). 5. Optester, ausgewählte Studenten, Naktvorträge durch Prof ind Iven Einszehn (Prof indIE).

Service für Fans und Sammler:

Die Bildungsoffensive erscheint im nächsten EULENSPIEGEL, netterweise dekoriert mit 65,5 Seiten voller ulkiger Weisheiten und Kritzeleien und schrägem Humor & und …

EULENSPIEGEL 9/2019 ab 29.08. am Kiosk

EULENSPIEGEL 9/2019

Entwicklungsstörung 1

Niemand hat die Absicht, e-shoes zu entwerfen!

Ist doch merkwürdig, da steigen wir aus dem Atomstrom aus und wir steigen aus der Braunkohle aus. Der Dieselskandal tat sein übriges, um ein Umweltbewusstsein auch in hinterste Bewusstseinswinkel des Landes zu implantieren. Wir alle müssen etwas tun, um die Verrottung des Planeten zu beenden. Und die Konsequenz lautet offenbar: Strom verbrauchen. Strom verbrauchen, Strom verbrauchen, Strom verbrauchen. Immer mehr Strom verbrauchen!

Nichts anderes propagieren Politik und Wirtschaft seit Jahren: E-Autos, E-Bikes, elektrisch betriebene Roller und Skateboards. Als würde Stromverbrauch der Umwelt überhaupt nicht schaden, seit die gefährlichsten und übelsten Stromerzeuger vom Tisch sind bzw. es demnächst endlich mal sein werden. Sauberen Strom gibt es aber gar nicht, auch wenn uns grüner Strom das suggerieren soll. Jeder Strom ist umweltschädlich. Solarzellen müssen doch produziert werden, Windkrafträder gebaut, die Anlagen zur Stromerzeugung müssen errichtet werden. Ohne Eingriffe in die Natur und Verbrauch von Natur geht das nicht. CO2-neutral ist das alles lange nicht. Ich hab jedenfalls noch nie davon gehört, dass überhaupt mal versucht wurde, einen Windenergie- oder Solarpark klimaneutral zu bauen. Das hieße dann bis in alle Einzelkomponenten, dass das Material nicht aus aller Herren Länder um die halbe Welt gekarrt werden dürfte, um daraus den schönen Schein der geretteten Welt zu basteln. Stromtransport und Batterieherstellung kommen aufs Problem noch drauf. Und das Konsumproblem, sich stets das Neueste vom Neuen anzuschaffen, auch.

Wollen wir so genau nicht drüber nachdenken, nicht wahr. Die tollen Leute machen es ja vor, wie elegant die neue strombetriebene Zeitgeistwelt funktioniert. Da kann man wohl mal selbst mitmachen, kann ja so schlimm nicht sein, wenn das mittlerweile üblich ist, e-betrieben auf jede Art und Weise durch die Stadt zu gurken.

Die Elektromotorisierung der Fortbewegungsmittel ist eine – rein inhaltlich betrachtet – folgerichtige Entwicklung: Vom Auto, zum Fahrrad, zum Roller. Wenn man sie weiterdenkt, ist allerdings zu befürchten, dass über kurz oder lang alles motorisiert wird, was Rollen hat. Allen voran: Einkaufswagen und Rollkoffer. Die größte Marktlücke sind allerdings unsere Schuhe. Mit selbstfahrenden Schuhen erübrigt sich so einiger anderer Quatsch!

Ich kapier‘s ja gar nicht. Ich kapier nicht, was so schlimm dran ist, am Fahrrad in die Pedalen zu treten, auf dem Roller mit dem Fuß für Schwung zu sorgen, gar das Auto mal stehen zu lassen und die Öffentlichen zu nutzen (oder, als besondere Herausforderung an den modernen Menschen: Ein Fahrrad auszuleihen). Oder einfach mal zu Fuß zu gehen. All diese überholten Arten der Fortbewegung haben ja den Nebeneffekt, dass der Mensch etwas mehr von seiner Umwelt, sagen wir lieber: Umgebung, mitbekommt, während er sich dabei auch noch höchstpersönlich körperlich betätigt, statt lediglich durch die Gegend geschafft zu werden. Mittlerweile scheint das eine Sache zu sein, die zu einem Fehlverhalten mutiert. Dauert nicht mehr lang und Spaziergänger machen sich verdächtig und müssen sich unangenehme Fragen gefallen lassen. Dabei haben noch im letzten Jahrtausend Ärzte behauptet, tägliche Bewegung sei wichtig, sogar gesund, insbesondere weil wir alle viel zu viel an Schreibtischen hocken. Seit wir uns über die miniaturisierten – und nebenbei bemerkt: elektrifizierten – Schreibtische unserer smartphones beugen, ist eher mal von WhatsApp-Daumen und Nackensteifheit die Rede. Die körperliche Bewegung wurde zwischenzeitlich wohl ins Fitnessstudio outgesourct, dorthin, wo sie niemanden stört …

–> so ähnlich auch in der jungen Welt vom 11.07.19