6. Regionalschau in Dänemark

So, jetzt schnell noch dänisch lernen, denn die 6. Regionalschau geht ab dem Wochenende in die zweite Runde:

6. Regionalschau
med aktuelle værker af tyske og danske kunstnere
Fernisering lørdag de. 19. august

Haderslev Rådhus kl. 14.00 – 15.00:


Åbningstale ved Borgmester H.P.Geil, Haderslev
Hilsner fra: Kreispræsident Burkhardt E.Tiemann, Pinneberg
og Inge Olsen, formand for Flensborg Fjords Kunst og Kulturforening.
Haderslev kommune er vært ved en forfriskning.

Det Gamle Havnekontor kl. 15.30 – 17.00:
Åbningstale ved formand for Kultur og Fritid Allan Emiliussen.

Underholdning med Barokmusik af Bach, Händel og Vivaldi med Maria Johannsen, sopran og Guily Johansen, violin.
Kunstforeningen er vært ved en forfriskning.

Åbningstider:

Det gamle Havnekontor i perioden 19. august – 17. september
Lørdage-søndage kl. 13 – 16 og ekstraordinært i denne periode onsdagene: 23. og 30 august + 6. og 13. september kl. 15 – 18.

På Haderslev Rådhus i perioden 21. august – 22. september i
Rådhusets åbningstider på alle hverdage.
Fri entre – alle er meget velkomne.

Tid: Fernisering 19. august kl. 15.30-17
Pris: Fri Entre

 

6. Regionalschau (2)
Aktuelle Kunst deutscher und dänischer Künstler

Rathaus und Kunstverein Haderslev / Dänemark
19.08. — 24.09.2017

Eröffnung 6. Regionalschau in der Drostei in Pinneberg

Tipp: Kunstgucken MS Artville 2017

Jedes Jahr einen Besuch wert: Das Kunstgelände zum Dockville-Festival in Wilhelmsburg. Kommenden Sonntag (und zum Burgfest am darauf folgenden Samstag) lädt MS Artville zum letzten Mal in diesem Jahr zum kostenlosen Kunstgucken ein. Als Empfehlung, selbst durch die Botanik zu stapfen und die teilweise im Gestrüpp versteckten Werke zu entdecken:


Darko Caramello


 







 

 

MS Artville
Reiherstieg-Hauptdeich | HH-Wilhelmsburg
bis 12. August

 

Kunstgucken
Sonntag | 06. 08. | ab 14:00 | Eintritt frei

 

Burgfest
Samstag | 12.08. | ab 13:00 | Entritt frei
(mit Flohmarkt, Kunst-und Designmarkt, Plattenverkostung,
Workshops, Spielen für Kinder, openair etc.)

Absolut empfehlenswert: HfbK Grundklassen | Wartenau

Die Nebenorte der HfbK-Jahresausstellungen führen stets ein etwas stiefmütterliches Dasein. Völlig zu Unrecht. Ich empfehle deshalb die dritte Etage in der Wartenau 15. Die Abschlusspräsentationen der Grundklassen warten mit einer derart facettenreichen Ladung an Kunst auf, dass man sich kaum sattsehen kann.

Es ist immer wieder beeindruckend, wie geistreich, ausschweifend, experimentierfreudig, oft mit Witz und Mut zur Gradwanderung gerade in dieser Phase des Studiums zu Werke gegangen wird. Das ist nicht nur ein furioses Feuerwerk an Idee und Ausdruck, hier tobt die Kunst regelrecht, scheint Wände und ganze Räume in Taumel zu versetzen.

Wie schade ist es doch immer wieder, wie wenig letztlich davon übrig bleibt, wieviel davon im Lauf des Studiums auf der Strecke bleibt. Das ist die ewige Krux der Kunsthoschschulen, da wird gehirnt, diskutiert, kritisiert und gezweifelt — nach einigen Jahren ist ein Großteil des kreativen Geistes schlicht aus den Köpfen geredet. Am Ende halten dann viele eine aalglatte, marktgerechte und eigentlich hirnamputierte Kunst für genau richtig. Aber ich empfehle ohnehin jedem, der Künstler sein oder werden will und rechtzeitig ein Selbstverständnis als Künstler entwickelt, die Schule zu schmeißen oder es von vorneherein zu lassen, denn obwohl man an Kunsthochschulen natürlich jede Menge lernen kann, wird eben auch massenhaft Eigenart zerstört …

Zu mancher Entdeckung in der Wartenau hätte ich jetzt viel zu sagen. Dafür fehlt im Augenblick die Zeit, bestimmt werde ich aber in nährer Zukunft auf das eine oder andere Folgewerk zu sprechen kommen. Für heute gibts deshalb an dieser Stelle eine geballte Ladung Kunst auf die Augen. Nehmt es zum Anlass und geht hin, nur noch bis morgen gibt es dafür die Gelegenheit.

 

 

HfbK Absolventenausstellung
Nebenort: Wartenau 15 | 3. Obergeschoss: klasse Grundklassen

HEUTE | 15.07. | bis 19:00 Uhr
MORGEN| 16.07. | 16:00 — 19:00 Uhr

Spektakulär: HfbK Absolventenausstellung

Die Absolventausstellungen an der Hochschule für bildende Künste sind seit Jahr und Tag ein Garant für hochrangige Künstvergnügen. Es lohnt sich immer hinzugehen, enttäuscht wird man nie, nicht ohne Grund werden die Eröffnungsabende von Gästen regelrecht überrannt. Dieses Jahr ist die Absolventenausstellung nicht nur extrem sehenswert, sondern spektakulär, geradeso, als hätten die Absolventen ihrer Hochschule zum 250. Geburtstag, der mit einer umfangreichen Veranstaltungswoche begangen wird, ein Extrageschenk gemacht …


Wenn es eine exakte Grenze zwischen Installation und Skulptur gibt, dann hat Benjamin Nurgenc sie mit seinem Heptagon in der Aulavorhalle der HfbK gefunden.

Das mag daran liegen, dass Nurgenc seine Zukunft nicht in der Kunst sieht, sondern in den Wissenschaften. Meine Sicht soll ihm aber keinen Findungsprozess unterstellen, in der er diese Grenze ausgelotet hätte. Die besten Schöpfungen gelingen oftmals aus einer inneren Gewissheit heraus, und die setzt sich eher in Form eines Gefühls, der Erkenntnis um eine Richtigkeit, fest, als in Form eines korrekten – quasi technischen – Plans, der abzuarbeiten wäre. Im Besonderen gilt das wohl für minimalistische Werke, die häufig verkannt werden, weil sich in ihrer Leichtigkeit wenig spontane Gedanken verfangen, voreilig betrachtet scheinen sie Deutungen geradezu zu absorbieren und sind deshalb eine besondere Herausforderung an das Verständnis für Perfektion.

Denn den perfekten Ausdruck zur Umsetzung einer inneren Spannung zu finden, ist in der Kunst die eigentliche Kunst. Und das ist Nurgenc großartig gelungen.

Benjamin Nurgenc: ohne Titel („Heptagon / scharzer Spiegel“)

Sein unbetiteltes Heptagon liegt dort auf dem Boden wie ein auf Hochglanz polierter schwarzer Spiegel, geradezu magisch und atemberaubend, wenn der Blick auf der extremen Schärfe der Oberfläche wandert oder sich wie von einer metaphysischen Anziehungskraft gebannt darauf verfängt. Es braucht ein gehöriges Maß an Naivität, um nicht zu verstehen, um nicht zu sehen, dass dort nichts poliert wurde, der Spiegelglanz eine stoffliche Eigenschaft der Oberfläche ist, die autark existiert, aus der Opazität einer Flüssigkeit heraus. Diese Flüssigkeit als ein Öl zu erkennen, ist dann auch nicht mehr schwer. Vorausgesetzt natürlich, man geht mit offenen Augen durch die Welt und gibt sich überhaupt Mühe, alle nur erdenklichen Selbstverständlichkeiten des Alltags zu verstehen. Manche Besucher allerdings scheinen nicht nur gar nichts zu verstehen, eine einem halbwegs kultivierten Menschen angemessene Beschäftigung mit Kunst ist ihnen auch fremd. Da wird immer und immer wieder hemmungslos angefasst, zugegriffen, gegrapscht und gefummelt. Nicht zu kapieren, dass Kunst keine Supermarktware ist, ist nicht naiv, das ist dumm.

So durfte ich live miterleben, wie ein bescheuertes Mädchen einfach mal drauf gelatscht ist, auf diesen seltsamen schwarzen Spiegel, um sich seiner Eigenschaften zu vergewissern. Während ich darauf ausgerastet wäre, hat Nurgenc seinen Charme nicht ganz verloren und das Mädchen lediglich etwas aufgebracht darüber belehrt, wie man nur auf solch eine Idee kommen kann – man tritt doch nicht einfach auf ein Kunstwerk. Als Entschuldigung bekam er prompt zu hören, das Mädchen hätte ja nicht mit Öl gerechnet.

Logo, da trampelt man natürlich einfach mal drauf, wenn man einen riesigen, dann aber offenkundig extrem zerbrechlichen Spiegel erwartet! Hierfür meinen ausdrücklicher Glückwunsch an die Doofheit.


Die Produkt-Designs von Simon Schmitz werden in spätestens zwanzig Jahren in jeder dritten Wohnung zu finden sein, da bin ich mir ganz sicher. Der erste Schritt dahin ist längst getan, denn seit einigen Jahren vertreibt Schmitz seine Entwürfe über seine Firma SPOD (Spot on Design GbR).

Seine Gestaltungen sind nicht nur exakt ausgeklügelte, extrem reduzierte Meisterwerke, manchmal basieren seine Entwürfe auch auf technischen Spielereien bzw. einer Begeisterung für technische Details, um die herum Schmitz ein Konzept entwickelt.

Simon Schmitz: „Lampe L03“

Ein wundervolles Beispiel hierfür ist die Tischlampe L03. Ihr zugrunde liegt das mechanische Prinzip der Muller-Ratsche oder auch Sperrklinke, die das Drehen an der Verzahnung in falscher Richtung verhindert. Auch wenn in der Lampe die Sperrklinke selbst keine Anwendung findet (die Gelenke lassen sich in beide Richtungen drehen, alles andere wäre bei einer Lampe allerdings auch völlig unsinnig), so ist es aber doch das typische Geräusch einer Ratsche, das den Ursprung der Idee festhält. Und, nicht zu vergessen: Die reine Schönheit der Mechanik, die hier nicht allein als technisch notwendiges, sondern vielmehr als prägendes Gestaltungselement ein extrem selbstbewusstes Dasein führt.

Simon Schmitz
SPOD

Der Dadaismus hat in allen Bereichen der Künste für Innovationen gesorgt, die unserem heutigen Kunstverständnis eine fast endlose Bandbreite an Möglichkeiten und Ausdrucksformen beschert hat. Auch mit dem Bühnenraum wurde im Dada radikal experimentiert. Bis vor wenigen Tagen hätte ich behauptet, dass in den hundert Jahren, die Dada mittlerweile nachwirkt, an Theatern alle Möglichkeiten, den Bühnenraum neu zu definieren, ausgeschöpft wurden. Ich kann mich jedenfalls kaum daran erinnern, in den letzten zwanzig Jahren etwas wirklich Neues gesehen zu haben.

Und dann diese Überraschung: Die vollkommene Innovation, die Neuerfindung der Bühne, ein Meisterwerk, das einen in seiner Gewagtheit in den Bann zieht, gar nicht mehr loslassen will.

Lea Maria Burkhalter, Yi-Jou Chuang, Marlene Lockemann, und Hyejin Yoon haben eine raumfüllende Konstruktion zusammengezimmert, drei windschiefe Hohlkästen auf ein kaum ein Meter hohes Ständerwerk gebaut. In diesen Kästen wirken die Schauspieler und das Publikum wird auf den Boden gezwungen. Auf Rollbrettern ist es unter der Inszenierung unterwegs, und weil nur wenige Rollbretter zur Verfügung stehen, rutschen etliche Besucher auf dem Rücken über den Fußboden, um von Kasten zu Kasten den Dialogen zu folgen, Blicke zu erspähen.

Selbst wenn man sich gar nicht aktiv als Zuschauer in dieser Form daran beteiligt, vom aufgeführten Stück nicht viel mehr mitbekommt als gelegentliche Sprachfetzen, die aus den Holzkästen dringen, ist es ein außerordentliches Vergnügen, dem regen Treiben unterhalb der Bühnenräume zuzuschauen. Fast möchte ich behaupten, es wäre fast egal, was sich im Innern abspielt, denn hier erhält das Theater eine sensationelle Nebenebene in Form seiner Zuschauer …


Absolventenausstellung 2017
HfbK | Lerchenfeld 2 | U-Mundsburg
14. – 16. Juli | täglich 14–20 Uhr
 
Öffentliche Führungen | 16 + 18 Uhr | Treffpunkt: Aulavorhalle
Führungen für Kinder ab 6 Jahren (ohne Eltern) | Sa + So |  16 Uhr

Nebenorte: Wartenau 15 & Finkenau 42
Eingeschränkte Öffnungszeiten Wartenau 15
14. – 16. Juli | 16–19 Uhr

 

Festwoche: 250 Jahre HfbK

Zusatztermine: Künstlerbücher für alles

Die gut besuchte Ausstellung Künstlerbücher für alles in der

Weserburg | Museum für moderne Kunst Bremen

Zentrum für Künstlerpublikationen

hat folgende Zusatztermine in Programm:

 

 

Künstlerbuch-Mini-Markt
Samstag | 29. Juli | 14—17 Uhr
für einen Nachmittag sind rund 25 Künstler und Künstlerinnen
der Ausstellung „Künstlerbücher für Alles“ anwesend
und bieten ihre Künstlerbücher zum Verkauf

Eintritt frei

 

Kuratorenführung zu geöffneten Vitrinen
Sonntag | 9. Juli | 15 Uhr
Donnerstag | 20. Juli | 17 Uhr
Sonntag | 6. August | 15 Uhr

 

Künstlerbücher für Alles
03. Juni – 06. August 2017
Eröffnung | 02. Juni | 19:00 Uhr

Zentrum für Künstlerpublikationen 
Weserburg | Museum für moderne Kunst
Teerhof 20 | 28199 Bremen

Di – So | 11:00 – 18:00 Uhr
Do | 11:00 – 20:00 Uhr
(Mo geschlossen)
Erwachsene € 8,- / € 5,- 
Familien € 14,-


Künstlerbücher für alles

 

Kulturtipp für G20-Flüchtlinge: KUNST_AN_BAU

Angeblich wollen fast ein Drittel der Hamburger zu G20 aus Hamburg flüchten. Gerade G20-Flüchtlinge, bzw. die Fluchtwilligen sollten aber genau deshalb in Hamburg bleiben. Denn gerade sie spüren doch in der eigenen Haut, was das für ein beknackter Politzirkus ist, der hier mitten im Herzen der Stadt verunstaltet (!) wird. Gerade die Fluchtwilligen haben also allen Grund, sich aufzuregen, sich querzustellen, ihren Unmut auf die Straßen zu tragen und der Welt zu zeigen, was faul ist im Polizeistaat Hamburg.
Zur Förderung der Proteste auf Hamburgs Bannmeilen fordere ich deshalb alle Nachbargemeinden Hamburgs und alle sonstigen Außerhamburgischen Ländereien dazu auf, sämtliche G20-Flüchtlinge aus Hamburg unverzüglich in ihr Heimatland abzuschieben respektive die Aufnahme politischer Flüchtlinge aus Hamburg zu verweigern. Die körperliche Gewalt, die Asylsuchenden in Hamburg droht, ist kein Asylgrund; sie wird aus Hamburger Gewohnheitsrecht vonseiten der Polizei ausgeübt und praktisch nie von Richtern auf rechtsstaatlicher Ebene gewürdigt – falls die überhaupt mal in Laune sind, sich mit so was zu beschäftigen. Im Prinzip ist sie also vollkommen bedeutungslos und wird in diesem Sinne von der Boulevardpresse auch mit der Gegengewalt, die ihnen doppelt und dreifach wiegt, aus dem öffentlichen Bewusstsein getilgt.
Es ist unverkennbar, dass ich so ziemlich gar kein Verständnis für diejenigen aufbringe, die jetzt weglaufen, denn sie verraten die Kritiker und Gegner des Gipfels, die undemokratischen Zustände in der Stadt, die vielfältigen Rechts- und Verfassungsverstöße der Verfolgungsbehörden, den Generalverdacht gegen jeden und alles und den offiziellen Empfang von gleich drei Diktatoren im in der jüngeren Geschichte doppelt diktaturbelasteten Deutschland auf ganz perfide Weise.
Zur Pflege und Förderung meiner ganz persönlichen Toleranzgrenzen warte ich deshalb mit einem Kulturtipp auf – zumindest für all jene G20-Flüchtlinge, denen es gelingen wird, sich bis nach Pinneberg durchzuschlagen. Pinneberg ist eine geradezu G20-aseptische Dorfgemeinschaft, mir jedenfalls ist am vergangenen Wochenende auf meinem Spaziergang durch die Stadt nicht ein einziger Aufruf aufgefallen, der kritische Geister wecken und nach Hamburg locken sollte. Aber ich will den Mund mal nicht zu voll nehmen, vielleicht gibt es doch ein Plakat.
In Pinneberg betreibt MIOQ (dahinter verbirgt sich keine japanische Spanschachtelmanufaktur, sondern Marion Inge Otto-Quoos) die Kunstremise. Ein altes Gemäuer mit großzügigem Garten samt altem Pavillon und fast konstruktivistischem Baumhaus mitten in der Innenstadt. Zu Fuß in höchstens drei Minuten von überall aus zu erreichen. Dort arbeitet MIOQ an eigener Kunst und veranstaltet Projekte, für die sie Tür und Tor ihrer Kunstremise öffnet, die sie deshalb konsequent auch als Kunstpension bezeichnet bzw. führt und zur Verfügung stellt.

Seit letztem Wochenende hat sich in der Kunstremise, in der Kunstpension, in Haus und Garten der KUNST_AN_BAU breitgemacht, eine wunderbare kleine Schau mit zumeist minimalistischen auf die Gegebenheiten zugeschnittenen Werken. Für mich war der Zufallsfund des Kunst_AN_BAUs am letzten Samstag eine herausragende Entschädigung nach dem Besuch der Eröffnung der Regionalschau, bei der aufgrund der ungefähr fünfhundert Besucher mein Durchschnittsalter übrigens um mindestens 30 Jahre nach oben geschnellt ist.*

 

 

Karin Hilbers: „Postfaktisch – der Glanz ist ab“. Die Künstlerin präsentiert und erläutert den chemischen Vorgang, der den zunächst glanzpolierten Begriff Wahrheit in Rot- und Brauntönen vergehen lässt (bzw. aufgehen, wenn man so möchte) …

Nico Wolf: ohne Titel. Die Videoinstallation, die eine halbe Stunde lang einen sich auftürmenden Maulwürfshügel zeigt, geht der Frage nach, ob man einen Maulwurshügel als Skulptur betrachten kann. Nico Wolf konterkariert damit die allgemeine Ansicht von Gartenbesitzern, Maulwürfe wären so etwas wie Ungeziefer, weil sie die Ordnung stören. Die Projektion des Films auf den unebenen Feldsteinboden verleiht der Installation eine zusätzlich irreale Note.

 

Arne Lösekann: ohne Titel: „Das Baufeld ist eng gesteckt, Abstandsflächen (sind) nicht einzuhalten und Baulasten zu vermeiden. 1 qm vermaßter Raum ist ein Anfang, aber schon geht der Streit los. Wo soll weiter gemessen werden und in welchen Dimensionen? Ein Objekt setzt sich mit der Ungewissheit des rechten Winkels auseinander und fragt sich, ob wir am Ende nicht doch mit 2 Dimensionen auskommen.“ Ich hatte spontan ganz andere Gedanken, als ich diesem beinahe monumental abgezirkelten Quadratmeter begegnete: Ich dachte auch sofort an Streit, allerdings eher an Grenzstreitigkeiten, an kleinbürgerlichen Quatsch um ein paar Grundstückszentimeter, Nachbarn, die sich in die Haare kriegen und verachten, als hätte es die Jahrzehnte, die sie von einem kleinen Irrtum in der Vermessung oder Nutzung nicht wussten, nie gegeben …

 

Feine Menschen: „Kunstsamen“. Die Feinen Menschen fordern dazu auf, die Kunstsamen in die weite Welt hinaus zu tragen. Aus dem KunstkurOrt Pinneberg. Das nenn ich mal herrlich selbstbewusst und witzig. Die Kunstsamen bestehen übrigens aus Konfetti, und in einem einzelnen Konfetti kann man durchaus ein minimalistisches Kunstwerk sehen. Also: Schüttet mal Pinneberger Kunstsamen in Nachbars Garten, ihr werdet überrascht sein, wie blitzartig diese Saat aufgeht!

 

Für die teilnehmenden Künstler wurden im Garten Ausstellungsflächen abgesteckt. Dies ist die Fläche von Kirstin Petersen für ihr Werk „Spontan“. Ihre knappe Einlassung dazu lautet: „Wie es die Zeit erlaubt.“ Es steht nun völlig im Raum, ob Petersen keine Zeit hatte, spontan einen Beitrag zu leisten. Oder ob es die Ironie der Sache ist, dass sie eine ungenutze Fläche eben durch Nichtnutzung nutzt! (Hoffentlich kommt sie nicht auf Idee, doch noch einen Beitrag auf die Wiese zu stellen, denn das würde die geistreiche Installation aus Nichts – unabhängig davon, ob das überhaupt ihre Absicht war – zunichte machen).

 

Das Baumhaus im Garten der Kunstremise ist nicht Teil des KUNST_AN_BAUs. Man sollte trotzdem nicht achtlos daran vorbei gehen, denn es birgt eine feine Überraschung für Kunstfreunde …

 

Gagal: „Zu schön, um wahr zu sein: Taraxacum in neuem Kleid. Gagel staunt“ Der bunt bemalte und mit Glitter bestreute Löwenzahn, der sich im Eingangsbereich ausbreitet, lässt sich irgendwo zwischen Kitsch und streetart verorten. Mir gefällt an der Installation, dass durch diesen Eingriff die Sicht auf etwas so Unbedeutendes wie Löwenzahn, den die meisten Menschen für Unkraut halten und bei der Gelegenheit persönlichen Landbesitzes überall (insbesondere in direkter Nähe des Wohnhauses) ausreißen, völlig verändert wird.

Teilnehmende Künstler (und Autoren):

  • Karin Hilbers
  • Inken N. Woldsen
  • Brigitta Höppner
  • Hannah Rau
  • Birgit Bornemann
  • Anke Bromberg
  • Thomas Piesbergen
  • Arne Lösekann
  • Stilla Seis
  • Gagel
  • Niko Wolf
  • Adriana Steckhan
  • MIOQ
  • Kirsten Petersen
  • Karl Boyke
  • Feinen Menschen
  • Florian Huber
  • Rosa Tress

 

 

KUNST_AN_BAU
Atelier Kunstremise MIOQ | Fahltskamp 30 | 25421 Pinneberg
Sa 08.07. | So 09.07.
14:00 — 18:00 Uhr

 

MIOQ
Feine Menschen

 

*Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich habe nichts gegen alte Leute, die Kunst besuchen. Das ist allemal besser, als einäugig in der ersten Reihe vorm Fernseher zu hocken und sich von Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen vollschleimen zu lassen. Wenn ich allerdings mehr alten Menschen begegne als auf dem Sommerfest in der Seniorenresidenz bei Heinz, dann fällt mir das Dilemma ein, dass ich nicht einen einzigen 90jährigen kenne, der sich auf die letzten Tage noch n Bild (im besten Fall sogar: junge Kunst) für ein paar tausend Euro neben den Notrufknopf nagelt. Die halten ihr Erspartes zusammen, damit es fürs Alter reicht, zum Vererben also. Dabei muss man Kunst gar nicht kaufen, um den persönlichen Besitz zu mehren, man kann sie auch verschenken und notfalls sogar direkten Verwandten einen Gefallen tun, die sich das nicht leisten können oder zu geizig sind …

Eröffnung Regionalschau / Drostei Pinneberg

Für gewöhnlich besuche ich keine Gruppenausstellungen, wenn ich selbst mit von der Partie bin. Mir geht die Eitelkeit der Kollegen nämlich auf den Sack, die sich nur für sich selbst interessieren und es auch nie müde werden, bei unpassendsten Gelegenheiten auf ihre Urheberschaft hinzuweisen, indem sie gleich ihr ganzes erbärmliches Leben referieren. Dazu verharren sie oft stundenlang am eigenen Werk und erschrecken jeden, der aus Versehen einen Blick darauf wirft, mit ihrer pathologischen Problemen: der Kunst. Meistens vielmehr dem, was sie dafür halten.

Besonders nervig bei solchen Eröffnungen sind die Reden. Viel zu viele davon von viel zu vielen Leuten, die ihre politische Dorfprominenz, ihre Vereins- oder Amtstätigkeit oder ihre großzügige Geldspende mit der Tatsache verwechseln Ahnung zu haben von dem, zu dem sie gebeten wurden, ihren Senf dazuzugeben. Ich war also schlau genug, mir die zumeist langatmigen, inhaltsleeren Worthülsen, in denen jeder und alles kontrastfrei hervorgehoben und gelobt wird, gar nicht erst anzutun.

Diese Beschwerden sind nun keine spezielle Kritik an der Regionalschau, es sind generelle Betrachtungen, anwendbar auf alle jemals abgehaltenen und in der Zukunft stattfindenden unspezifischen Gruppenausstellungen, die vom Charakter her eher an einen Flohmarkt erinnern als an eine Kunstschau.

Das Problem solcher GroßKunstschauen lässt sich nämlich ganz einfach auf den Punkt bringen: Ganz schön viel Buntmalscheisse, noch viel mehr Kunstartiges ohne jeden eigenständigen Wert, Zeugs das man bei einiger Kenntnis der modernen Kunstgeschichte entweder als reine Affinität zu irgendwem und irgendwas entlarvt oder längst von anderen Künstlern kennt. Nur besser und sogar mit Sinn und Verstand. Manchmal frage ich mich, weshalb da überhaupt kuratiert wurde oder ob das Kuratorium wieder total besoffen war, weil das Koks nicht für alle gereicht hat.

Schwamm drüber. In der Kunst hat es grundsätzlich gar keinen Sinn, sich ins weniger Gelungene zu versteigen. Man darf getrost darauf bauen, dass mittelmäßige Kunst ohnehin scheitert, es ist also unnötig sich konkret an einzelnem Mist hochzuziehen, um der Selbstüberschätzung ganz gezielt vor’s Schienbein zu treten. Nur das Gegenteil macht echt Sinn: Man muss sich auf das Herausragende konzentrieren, denn nur dies bereichert uns, unseren Geist und letztlich die Welt. Zum Glück gibt es bei aller berechtigter Kritik in jedem noch so fragwürdigen Sammelsurium von Exponaten immer auch Großartiges zu entdecken, und so hat auch die Regionalschau einiges Sehenswerte zu bieten.

Etwa die Mariage von Ursula Dietze: Ein Kleid aus Stacheldraht. (Mariage lässt sich zwar mit Hochzeit übersetzen, gemeint ist aber keine Heirat im eigentlichen Sinne, sondern eine Zusammenfügung. So verwendet man z.B. auch in der Antiquitätenrestauration den Begriff verheiratet, wenn etwa der Fuß des einen mit der Tischplatte eines ganz anderen Tischs zu einem hübsch verkäuflichen Möbel zusammengefügt wird.)

Dieses Kleid aus Stacheldraht möchte ich dieser Tage der Polizei in Hamburg als Uniform empfehlen, denn die Polizeiwannen auf den Straßen, die bewaffneten Polizisten, denen man unvermutet sonstwo begegnet, die nervigen Hubschrauberflüge vor allem des nachts und die unendlichen Kilometer an rasiermesserscharfem Natodraht, die in der Stadt an allen Ecken und Enden verbaut wurden, verdeutlichen gar nicht genug die Behauptung von Olaf Scholz (1. Bürgermeister im Polizeistaat HH), die meisten Hamburger würden von G20 praktisch nichts mitbekommen …
(Die Mariage ist übrigens mit 800 Euro recht günstig zu haben …)

Sehenswert ist übrigens auch der Ausstellungsort selbst: Die Drostei, ein freistehender beeindruckender Barockklotz aus rotem Backstein, zur Vorderseite öffnet sich die Innenstadt, an der Rückseite ein Park. Nur selten hat man die Gelegenheit, mitten in einer Stadt so ein Gebäude zu umrunden. Denn über die Jahrhunderte wurden auch Prachtbauten gerne architektonisch eingezwängt, wahrscheinlich, um durch direkte Nähe etwas von der Strahlkraft der Nachbarschaft zu stehlen. Die Drostei ist außerdem nicht kaputtsaniert, davon zeugen die herrlich knarrenden Stufen im hölzernen Treppenhaus. Allein das ist einen Besuch wert.

 

6. Regionalschau
Aktuelle Kunst norddeutscher und dänischer Künstler
01. Juli —06. August 2017

Vernissage: Samstag | 01. Juli 2017 | 16.30 Uhr
Eintritt frei

Mittwoch — Sonntag, 11 — 17 Uhr
Eintritt: € 3,- / € 1,50 Euro
Schüler zahlen nix

Die Drostei | Dingstätte 23 | 25421 Pinneberg
 
(Die Regionalschau wandert vom 19. August —  17. September
ins dänische Haderslev und wird dort aufgeteilt auf zwei Ausstellungen
im Kunstverein und im Rathaus gezeigt.)

Ausstellung La Grande Plakastrophe

Ausstellung

am 06. Juli ab 18 Uhr

„Da haben wir den Salat: Am 7. und 8. Juli kommt die bucklige Verwandtschaft zu Besuch nach Hamburg, inkl. einer erklecklichen Menge despotischer Onkels, um an sich zu raffen, was wir laut Volksmund nur von unseren Kindern geliehen haben: Die Erde.

Da wir von Natur aus zu blass und schmächtig sind, um Sachen ins Büffet zu schmeißen, greifen wir gemeinsam zu den Waffen, die wir am besten beherrschen: Unsere Ideen. Und Photoshop. Oder Pinsel. Egal wie.

Wir riefen Designer, Illustratoren und Texter auf: „Gestaltet eure Forderung an die Mächtigen, euer trotziges Aufstampfen oder euer empörtes Jetztaber – als Plakat!“

Rund 100 Plakate zum G20-Gipfel in Hamburg sind in unserer Propaganda-Zentrale eingegangen. Die gibt es am 6. Juli bei uns zu sehen.

Schaut euch die eingereichten Plakate in all ihrer Pracht an und lobt sie tüchtig! Kommt auf die Ausstellung „La Grande Plakastrophe“ bei uns in den Räumen im Schanzenviertel, nur wenige hundert Meter Luftlinie vom G20-Veranstaltungsort entfernt.“ (giraffentoast)


Eingereichte Plakate unter anderem von:

  • Tommy Jürgens
  • Hannes Mussbach
  • Bastian Seever
  • Ole Taschenbier
  • SPÄM
  • Carsten Schmidt
  • Moki
  • Remo Pohl
  • Marc Lehmann
  • Andreas Müller
  • Heiko Krützmann
  • Mathias Weinert
  • Luca Hinrichs
  • Peter Kraus
  • Philip Jones
  • Anna Ziegler
  • Anna Belle Jöns
  • Carsten Hardt
  • Christopher Glass
  • israelsabine
  • Till Kraschutzki
  • Andreas Hain
  • Elisabeth Maria Erdel
  • Iven Einszehn
  • Jens Uwe Meyer
  • Paula Partzsch

 

 

Ausstellung
„La Grande Plakastrophe“
Donnerstag | 6. Juli 2017
18:00 — 23:00 Uhr

giraffentoast design gmbh
Kleiner Schäferkamp 28
20357 Hamburg

Der Eintritt ist frei. Die Getränke sind kalt.
Die Begleitung ist willkommen.

giraffentoast
La Grande Plakastrophe auf facebook
instagram

G20: Unhappy Meeting

Regionalschau 1: Drostei Pinneberg

6. Regionalschau

Aktuelle Kunst norddeutscher und dänischer Künstler

Beteiligte Künstler:

Gudrun Adrion, Anja Badners, Jared Bartz, Karin Baum, Susanne Berger, Margot Berghaus, Wolfgang Block, Heinke Both, Maiken Brathe, Elisabeth Brekenfeld, Ines Brinkschmidt, Birgit Bugdahl, Cornelia Busch, Isabel Calderón, Silke Claußen, Susanne Cleemann, Christa Conradsen, Helga Czeloth, Andrea Cziesso, Peter-Paul Dahms, Karin Daum, Inger Dethlefsen, Susanne Dettmann, Silvi Diercksen, Ursula Dietze, Kaisa Duus, Bernd Eilers, Iven Einszehn, Dorothee Ellerbrock, Ulrich Engelmann, Kai Feddersen, Eva-Maria Freudenreich-Kolb, Dieter Freywald, Renate Fürst, Dorsi Germann, Maria Gibert, Karin Goetzen, Gerten Goldbeck, Ann Goldmund, Erika Esther Goldschmidt, Andrea Gose, Tanja Gott, Ralf Greulich, Annelie Haack, Uwe Hahn, Bernd Harms, Ingrid Hartmann, Marion Heckmann, Tanja Hehmann, Maria R. Herrmann, Beate Hildebrandt, Rosa Hipp, Birte Jansen, Birgit Jendrossek-Rasmussen, Bettina Jungmann, Ralf Jurszo, Anne Marie Just, Bertina Kaerager-van Eijck, Petra Kilian, Birgit Marie Kjaer, Susanne Klena, Ingrid Klu Holling, Carsten Koch, Ruth Alice Kosnick, Heidi Koß, Jørgen B.Kraft, Birgit Kratschmayr, Solvej Krüger, Barbara Kübel, Petra Kuck, Ute Kühn, Emma Kundt, Wolfgang Legler, Marie-Luise Liebe, Margret Lieser, Birgit Lindemann, Werner Lohmann, Wieslaw Madecki, Lillimor Mahlstaedt, Hanna Malzahn, Margrit Meister, Thomas Meseberg, Karin Mohrdieck, Renate Möller, Martin Musiol, Rolf Naedler, Johannes Nawrath, Tomasz Paczewski, Keike Pelikan, Andreas Petzold, Susanne Pollach, Andrea Pöter, Gudrun Probst, QUINTESSENZ (Birgit Bornemann, mioq Marion Inge Otto-Quoos, Inken N. Woldsen, Renate Poggendorf, Karin Hilbers), Mouna Ramcke, Gerda-Maria Raschke, Ingrid Rästa-Thomsen, Silke Rath, Jens Rausch, Hartmut Rexin, Sabine Reyer, Anke Richter-Teubler, Joan Riis, Christian Ristau, Freddy Rode, Sigrun Roemmling, Claudia Rüdiger, Hans-Joachim Ruge, Marlies Rzadkiewicz, Christiane Schedelgarn, Claudia Schnack, Angela Schoknecht, Anita Schreiber, Rufina Schröter, Bettina Schwarze, Stilla Seis, Gudrun Eleonore Siegmund, Bernd Sievers, Bente Sloth Møller, Ruth Søe, Gundula Sommerer, Michael Staats, Adriane Steckhan, Kirsten Steenfatt, Finn Steenfatt Thomsen, Birgit Strohscher, Llaura I. Sünner, Nina Tholander, Ursula Trams, Inge von Krottnaurer, Valérie Wagner, Gabriele Walter, Gönna Warncke, Stephan Weißflog, Elke Werner, Ulf Wiechmann, Gudrun Wolff-Scheel, Anna Würth, Fred Zimmak, Gerd Zimmermann, Marion Zobe

 

6. Regionalschau
Aktuelle Kunst norddeutscher und dänischer Künstler
01. Juli —06. August 2017

Vernissage: Samstag | 01. Juli 2017 | 16.30 Uhr
Eintritt frei

Mittwoch — Sonntag, 11 — 17 Uhr
Eintritt: € 3,- / € 1,50 Euro
Schüler zahlen nix

Die Drostei | Dingstätte 23 | 25421 Pinneberg
 
(Die Regionalschau wandert vom 19. August —  17. September
ins dänische Haderslev und wird dort aufgeteilt auf zwei Ausstellungen
im Kunstverein und im Rathaus gezeigt.)

Eröffnung Regionalschau / Drostei Pinneberg

Künstlerbücher für Alles

Ausstellung in der

Weserburg | Museum für moderne Kunst Bremen

Zentrum für Künstlerpublikationen


„Künstlerbücher gehören zu den besonderen Phänomenen der zeitgenössischen Kunst. Seit ihrer Entstehung in den 1950er Jahren haben sie sich weltweit als neue Kunstform etabliert. Künstlerbücher sind autonome Kunstwerke in Form eines Buches. Als Kunstwerke in einer größeren Auflage stehen sie gleichsam für eine Demokratisierung der Kunst sowie für künstlerische Mobilität und Vernetzung. Sie entstehen als publizierte, gedruckte und vervielfältigte eigenständige Kunstwerke aus einer künstlerischen Konzeption heraus und in der Tradition von Dieter Roth, Ilya Kabakov und Marcel Broodthaers in Europa, Ed Ruscha und Michael Snow in Nordamerika, Ulises Carríon, Clemente Padin und Edgardo Antonio Vigo in Lateinamerika, William Kentridge in Afrika, Yoko Ono in Asien und Robert Jacks in Australien.

Die Ausstellung möchte erstmals einen Überblick über die aktuelle Entwicklung und Verbreitung des Künstlerbuches geben und die Vielfältigkeit dieses Genres aufzeigen. Es werden Künstlerbücher gezeigt, die ca. in den letzten fünf Jahren international entstanden sind. Dazu lädt das Zentrum für Künstlerpublikationen mit einen „Call for Artists‘ Books“ Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt ein, sich mit einem Werk an der Ausstellung zum internationalen Künstlerbuch zu beteiligen. Unter dem Motto „Künstlerbücher für Alles  –  Artists‘ Books for Everything  –  Livre d’artiste pour tout“ können bis Ende April 2017 Künstlerbücher eingereicht werden, die in einer größeren Auflage, also nicht als Unikate oder in Kleinstauflage, entstanden sind und über den Buchhandel oder Galerien bzw. die Künstlerinnen und Künstler selbst vertrieben werden.

Ziel der Ausstellung ist es, Künstlerbücher aus Ländern aller Kontinente mit ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten, Charakteristiken, Themen und Motiven zu zeigen, und so einen repräsentativen Eindruck vom Status Quo des Künstlerbuches zu geben. Es geht aber auch darum, die Bedeutung und den Stellenwert des Künstlerbuches in der zeitgenössischen Kunst aufzuzeigen. Mit dem Call for Artists‘ Books sollen insbesondere auch Künstlerinnen und Künstler in den afrikanischen, asiatischen sowie mittel- und südamerikanischen Ländern angesprochen werden, deren Werke gerade in Europa häufig noch nicht bekannt sind, um ihre Werke mit ausstellen zu können.

Der Titel oder das Motto „Künstlerbücher für Alles“ oder „Artists Books for Everything“ bezieht sich auf den deutsch-schweizerischen Künstler Dieter Roth und seine „Zeitschrift für Alles“, für die er ebenso Künstlerinnen und Künstler eingeladen hatte, sich mit künstlerischen Beiträge zu beteiligen. Für die Ausstellung ist geplant die Künstlerbücher in einem Katalog darzustellen.

Die Ausstellung des Zentrums für Künstlerpublikationen ist ein Kooperationsprojekt mit der Universität Bremen.“ (Zentrum für Künstlerpubikationen, Bremen)


Folgende Künstler sind in der Ausstellung vertreten:

(Tim), Endre Aalrust,Reinhold Adt, Marco Agosta, Cristina de Almeida, Diana Mercedes Alonso, Laura Anastasio, Butak Andras, Søren Andreasen, Julia Appelt, Henning (exc.) Arend, Rozbeh Armani, Lina Avramidou, Seung Woo Back, Clara Bahlsen, Balamuc, Tiziana Baracchi, Matthias Beckmann, Sergio Belinchón, Jennifer Bennett, Matthias Berthold, Anastasia Bessarabova, Felix Bielmeier, Guy Bigland, Jessica Bizzoni, Blast, BLEK, Simon Blue, Sarah Bodman, Regine Bonke, Anne Doris Borgsen, Jean-Francois Bory, Madeleine Boschan, Peter Boué, Birgit Brandis, Martin Brandsma, Brandstifter, Vibe Bredahl, Lars Breuer, Marcia Breuer, Thorsten Brinkmann, Lothar Bührmann, Susanne Bürner, Armin Brito Cador, Nonkululeko Chabalala, Kyun-hwa Choi-ahoi, Claudia Christoffel, Angela B. Clement, Marisa Coneja, Martin Conrads, Matthias Conrady, Leone Contini, Jirka Pfahl,Till Cremer, Pál Csaba, Dadanautik, Antoine D’Agata, Irmgard Dahms, Maks Dannecker, Michael Danner, Salmo Dansa, Naomi Del Vecchio, David Dellafiora, Gianinna Delpino, Eva-Maria Offermann,Karin Demuth, Klaus Peter Dencker, Liza Dieckwisch, Anja Dietmann, Marcello Diotavelli, Veronika Dobers, Linda Rae Dornan, Reinhard Doubrawa, Chris Drange, Felix Dreesen, Alexis Dworsky, Jorn Ebner, Volker Eichelmann, Sibylle Eimermacher, Friedrich Einhoff, Iven Einszehn, Petter Eklund, Birte Endrejat, Jan Erbelding, Carl Johan Erikson, Mauro Espíndola, Andrea Esswein, Éts. Decoux, Johan (Ever Arts) Everaers, Jeannette Fabis, Jesper Fabricius, Alexander Fahima, Harald Falkenhagen, Anoka Faruqee, Melanie Feder, Jenny Feldmann, Mariska Fenner, Sabrina Fernandez, Helio Fervenza, Gundi Feyrer, Luc Fierens, Johannes Fiola, Gesa Foken, Manfred Förster, Moritz Frei, H.R. Fricker, Sabrina Fritsch, Nora Fuchs, Nieves de la Fuente Gutierrez, Andrés Galeano, Thomas Geiger, Yann Géraud, Damien Mazières,Patricio Gil Flood, Johanna Gilje, Anna Gille, Mathias Glas, Gloria Glitzer, Philipp Donald Göbel, Bruno Goosse, Dieter M. Gräf, Henriette Grahnert, Angela Grasser, Anna Grath, Malcolm Green, Ion Grigorescu, Uli Grohmann, Sabine Groschup, Gruppo Sinestetico, Philipp Gufler, Stefan Gunnesch, Karl-Friedrich Hacker, Michèle Haenni, Tilman Haffke, Roland Halbritter, Matthias Hamann, Kerstin Hehmann, Tanja Hehn, Ellen Heinemann, Manfred Heinze, Simon Hempel, Lisa Herfeldt, Sarah Hildebrand, Almut Hilf, Timo Hinze, Jan Hoeft, Anna Hoffmann, Kornelia Hoffmann, Marianne Holm Hansen, Manfred Holtfrerich, Christian Holtmann, Thomas Hombach, Nikolas Hönig, Sookyoung Huh, Bassel Ibrahim, Immigration Office, Constantin Jaxy, Michael Jochum, Sveinn Fannar Jóhannsson, Åse Eg Jørgensen, Yuki Jungesblut, Lucas Jaspar, Kalmus, Marina Kampka, Theresa Kampmeier, Katrin Kamrau, Maria Karpushina, Déirdre Kelly, Gudrun Kenschner, Hartmut Kiewert, Ilona Kiss, KLANK. MusikAktionEnsemble, Anneke Kleimann, Lennart Klein, Stefan Klein, Franziska Klose, Monika (Karo Blau) Knaack, Anatol Knotek, Simona Koch, Ingar Krauss, Sabine Küster, Lorraine Kwan, Paul Laidler, Carolin Lange, Gesa Lange, Björn Larsson, Simon Le Ruez, Helmut Lemke, Jelte van Lente, Jürgen Liefmann, Margarete Lindau, Pia Litzenberger, Ginny Lloyd, Jue Löffelholz, Imke Lohmann, Isolde Loock, Ricarda Löser, Leon Lothschütz, Sean Lowry, Axel Loytved, Malte Lück, Andrea Lühmann, Lilly Lulay, Alina Lupu, Sara Mackillop, Francis van Maele, Ruggero Maggi, Brigitte Mahlknecht, Victor Malsy, Gudrun von Maltzan, Sandra March, Margulis & Sagan, Benna G. Maris, Stefan Marx, Siya Masuku, Hanna Mattes, Reiner Maria Matysik, Eva May, Sara McLaren,Elizabeth McTernan, Patrizia Meinert, Dirk Meinzer, Nanne Meyer, Almut Middel, Hammann von Mier, Paula Miéville, Peter Miller, Miralda, Steffen Missmahl, Mitko Mitkov, Beate Mohr, Patrick Morarescu, Johnny Amore, Heinrich Obst, Ulrike Möschel, Jean-Luc Moulène, Peter Müller, Ute Müller, Myong-Hee KI, Lia Nalbantidou, Franziska Nast, Antoinette Nausikaä, Carlos Navarrete, Wawi Navarroza, Irina Neacsu, Sebastian Neubauer, Tabea Nixdorff, Lätitia Norkeit, Elia Núñez Barez, Eva Claudia Nuovia, Nick Oberthaler, Tobias Öchsele, Felix Oehmann, Ahlrich von Ohlen, Ghaku Okazaki, Franziska Opel, Csaba Pál, Gabor Palotai, Sue Pam-Grant, Ulrika Paul, Micha Payer, Martin Gabriel, Maria (Exotikdot) Paz, Paula Andrea Pedraza, Fion Pellacini, Christian Pellet, Kate Pelling, Daniel Ramon Persy, Tilman Peschel, Rodolphe Petit, Jörg Petri, Nina Petri, Burkhard Pfister, Heidi Pfohl, Michalis Pichler, Thomas Piekarski, Peter Piller, Patricia Pinheiro de Sousa, Eva von Platen, Jochen Plogsties, Holger Pohl, Jan Pötter, Tania Prill, Alberto Vieceli, Sebastian Cremers, Joan Rabascall, Josef Ramaseder, Hannah Rath, Antonia Rehnen, Lisa Rein, Anna Rosa Rupp, Tim Reinecke, Penard Remy, Ann Carolin Renninger, Sarah Rhys, Angelo Ricciardi, Jörg Riechardt, Tina Rietzschel, Michael H. Rohde, Aaron Romine, Edo Rosenblith, Anna Rosa Rupp, Matthias Ruthenberg, Barbara Šalamoun, Fritz Sauter, Jenny Schäfer, Martina Schall, Matthias Schamp, Antje Schaper, Paul Altmann, Nora Schattauer, Maxi Scheller, Marvin Systermans, Anja Schlamann, Uwe Schloen, Anne Schlöpke, Doris Schmid, Claudia Schmitz, Salome Schmuki, Kim Schoen, Natalia Schul, Annie Schulze, Inga Danysz, Max Schulze, Petra Schulze-Wollgast, Anne Schwalbe, Roberto Seala, Vera Sebert, Martin Seck, Tilman Peschel, Anija Seedler, Elfie Seidel, Maria Seitz, Dasha Shishkin, Gabriel Sierra, Nina Sieverding, Buhlungu Simnikiwe, Angelika Sinn, Barbara Rosengarth, Myne Søe-Pedersen, Heidi Specker, Buzz Spector, Diana Sprenger, Euan Williams, Stephen Spurrier, Julius Stahl, Christiane Stegat, Gabi Steinhauser, Angela Stiegler, Karl-Johan Stigmark, Maxwell Stolkin, Josef Strau, Ana, Streng, Lisan Strüver, Bo Su, Rod Summers, Survival Kit, Stephan Takkides, Amanda Teixeira, Ralf Tekaat, Tillmann Terbuyken, Beate Terfloth, Anja Teske, Hans-Ulrich Theilkäs, Stephan Thierback, Jan van der Til, Barbro Maria Tiller, Timotheus Tomicek, Claudia de la Torre, Piet Trantel, Barbara Camilla Tucholski, Anne Vagt, Aymeric Vergnon-d’Alancon, Lucas Vertel, Frederic Vincent, Julius Voigt, Konstantin Voit, Marianne Vordermayr, Eva Weber, Heidemarie von Wedel, Michael Weisser, Corinne Welch, Käthe Wenzel, Nicole Wermers, Thilo Westermann, Antonia Wetzel, Janika Naja Wetzig, Paul Wiersbinski, Johannes Wilke, Gosia Wlodarczak, Ruth Wolf-Rehfeldt, Seçil Yersel, Mario Ziegenbalg, Rahel Zoller, Maren Zombik, Benjamin Zuber

 

Künstlerbücher für Alles
03. Juni – 06. August 2017
Eröffnung | 02. Juni | 19:00 Uhr

Zentrum für Künstlerpublikationen 
Weserburg | Museum für moderne Kunst
Teerhof 20 | 28199 Bremen

Di – So | 11:00 – 18:00 Uhr
Do | 11:00 – 20:00 Uhr
(Mo geschlossen)
Erwachsene € 8,- / € 5,- 
Familien € 14,-

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